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Mindelheim

05.01.2021

Mit alten Schulranzen den Ärmsten der Armen helfen

Kathrin von Erffa unterstützt eine Sammelaktion für Kinder in Malawi. Gesucht werden auch Schulranzen.
Bild: Stoll

Die Mindelheimerin Kathrin von Erffa organisiert eine Spendenaktion für Kinder in Malawi. Dabei spielen alte Schulranzen eine wichtige Rolle.

Kathrin von Erffa hat bei einem geselligen Frühstück zum ersten Mal von dieser Hilfsorganisation erfahren. Bei dem gemütlichen Treffen sollte nebenbei englische Konversation geübt werden. Die Lehrerin bat darum, jeder solle zehn Euro für den guten Zweck spenden, weil man mit dem Geld richtig viel bewegen könne. Kathrin von Erffa hat das neugierig gemacht. Was verbirgt sich hinter „Mary’s Meals?“

Ursprünglich kommt die Organisation aus Schottland. Ein Fischer hat sie in den 90er Jahren gegründet, um Opfern des Kosovo-Krieges Kleiderspenden zukommen zu lassen. Inzwischen hilft „Mary’s Meals“ in 19 der ärmsten Länder der Welt, vor allem in Afrika und Ostasien.

Die tägliche Schulmahlzeit ist für viele Kinder ein starker Anreiz

Längst geht es nicht mehr vorrangig um Bekleidung. Die Organisation kümmert sich vor allem um Schulspeisungen und um langfristige Chancen von Kindern. Denn die tägliche Schulmahlzeit sei für Kinder ein starker Anreiz für den Besuch des Unterrichts, sagt von Erffa, die mit ihrer Familie in Mindelheim lebt. 1,6 Millionen Kinder bekommen über diese Organisation ein tägliches Essen.

In Malawi (Afrika) ist „Mary’s Meals“ stark vertreten. Dort fallen die Erfolge besonders ins Auge, weil viele Freiwillige aus den Dörfern mithelfen. Letztlich geht es um Zukunftschancen für die Kinder, die über eine gute Schulbildung zu erreichen sind. Die Schulspeisungen schlagen sich in den Leistungen der Schüler nieder. Die Noten wurden besser, weil die Kinder nicht mehr hungrig zur Schule kommen. „Den Teufelskreis zwischen Armut und fehlender Bildung müssen wir durchbrechen“, fordert von Erffa.

Auch in Deutschland gibt es die Aktion "Mary's Meals", erklärt die Mindelheimerin

Einen Ableger von „Mary’s Meals“ gibt es auch in Deutschland. Die Zentrale des als mildtätige Körperschaft anerkannten Vereins liegt in Mainz. In Schwaben und im Allgäu ist die Organisation bisher noch weniger bekannt. Das will Kathrin von Erffa ändern. „Das sind sehr zuverlässige und motivierte Leute, die das alles ehrenamtlich machen“, betont sie. Eigenen Angaben zufolge gehen von 100 Cent Spende 93 direkt an die Hilfsbedürftigen. Nur sieben Cent seien für Verwaltung vorgesehen. Allein mit einer Spende über 18,30 Euro, sagt von Erffa, kann ein Kind in einem der armen Länder ein Jahr lang ernährt werden. Nicht zuletzt auch wegen zunehmender Dürreperioden sind immer mehr Kinder auf diese Hilfe von außen angewiesen, die langfristig angelegt ist. Geld zu spenden ist aber nur eine Form der Hilfe. Kathrin von Erffa setzt in Mindelheim auch auf das Rucksackprojekt. „Ich möchte Familien dazu aufzurufen, alte Schulranzen oder Rucksäcke zu befüllen und zu spenden“. Sie sollen dann nach Malawi transportiert werden und dort armen Kindern zugute kommen.

So können Sie mit Ihrem Schulranzen helfen

In die Rucksäcke oder Schulranzen sollten Schulhefte, Bleistifte, Kulis, Buntstifte, Radierer, Lineal, Anspitzer, Mäppchen, Handtuch, Shorts/Rock, T-Shirt/Kleid, Schuhe, Tennisball, Seife, Zahnbürste, Zahnpasta und Esslöffel. Bis auf Hygieneartikel und Schulhefte darf alles gebraucht sein. Die Kleidung sollte Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren passen. Nicht dazugegeben werden sollten Spielzeug, Süßigkeiten und Flüssigkeiten.

In einem Kellerraum des Heilig-Kreuz-Klosters in Mindelheim werden die Taschen gesammelt. Am Donnerstag, 28. Januar, können die gefüllten Rucksäcke und Schulranzen im Pfarrbüro von St. Stephan zwischen 14 und 17 Uhr abgegeben werden.

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