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Landkreis Unterallgäu

17.02.2015

Mit Allergien leben: Wenn die Gefahr in jedem Bissen lauert

Wann fliegen welche Pollen? Für Menschen, die unter einer Allergie leiden, ist das eine wichtige Information. Augsburger haben Glück. Der hier ansässige Forschungsverbund UNIKA-T erfasst den Pollenflug und übermittelt tagesaktuelle Daten ins Internet.

Manuela Heiligmann reagiert auf eine Reihe von Substanzen allergisch. Ihr Leben gleicht einem Spießrutenlauf. Doch ein EU-Beschluss erleichtert ihr Leben deutlich.

Ohne eine Packung Antiallergicum aus der Apotheke und ohne ihren Allergiepass geht Manuela Heiligmann nicht mehr aus ihrem Haus in Ettringen. Sie muss immer damit rechnen, dass es wieder zu einer allergischen Reaktion kommen kann. „Dann wird die Haut feuerrot wie bei einem Feuermelder“, Augen und Nase laufen. Für den Notfall will sie gerüstet sein. 32 verschiedene Stoffe stehen inzwischen in ihrem Allergiepass. Auf Haselnuss reagiert die 48-Jährige besonders sensibel. Aber auch Sellerie, Ingwer, Sesam, Paprikapulver, Zitronengras, Mango, Kiwis, Himbeeren, Latex oder die meisten Apfelsorten führen bei der Ettringerin zu Hautausschlag im Gesicht.

Es ist ein kompliziertes Leben, das die gelernte Restaurantfachfrau seit 20 Jahren führen muss. Gewürzmischungen meidet sie aus Sorge, es könnten sich Stoffe darin finden, die in ihrem Körper zu einer Abwehrreaktion führen. Jodsalz zum Beispiel verträgt sie nicht, Meersalz geht. Hautausschläge und Schwellungen im Gesicht will sie vermeiden.

Vorsicht zur Pollenzeit

Sobald die Zeit des Pollenflugs beginnt, ist Manuela Heiligmann besonders vorsichtig. Die Zimmer werden nur abends gelüftet, nie tagsüber. Die Kleidung, die sie im Freien getragen hat, legt sie niemals im Schlafzimmer ab. Und selbstverständlich wäscht sie regelmäßig ihre Haare.

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Mit 28 Jahren litt sie das erste Mal unter Heuschnupfen. Zuvor war sie kerngesund. Hasel, Birke und Erle waren die Verursacher. Das Seltsame war, dass im Laufe der Jahre immer weitere Stoffe hinzukamen, die Manuela Heiligmann zu schaffen machen. Sogar einzelne Tabletten rufen allergische Reaktionen hervor, sagt sie.

Roggenbrot statt Produkte aus Weißmehl

Weißmehl kommt nicht mehr auf den Teller von Manuela Heiligmann. Statt dessen isst sie Roggenbrot, wie ihr ihr Arzt empfohlen hat. Milchprodukte wie Joghurt und Käse nimmt sie praktisch gar nicht mehr zu sich. Wenn sie in einem Lokal speist, dann nur unter der Bedingung, dass Fleisch nur mit Salz und Pfeffer gewürzt wird. Meersalz natürlich.

Die von der Europäischen Union vor wenigen Wochen eingeführte Kennzeichnungspflicht für Allergiker begrüßt Manuela Heiligmann nachdrücklich. „Das ist mir eine große Hilfe“. Beim Bäcker oder Metzger sieht sie jetzt sofort, was sie bedenkenlos kaufen kann und wovon sie besser die Finger lässt. Bei Fertiggerichten braucht sie diese Zutatenliste allerdings nicht extra. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesen Lebensmitteln Stoffe enthalten sind, die sie nicht verträgt, ist immens hoch.

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