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Erlebnis

23.05.2018

Mit dem Drahtesel in die Vergangenheit

Am Schlingener Südende, in der Verlängerung der Keltenstraße, steht jetzt ein Infopoint mit Wissenswertem zu den dortigen Hügelgräbern.
Bild: Markus Heinrich

Die neue Archäologie-Tour an der Wertach bei Bad Wörishofen wird der Öffentlichkeit präsentiert. Auf 16 Kilometern wartet eine Entdeckungsreise.

Naturerlebnis und Heimatgeschichte sind künftig im Wertachtal bei Bad Wörishofen eng verbunden. Zahlreiche archäologische Fundstellen sind dort, zwischen Schlingen und Pforzen zu verorten. Im Auftrag der Gemeinden Pforzen und Rieden und der Stadt Bad Wörishofen wurde von den beiden Archäologen Ursula Ibler und Volker Babucke die „ArchäologieTour Wertachtal“ konzipiert und fertiggestellt.

Dabei handelt es sich um einen 16 Kilometer langen Fahrrad-Rundweg. Er verbindet beiderseits der Wertach insgesamt elf archäologischen Denkmälern, die „noch heute im Gelände sichtbar sind oder durch Ausgrabungen erforscht wurden“, wie die Auftraggeber mitteilen.

Das Spektrum reicht von 3500 Jahre alten Gräbern der Bronzezeit über die für das Wertachtal so charakteristischen keltischen Hügelgräberfelder, Resten einer römischen Siedlung oder bedeutenden alemannischen Grabfunde. Auch eine frühmittelalterliche Holzkirche gehört dazu, bis hin zu versteckt liegenden mittelalterlichen Burganlagen und der fast vergessenen Flößerei auf der Wertach.

Anhand von informativ gestalteten Tafeln soll den Besuchern die Bedeutung dieser einzigartigen historischen Zeugnisse näher gebracht werden. „Nur durch deren Verankerung im öffentlichen Bewusstsein ist es möglich, sie dauerhaft vor unbeabsichtigter, zuweilen aber auch mutwilliger Zerstörung zu bewahren“, finden die Vertreter der beteiligten Gemeinden, darunter die Stadt Bad Wörishofen.

Am Rand eines der größten keltischen Grabhügelfelder im Allgäu liegt der „InfoPoint Keltengräber“ in Schlingen. Er wurde im Rahmen der Dorferneuerung Schlingen von der Stadt Bad Wörishofen mit Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung Schwaben errichtet. In Zusammenarbeit mit den Archäologen Ursula Ibler und Volker Babucke und dem Architekten Erwin Kirchdorfer aus Linden entstand ein Rastplatz in Form eines angeschnittenen Grabhügels, der detaillierte Informationen zu den archäologischen Ausgrabungen und ihren Ergebnissen präsentiert.

Diese lenken den Blick auch auf eine bedauerliche Realität: das allmähliche Verschwinden dieser über Jahrtausende hinweg landschaftsprägenden Denkmäler. Mit dem Erwerb einer 0,64 Hektar großen Fläche durch die Stadt Bad Wörishofen und die Umwandlung in Dauergrünland ist es gelungen, diesen Bereich des Hügelgräberfeldes dauerhaft zu erhalten. Die „ArchäologieTour Wertachtal“ wird am Freitag offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

Schon bald wird sich nach Lage der Dinge ein weiteres Rad-Projekt hinzugesellen. Es trägt den Titel „Seehüpfer“ und soll von Bad Wörishofen bis Rieden die Wertachstauseen in den Mittelpunkt rücken. Federführend dabei ist die Unterallgäu Aktiv GmbH. (m.he, mz)

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