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Erkheim

07.03.2018

Misereor-Aktion startet im Unterallgäu

Die Misereoraktion wurde in Erkheim mit einem indischen Tanz eröffnet.
Bild: Karl Michl

Bei der Fastenaktion der Diözese steht die Hilfe für Arme im Fokus. Dieses Jahr geht es um Indien.

„Jeder kann ein Stück dazu beitragen, dass niemand zurückbleibt.“ Das sagte Monsignore Pirmin Spiegel bei der Eröffnungsveranstaltung der Misereor-Fastenaktion in Erkheim. In den Augen des Hauptgeschäftsführers des römisch-katholischen Hilfswerks gelingt dies schon durch ein Lächeln oder durch fairen Einkauf. „Auf jeden Fall gemeinsam. Denn die Welt besser zu machen, schafft keiner alleine. Kein Land. Keine Kirche.“

Aus der Turnhalle strömt der Geruch von Kurkuma, Zimt und Ingwer. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Erkheim serviert indischen Eintopf mit frittiertem Fladenbrot. Denn die diesjährige Fastenaktion – die unter dem Motto „Heute schon die Welt verändert?“ steht – wird in Kooperation mit der Kirche in Indien begangen. Von dort ist Schwester Dorothy Gabriel Fernandes angereist. Die 64-Jährige arbeitet im Bundesstaat Bihar für Misereor. Schon früh wusste sie, dass sie raus aus ihrem sicheren Leben möchte. Denn sie wollte sich für die Ausgegrenzten und die Armen einsetzen. Anfangs habe sie das Ausmaß des Leids in den Armenvierteln von Patna selbst schockiert. Aber dann habe sie sich gefragt, was sie dagegen tun könne. Und so gründete Fernandes bereits im Jahr 1999 eine eigene Hilfsorganisation. „Wir geben den Menschen kein Geld“, sagt sie: „Wir geben ihnen eine Stimme.“

Es gibt Ausweise für die Menschen

In den Armenvierteln der indischen Stadt können die meisten Menschen weder lesen noch schreiben, berichtet Schwester Fernandes. Daher kennen viele ihre Rechte nicht. Weder gegenüber dem Staat, noch gegenüber ihren Arbeitgebern. Hier setzt die Hilfe an: „Wir informieren über Rechte und bringen ihnen bei, Stundenzettel zu schreiben“, sagt sie. Denn viele Tagelöhner würden um ihr Gehalt geprellt. „Wir scheuen uns auch nicht, vor Gericht zu gehen.“ Mittlerweile stellt Fernandes Ausweise für die Menschen aus, denen sie hilft. „Das verschafft ihnen Gehör. Denn die Arbeitgeber wissen dann, dass wir uns um diese Menschen kümmern.“

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Angefangen hat ihr Hilfsprojekt als kostenloses Schulprogramm für Kinder. Pro Jahr werden so 200 Buben und Mädchen erreicht. Übersetzt bedeutet ihr Projekt „Kampagne Obdach“. Denn mit ihrer Hilfe gibt Fernandes den Menschen Rüstzeug an die Hand, um für sich selbst sorgen zu können. So werden in den sechs Lernzentren mit 35 Mitarbeitern auch Frauen ausgebildet – beispielsweise zur Näherin. „Wichtig ist, dass die Menschen wissen, wenn irgendetwas ist, dann sind wir da. Wir hören zu“, sagt Fernandes im Musiksaal der Erkheimer Schule.

„Wir helfen nicht nur mit Geld“, sagt Bruder Antony Raj, Leiter von Kolping Indien. „Helfen heißt auch teilen.“ Menschen sollten sich gegenseitig unterstützen. Im Gang der Schule sind Stände aufgebaut. Neben der KAB veranstalten die katholischen Verbände in der Diözese sowie die Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden und die Pfarreiengemeinschaft Erkheim-Günztal ein „Eine-Welt-Fest“. Dort gibt es fair gehandelten Kaffee, Wein der Landvolkbewegung und Brot. Ganz hinten ist ein Spiegel aufgebaut. Darüber steht: „Auch du kannst die Welt verändern.“

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