Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Mit großem Herzen und weitem Geldbeutel

Jubiläum in Mindelheim

28.11.2017

Mit großem Herzen und weitem Geldbeutel

Drei Laudatoren und drei Geehrte (v. l.): Richard Laeverenz, Dr. Berndt Michael Linker, Thomas Riederle, Cäcilia Ehnert, Andreas Straub und Stephan Winter.

 Der Freundeskreis Alt-Mindelheim hat allen Grund zu feiern. Und er tut es auch.

Der Anfang war ein trauriger. Der frühere Stadtrat David Maier sah von seinem Arbeitsplatz aus, der Volksbankfiliale, tagtäglich den maroden Marienbrunnen im Herzen der Altstadt. Das war Mitte der 60er Jahre. Für Maier war das der Anstoß, Mitstreiter um sich zu scharen mit dem Ziel, Mindelheimer Kulturdenkmäler zu erhalten. Letztlich waren es Karl Spies, Maria Riebel und David Maier, die zunächst unter dem Dach der Mindelonia, kurz danach 1967 eigenständig, den Freundeskreis Alt-Mindelheim ins Leben riefen. Am Samstagabend feierte der Verein mit einem Festakt sein 50-jähriges Bestehen im Forum Mindelheim.

Manfred Schmid als langjähriger Vorsitzender des Freundeskreises erinnerte an die Anfänge des Vereins, der es verstand, den Lokalstolz der Mindelheimer in Spendenfreude zu verwandeln. 102 000 D-Mark kostete die Rekonstruktion des Marienbrunnens durch Georg Bayer. Rund 40 Prozent davon steuerte der Freundeskreis mit Spendengeldern bei.

Im Laufe der Jahre summierte sich der Spendenbetrag für den Erhalt Mindelheimer Kultur- und Kunstgegenstände auf 550 000 Euro. Ob Burgfried, Einlasstor, Unteres Tor, Oberes Tor, Mindelburg, Gefängnisturm, Alte Fronfeste oder Katharinenkapelle, St.-Georgs-, Herrgottsruhkapelle oder Eichetkapelle – bei all diesen Sanierungen hat der Freundeskreis erhebliche Mittel beigesteuert.

Gebündelte Liebe zur Heimatstadt

Bürgermeister Stephan Winter, der zugleich Protector des Vereins ist, betonte, dass so manches Denkmal dank der Initiative des Vereins vor dem Zerfall bewahrt werden konnte. Vor allem aber wirke der Freundeskreis seit 50 Jahren ideell. „Sie bündeln die Liebe zur Heimatstadt“, sagte Winter den rund 80 Festgästen aus Gesellschaft, Politik und Vereinen.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) sagte, eine Stadt könne sich glücklich schätzen, wenn sie Bürger hat, die sich so engagieren. Stracke sprach von den Ideenreichen, den Zeitreichen und den Geldreichen, die sich im Freundeskreis einsetzten.

Drei Persönlichkeiten, die sich für Mindelheims Kulturgüter einsetzen, wurden mit der goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet.

Dr. Berndt Michael Linker wurde für sein epochales Werk „Mindelheim im 20. Jahrhundert“ geehrt. Der Vorsitzende Richard Laeverenz betonte, das Werk sei hochgelobt und viel beachtet worden.

Cäcilia Ehnert ist eines der ältesten Mitglieder des Freundeskreises. Seit 47 Jahren spendet sie großherzig, betonte Laudator Thomas Riederle.

Dekan Andreas Straub kümmert sich in vorbildlicher Weise nicht nur um die Seelsorge, sondern auch um den Erhalt kirchlicher Kunstdenkmäler, betonte Laudator Stephan Winter. Dekan Straub gab den Dank zurück. Ihn sporne der Einsatz des Freundeskreises an.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch das Blechbläser-Quintett der Stadtkapelle Mindelheim und den Projektchor „Must have“ der Sängervereinigung.

Prof. Katinka Temme von der Hochschule Augsburg hielt den Festvortrag. Sie stellte Studentenarbeiten über Mindelheim vor. Die Gruppe hatte sich vor zwei Jahren die Kreisstadt angesehen und Ideen entwickelt, wie sich die Altstadt weiter entwickeln könnte.

Grundsätzlich sagte Temme, Gestaltung habe viel mit Identität zu tun. Die Grundhaltung müsse sein, „liebe deine Stadt“. Es sei zwar nicht alles perfekt, aber sie sei liebenswert. Die Studenten schlugen unter anderem vor, Wohnformen in Bezug zu den Fließgewässern zu entwickeln. Neue Nachbarschaften sollten sich bilden. Es sei immer schwieriger, Leute dazu zu bewegen, in der Stadt zu wohnen. Wie man das ändern könne, darüber lohne sich das Nachdenken.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren