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Konzert

25.11.2017

Mit Musik gegen den grauen November

Mit Julia Chalfin, Heike Wanner, Silvia Mütterlein, Peter Schmitz und Matthias Rolser (von links) ist der November gleich viel weniger trist.
Bild: tisch

Zwei Stunden „von Brahms bis Rossini“ und mit der nötigen Prise Humor

Wenigstens für knapp zwei Stunden wollten sie im Silvestersaal gegen einen drohenden Wintereinbruchs-Kummer ansingen, anspielen, entführen und träumen lassen. „Von Brahms bis Rossini … Vom Solo zum Quintett quer durch Lied und Oper“ hieß das Programm. Es gelang natürlich und war zudem überraschend komisch, denn Wilfried Mütterlein hatte sich „breitschlagen“ lassen, durch den Abend zu führen, obwohl er doch „so gut wie nichts von klassischer Musik verstehe“, gleichwohl seiner Frau diesen Gefallen unmöglich habe ausreden können.

Mütterlein sprach über die verschiedenen Arten der Liebe, die die ersten Stücke beherrschten und scherzte über Dominante und Subdominante in der Musik, denn diese Begriffe kenne er dann doch, wenn auch aus dem privaten Bereich. Er bereicherte die Werke in seiner gewohnten zur Selbstironie neigenden Art, trug Zitate vor, die zur Musik passten, etwa aus Goethes „Urfaust“, der ja so etwas wie eine „Unplugged-Version“ sei.

Musikalisch eröffnete Julia Chalfin mit „Widmung“ von Robert Schumann, wie immer ungeheuer präsent und mit diesem ihr eigenen kräftigen und doch so weich klingenden Sopran. Es folgten Werke von Brahms (Chalfin und Heike Wanner), Robert Schumann (Silvia Mütterlein und Wanner) und ein Solo von Mütterlein: „Ich denke dein“ von Franz Schubert, wunderschön romantisch vorgetragen.

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Sodann griffen die Herren mit ins Geschehen ein, durften verführen und sehnen (mit Robert Schumann und Franz Schubert), hoffen und albern. Matthias Rolser und Peter Schmitz als jammernde Katzen im „Duetto buffo di due gatti“ von Rossini waren wirklich vergnüglich, auch als Quintett in Stücken aus Mozarts „Zauberflöte“ bildeten sie eine überzeugende Einheit und brachten genau das zum Ausdruck, was Mütterlein zuvor über Mozart erzählt hatte: Dieses ständige Oszillieren dieses Genies zwischen der absoluten Erhabenheit, ja, Göttlichkeit der Kompositionen und des zutiefst Menschlichen, das Mozart ja auch immer wieder gefordert und wohl auch bekümmert hatte. Da springen die Gefühle hin und her, sind mal hochtrabend kunstvoll, dann wieder bodenständig und voller fröhlicher Leichtigkeit – gewiss eine Herausforderung für jeden Sänger.

Zutiefst anrührend Silvia Mütterleins Solo „Lied an den Mond“ aus der märchenhaften Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak. Da lag auf einmal viel Wehmut im Saal, und auch diese Wechsel gelangen mühelos, von den leicht-fröhlichen Stücken hinzu tiefer Ergriffenheit. Pamela Stout und Hisako Yoshikawa begleiteten die Sänger am Klavier, abwechselnd und gemeinsam. Ein ganz und gar gelungener Abend, der einen in eine Stimmung versetzte, die leichterhand eine Weile November-Aussicht ertragen lässt. Und wenn sie abklingt, sollte man einfach wieder ein Konzert besuchen … (tisch)

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