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Salgen

26.07.2019

Mit der Drohne übers Feld, um Leben zu retten

Fast ein bisschen bedrohlich wirkt die Drohne mit normaler Kamera und Infrarotkamera. Doch in Wahrheit rettet sie Tierleben.
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Fast ein bisschen bedrohlich wirkt die Drohne mit normaler Kamera und Infrarotkamera. Doch in Wahrheit rettet sie Tierleben.
Bild: Ulla Gutmann

Maschinenring und Futtertrocknung informieren über die Nutzpflanze Luzerne und moderne Technik für besondere Rettungsaktionen.

Was hat die Luzerne als Ackerpflanze mit einer Drohne mit Wärmebildkamera zu tun? Beide waren Thema einer Veranstaltung des Maschinenrings Allgäu-Schwaben und der Mindelheimer Futtertrocknung für Landwirte, Jäger und andere Interessierte in Salgen.

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An zwei Stationen wurden zunächst der Anbau und die Ernte der Luzerne erklärt. Franz Wörle aus Landsberg, Pflanzenbauberater beim Erzeugerring, informierte über die blau blühende Pflanze, die extrem eiweißhaltig ist und besonders viel Stickstoff bindet. Die Wurzeln reichen bis tief in den Boden, sodass die Luzerne – außer in der ersten Wachstumsphase – Trockenheit gut übersteht und zudem die Bodenqualität verbessert.

Frische Luzerne schmeckt auch Kühen, war in Salgen zu erfahren

Vor der Ansaat sollte der Boden mit Gülle angereichert werden, danach sei Gülle tabu, so Wörle. Weiter empfahl er Düngung mit Schwefel und Kali und auch Bor – allerdings in kleiner Menge und nur mit genügend zeitlichem Abstand zur Ernte, denn Bor ist giftig. Pflanzenschutzmittel seien bei der Luzerne nicht nötig.

Mit der Drohne übers Feld, um Leben zu retten

Da die Blätter abfallen und zerbröseln, sobald das Kraut trocken ist, sollte die Pflanze nach dem Schnitt zu Ballen gepresst werden oder gemischt mit Gras oder Mais in die Silage als Futtermittel gemischt werden. Frisch schmeckt die Pflanze auch Zucht- oder Mastschweinen und Kühen. Ein paar Blätter am Stängel und Verzweigungen helfen nach dem Mähen beim erneuten Wachstum. Zweimal im Jahr sollte die Pflanze schon etwas blühen bei der Ernte, es sollte nicht zu oft gemäht werden, sonst dünne der Bestand aus.

Nach all diesen Infos und der Demonstration von zwei großen Traktoren mit Mähwerk erklärte Manuel Kuhn aus Günzburg den Einsatz seiner Drohne, die helfen soll, Tierleben zu retten. Denn vom Boden aus sind etwa Rehkitze, die gerade mitten im Feld liegen, so gut wie gar nicht zu sehen: Das Mähen ist deshalb lebensgefährlich für die Tiere. Aus 70 bis 80 Metern Höhe erfasst die Drohne jeweils einen Bereich von 40 Metern. An ihr ist eine Infrarotkamera angebracht, die lebende, warme Wesen erkennt, zudem noch eine normale Kamera, mit der Luftaufnahmen, etwa zu Wildschäden gemacht werden können.

In Salgen wird gezeigt, wie eine Rettungsaktion mit der Drohne funktioniert

Denn im Feld seien oft nicht nur Rehkitze, sondern auch Hasen oder Wildschweine verborgen. Bei der Demonstration in Salgen legte sich ein Hund ins Feld. Auf dem Bildschirm war deutlich ein rotes Gebilde zu sehen. Laut Manuel Kuhn lerne man mit der Zeit, zu erkennen, um welches Tier es sich handelt.

Bei solchen „Rettungsaktionen“ vor dem Mähen müssen immer mindestens zwei Personen dabei sein, denn einer muss ins Feld. Über die Rehkitze wird dann beispielsweise eine Obstkiste gestülpt und diese beschwert. Nach dem Mähen werden die Tiere wieder freigelassen.

Anja Gäble aus Lauben, Franz Schmid aus Burgau und Anton Mettenleiter aus Ichenhausen sahen sich die Vorführung an. Alle drei besitzen selbst Drohnen mit Wärmebildkameras. Die Vermeidung von Wildunfällen beim Mähen liegt ihnen persönlich am Herzen und sie lassen ihre Drohnen meist in den frühen Morgenstunden kostenlos fliegen. Manchmal bekommen sie eine Spende – doch die geht dann schnell, bei der nächsten Reparatur drauf, wie Anja Gäble zugab.

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