Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Musik-Geschichten im Duett

Konzert

06.12.2019

Musik-Geschichten im Duett

Zufrieden und dankbar blickte der Schutzherr von Mindelheim (1713 - 1723) Fürst John Churchill von Marlborough auf die beiden „Spielleute“ Christoph Riedlberger und Ulrich Busch, die mit Querflöte und Gitarre dem Publikum einen wunderbaren Abend bereiteten.
Bild: ah

Christoph Riedlberger und Ulrich Busch wecken im Silvestersaal Emotionen

In ihrer neuen CD „Histoires“ erzählen Flötist Christoph Riedlberger und Gitarrist Ulrich Busch, wie sie Musik persönlich verstehen. Einen Ausschnitt präsentierten sie jetzt im Mindelheimer Silvestersaal.

Das Programm umfasste Werke aus zwei Jahrhunderten: Zu Beginn und nach der Pause waren zwei Barocksonaten von Carl Philipp Emanuel (1714 - 1788) und seines Vaters Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) zu hören. Beide sind höfische Stücke mit brillanten Flötenpassagen und einer Begleitung durch die Gitarre. Hier zeigte sich bereits das hohe technische Können Riedlbergers und die einfühlsame, nicht minder schwierige Umsetzung des Cembalo-bzw. Orchesterparts durch Ulrich Busch. Riedlberger, ein gebür-tiger Mindelheimer, arbeitet eng mit Radio Bremen zusammen, wo er Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen sowie CD-Produktionen erstellt. Busch lehrt an Musikhoch-schulen.

Der zweite Block gehörte den französischen Tonsetzern des 19. und 20. Jahrhunderts, die eine typische gemäßigte moderne Kompositionstechnik mit südfranzösischem Flair auszeichnet: Fließende, pochende Tonpassagen wechseln mit arpeggioartigen Flötensprüngen ab. Die bekanntesten Vertreter sind Gabriel Fauré (1845 - 1924), Francis Poulenc (1899 - 1963) und Maurice Ravel (1875 - 1937). Zu hören waren deren Tanzstücke und Pièces, die die Musiker gekonnt interpretierten.

Musik-Geschichten im Duett

Nahtlos war der Übergang zur lateinamerikanischen Folklore mit dem Brasilianer Heitor Villa-Lobos (1887 - 1959) und dem Argentinier Astor Piazolla (1921 1992) im zweiten Teil des Konzertes. Kennzeichnend ist eine Unterhaltungsmusik mit rhythmischer Gitarrenbegleitung.

Als dritter Schwerpunkt sollen noch drei Werke erwähnt werden, die aus der Art fielen: Zunächst die moderne Adaption eines fernöstlichen Volksliedes für Gitarre, bearbeitet von Yocoh Yuquijiro (*1925) „Sakura“, dessen Thema und vor allem die Variationen für Gitarre solo in ihren klirrenden Passagen meisterhaft von Busch umgesetzt wurden. Dann noch eine klassische mozartähnliche Adaption aus den „Grand Duetto concertante“ des Gitarristen Mauro Giuliani (1781 - 1829), der auch das Zupfinstrument, das hier neben der Flöte seine eigene Rolle spielte, forderte. Zuletzt noch das „Ständchen“ (Adaption von Theobald Böhm), der versuchte, das liebliche „Leise flehen meine Lieder“, also eine Singstimme mit Begleitung umzuwandeln. Die beiden Interpreten, bereiteten dem Publikum einen wunderbaren musikalischen Abend, der erst nach einigen Zugaben endete. (ah)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren