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Sammlung

12.09.2014

Mit den Politgrößen auf Du und Du

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Frank Martin Allies hat in seiner Ferienwohnung in Bad Wörishofen mehr als 100 Karikaturen von Lutz Backes alias „Bubec“ zusammengetragen. Die obige Auswahl zeigt (von rechts oben im Uhrzeigersinn) Helmut Schmidt, Franz Josef Strauß, Willy Brand, Helmut Kohl sowie den Sammler mit einer Karikatur seiner selbst.

Frank Martin Allies besitzt mehr als 100 Bubec-Karikaturen. Die hat nicht nur der Künstler signiert

Bierdeckel, Münzen, Porzellan, Ansichtskarten oder Briefmarken – es gibt ja nichts, was man nicht sammeln kann. Frank Martin Allies hat sich für Karikaturen des international bekannten Schnellzeichners, Bildhauers und Autors Lutz Backes, alias „Bubec“ entschieden. Mit seiner Passion befindet sich Allies mit Johann Wolfgang von Goethe in bester Gesellschaft. Karikierte sich der deutsche Dichterfürst doch in dem Dialog „Der Sammler und die Seinigen als ein Beherrscher, der „die Welt nach seiner Idee“ modelliert.

Mehr als 100 gerahmte Zerrbilder prominenter Politiker, Wirtschaftsbosse und Industriekapitäne schmücken die Wände der Ferienwohnung des ehemaligen Managers der Esso-AG in Karlsruhe, dem seit nahezu 30 Jahren die Kneippstadt zweite Heimat ist. Aufmerksam wurde Allies auf den Weltmeister im Schnellzeichnen durch Karikaturen im Handelsblatt. Er kaufte sich dessen Buch mit der Persiflage „Bubecs Zerr-Spektive“. Beim Lesen wuchs in ihm der Wunsch, den Künstler persönlich kennenzulernen. Gesagt, getan.

Vor 23 Jahren traf der Fan sein Idol bei einer Benefizveranstaltung in Karlsruhe. Der Nürnberger Künstler, der als Chefzeichner der Münchner Lach- und Schießgesellschaft fungierte und den Puma des Sportartikel-Herstellers erfand, war von Allies Sammelleidenschaft so angetan, dass er auf Anhieb ein Porträt von ihm zeichnete. Von nun an saß Frank Allies mit den vielen von Bubec karikierten Prominenten in einem Boot. Kein Wunder, dass das Verlangen in ihm immer stärker wurde, alle Größen, die sein Heim am Jaudesring zieren, einmal persönlich zu begegnen. „Denen bin ich nachgereist und habe viel Zeit dafür geopfert, es war wie eine Sucht“, erinnert er sich. Als Autogrammjäger war der Wahl-Wörishofer auf Parteitagen und politischen Veranstaltungen ziemlich erfolgreich.

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Die Großen aus Politik und Wirtschaft signierten bereitwillig ihre Konterfeis. „Die Bodygards ließen mich durch, die machten mir keine Schwierigkeiten, berichtet Allies. Von jedem seiner prominenten „Kunden“, von denen er eine Unterschrift ergatterte, weiß er eine Geschichte zu erzählen. So lernte er auf dem Flug von Hamburg nach Frankfurt Elke Heidenreich kennen. Die Schriftstellerin und Kabarettistin schenkte ihm ein Buch mit der Widmung: „Für den netten Mann von nebenan darf‘s ein bisschen mehr sein“.

Ebenfalls über den Wolken versprach ihm der damalige ZDF-Nachrichtenmann und heutige Regierungssprecher Steffen Seibert, bei der Heute-Sendung am Abend kurz für seine Frau zu blinzeln. Gerne erinnert sich Allies auch an eine Begegnung mit Kardinal Marx in Berlin. Der Oberhirte prostete ihm mit einem Glas Rotwein zu und scherzte „Die Roten müssen vertilgt werden.“ Unvergessen auch ein Treffen mit dem damaligen Außenminister Joschka Fischer, dem Allies seinen Füllfederhalter lieh und der ihn daraufhin ermahnte „Frauen und Füller verleiht man nicht“.

Daneben nahm Allies als CDU-Wahlmann 1994 an der Kür von Bundespräsident Roman Herzog teil und lernte Franz Josef Strauß bei einem Bundesparteitag näher kennen.

Einmal in Fahrt gekommen schwelgt der Wahl-Wörishofer nur so in Erinnerungen. Er hat keine Gelegenheit ausgelassen, um mit Politgrößen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Zu Kanzlerin Angela Merkel, zu den Ministern Thomas de Maizière, Wolfgang Schäuble und Bruder „Johannes“, sprich Bundespräsident Johannes Rau.

Frank Allies hatte nie Berührungsängste. Auch nicht mit den Kommunalpolitikern der Kneippstadt, wo er als Mitglied des Heimat- und Volkstrachtenvereins „Alpenblick“ viele Freunde hat und bekannt ist, wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Albert Wanner, Josef Fischer und Klaus Holetschek zählen zu seinem Freundeskreis. Auch in Wörishofer kirchlichen Kreisen ist der Karlsruher „Einwanderer“ kein Unbekannter. Hat er doch als Kanzler des Deutschen Ritterordens St. Georg, seinen Freund, den verstorbenen Stadtpfarrer Rudolf Gaißmayer in Lichtenstein zum Ritter geschlagen.

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