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Innenstadt

23.02.2018

„Momo“ baut um

Moritz Zielke alias „Momo Sperling“ aus der Lindenstraße in Aktion – allerdings nicht vor der Fernsehkamera, sondern im neuen Weltladen.
Bild: Helmut Bader

Passanten dürfen ihren Augen ruhig trauen: Wer da am neuen Weltladen von Bad Wörishofen werkelt, ist kein Geringerer als der Star der Kult-Fernsehserie Lindenstraße

Da reiben sich auch Passanten verwundert die Augen. Nanu? Das ist doch...? Genau, er ist es: Momo Sperling aus der Kult-Fernsehserie „Lindenstraße“, live und in Farbe bei der Arbeit in Bad Wörishofen. Allerdings sind in der Kneippstadt keine Dreharbeiten im Gange, sehr zur Enttäuschung der Serienfans. Moritz Zielke, wie „Momo“ mit bürgerlichem Namen heißt, richtet ein – den neuen Weltladen an der Bürgermeister-Stöckle-Straße. Ein Fernsehstar beim Regale aufbauen: das ist nicht alltäglich. Doch wer Moritz Zielke kennt, der findet das plötzlich gar nicht mehr so überraschend. Denn der TV-Star hat schließlich nach seinem Abitur 1993 neben der Schauspielerei auch Design studiert und später zusammen mit der GEPA, dem Zulieferer der Eine-Welt-Waren, ein Ladensystem entwickelt, mit dem inzwischen viele Weltläden ausgestattet werden. So kam es, dass Zielke nun plötzlich in Bad Wörishofen steht, wo er zusammen mit zwei Kollegen eifrig daran arbeitet, dem neuen Laden ein schönes Gesicht zu geben.

Vielleicht hätte es ja auch gar niemand gemerkt, dass da ein bekannter Schauspieler vor sich hinwerkelt. Die Arbeit machte allerdings hungrig und so landete Ziekke auf Empfehlung im Gasthof Rössle. Dort spätestens war es mit der Anonymität vorbei. Rasch sprach ihn eine Bedienung an; treue Lindenstraße-Fans gibt es eben überall. Wenig später durfte sich der Schauspieler schon ins Gästebuch eintragen.

Wie aber passt der Designer zur Schauspieler-Karriere? „Die Schauspielerei ist bei uns zu Hause schon in der dritten Generation verankert“, berichtet Moritz Zielke im Gespräch mit unserer Zeitung. „Schon in der Schule spielte und machte ich gerne Musik. Aber zur Lindenstraße führte mich dann der Zufall, und das direkt vom Schulhof weg.“ An Zielkes Schule war auch „Benny Beimer“ alias Christian Kahrmann. „So gab es einen Kontakt, sodass öfter jemand von den Schülern in der Serie mitwirken durfte“, verrät Zielke. „Das ist zwar inzwischen schon 26 Jahre her.“ Aber Zielke ist der Serie treu und – mit Pausen – immer wieder mit von der Partie. Zurzeit kommt seine Rolle des „Momo Sperling“ im Drehbuch nicht vor. Deshalb kann sich Zielke um andere Projekte kümmern, wie eben um die Weltläden. Wie es mit „Momo“ weitergeht, weiß auch Moritz Zielke nicht genau und dürfte es auch nicht verraten. „Ich hoffe jedenfalls, dass der Momo wieder einmal auftaucht“, sagt er. Das hoffen sicher auch die treuen Fans des Mannes mit der langen Dreadlock-Mähne.

Beruflich ging es Moritz Zielke vor allem jedoch um die Nachhaltigkeit. Er baute sich in Köln ein Design-Studio auf und die Ausstattung für die Eine-Welt-Läden werden in den Werkstätten den Bethel´schen Stiftungen produziert. Dies passt offensichtlich ganz gut zu seiner Lebenseinstellung.

Daneben kann er seinen beiden Leidenschaften frönen: Einmal etwas für die ärmeren Länder der Welt tun und dennoch die Schauspielerei, die er zuerst nach dem Abitur für zehn Jahre intensiver betrieb, auch weiterhin nicht ganz zu vernachlässigen.

Immerhin spielte er schon in jungen Jahren im Mehrteiler „Kinder als Reporter“ bei Radio Bremen mit und war als „Heiko Hermann“ beim WDR in den „Geschichten aus der Heimat“ zu sehen.

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