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Bad Wörishofen

01.01.2021

Musik im Blut und in der Stimme

2020 war ein besonderes Jahr für sie: In der Fernsehshow „The Voice of Germany“ ließ Musikschullehrerin Alexandra Jörg aufhorchen.
Foto: Maria Schmid

Plus Die Bad Wörishofer Musikschullehrerin Alexandra Jörg sorgte beim TV-Gesangswettbewerb für Aufsehen. Trotzdem hat sie ganz bescheidene Pläne.

Es war für Alexandra Jörg ein langer, weiter Weg vom Einödhof, einem Bauernhof im Oberallgäu bei Wengen, bis in die Schule. Ihre Lieblingsbeschäftigung unterwegs war, wie konnte es anders sein: das Singen.

Vom "Vogelkind" zum bewunderten Star bei "The Voice of Germany"

Hier störte sie die Gäste nicht, die zu Hause auf dem Hof erholsame Urlaubstage verbrachten, denn sie sang immer, auch im Stall bei den Kühen. Als 7-jährige hatte Alexandra in der Schule die Hauptrolle im Singspiel „Vogelhochzeit“. Sie sang sich als Vogelkind bereits damals in die Herzen der Besucher. Als bewunderter Star sang sie 36 Jahre später für Millionen Zuschauer bei der SAT 1-Show „The Voice of Germany“ und schaffte es, mit ihrer Stimme in den vielfältigsten Nuancen zu begeistern.

Ihr erstes Lied war „Die Kleptomanin“ von Friedrich Holländer (1931) und brachte damit etwas „Kultur ins Programm“, so ihr Coach Mark Forster. Passend zum Auftritt: „Schon als Mädel war ich immer so erregt. Lag was da, was einer achtlos hingelegt. Immer gab’s durch den Körper einen Riss und dann stahl ich einmal das und einmal dies…Ach, wie mich das aufregt!“ Doch Alexandra Jörg musste nichts stehlen. Alles war echt und professionell, denn sie singt bei ihren vielen Auftritten sehr versiert in verschiedenen Gesangsgenres.

Doch der Weg der 43-jährigen Sängerin und Lehrerin mit der unglaublich sanften und auch kräftigen Stimme wird weiter gehen. Auf jeden Fall erfüllte sich der schon als kleines Mädchen geträumte Traum für die Menschen zu singen.

Alexandra Jörg besuchte die Realschule und später das Hildegardis Gymnasium in Kempten. Sie machte die jeweiligen Abschlüsse zur Mittleren Reife 1993 und das Abitur 1996. Sie erinnert sich und sagt: „Ich war gut in Naturwissenschaften. Für Musik hatte ich nicht die richtige Vorbildung. Ich hatte keinen Klavier- und Gesangsunterricht. Also studierte ich Biologie mit Diplom (1996) in Konstanz.

Da mich die Musik nicht losließ, nahm ich Blockflötenunterricht, lernte mit elf Jahren Gitarre spielen und ab dem 15. Lebensjahr Stubenmusik, bei der ich die Leitung übernahm. Dass ich in den jeweiligen Schulchören als Solistin auftrat, machte mir besonders viel Freude. Es konnte nie genug sein.“ Sie sang bei einer Irish Folk Band (Tunefish) und später beim Vocalensemble „Vocalgourmets“, einem Doppelquartett mit Schwerpunkt Alte Musik, bei dem teilweise auch achtstimmig gesungen wurde.

Als Musikschullehrerin in Bad Wörishofen tätig

Zu den „Vocalgourmets“ kam sie, weil sie ein Gesangsstipendium bei einer Gesangslehrerin in Konstanz erhalten hatte. Sie ging an die Berufsfachschule Krumbach und machte ein künstlerisches und ein pädagogisches Aufbaujahr. Nach dem staatlichen Abschluss im Bereich Musik und der daran anschließenden Lehrtätigkeit an Gymnasien, Realschule und Musikschule ist sie als Chorleiterin und vor allem als Sängerin tätig. In diesem Genre hat sie sich inzwischen selbstständig gemacht.

Welche Musikrichtung ihr am meisten liegt? Nun, das könne sie kaum beantworten, lacht sie: „Mein Favorit ist immer genau das Genre, welches ich gerade singe. Da bin ich dann Fan. Ich glaube, ich brauche einfach die Abwechslung.“ Zu den Genres gehören Soul, Musikkabarett, Pop, Chanson, Filmmusik, aber auch Jazz, Blues, Musical, Rock, Klassik und die alpenländische Musik.“

Beim Jazz erwähnt Alexandra Jörg vor allem die Irmgard Seefried Sing- und Musikschule Bad Wörishofen. Und das nicht nur, weil sie dort als Lehrkraft Gesangsunterricht gibt, sondern weil sie bei den Auftritten mit der JazzKur Big Band Bad Wörishofen mit Bandleader Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer bei den Konzerten viele Erfolge feiert. „Diese Band ist echt cool!“

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Wenn sie dann unter anderem singt „Ich will keine Schokolade“, den Erfolgsschlager von Trude Herr, da bleibt kein Auge trocken. Die Gäste sind total begeistert. Das, so Alexandra Jörg, bekäme sie nur selten mit, denn wenn sie singe, sei sie voll konzentriert und nehme das Publikum kaum wahr. Doch nun ging auch der Traum, der seit rund zehn Jahren reifte, in Erfüllung. Sie sang in der Talentshow und schaffte auch das „Battle“.

Gewiss schafft sie es auch, dass ihr kleiner Kater, den sie im Sommer geschenkt bekam, so zu erziehen, dass aus dem inzwischen stattlichen Kater „Kunibert der Schöne“ ein „Luzifer der Zerstörer“ und trotz seiner Zerstörungswut das „Bobbelchen“ zum lieb haben wurde. Für das Jahr 2021 erhofft sich Alexandra Jörg: „… dass ich ganz viel singen und als Sängerin weiter Fuß fassen kann, dass das mit der Selbstständigkeit klappt und sich vielleicht der eine oder andere ‚Singtraum’ erfüllt und dass ich weiterhin viele verschiedene Genres singen darf. Ich hoffe, dass alle meine Lieben und ich selbst gesund bleiben, wir viel schöne Zeit miteinander verbringen können und dass mir mein Kater Luzifer erhalten bleibt und mein Inventar künftig schont!“

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