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Liederabend

18.06.2015

Musikalische Prachtstücke

Beim Liederabend im Zedernsaal stellten Sopranistin Monika Eder und Pianist Gerold Huber vor allem Stücke in den Mittelpunkt, die von Frauen komponiert wurden. Dafür gab es Bravorufe und heftigen Applaus vom Publikum.
Bild: sid

Monika Eder und Gerold Huber begeistern im Zedernsaal

Es war eines dieser Konzerte mit unglaublicher Aussagekraft – der Liederabend mit Sopranistin Monika Eder und dem Pianisten Gerold Huberim im Rahmen der Fuggerschlosskonzerte.

Im Mittelpunkt standen Komponistinnen. Sie seien, so Huber in seiner Einleitung, im 19. Jahrhundert fast immer im Schatten ihrer komponierenden Männer oder Brüder gestanden. Und das ganz zu Unrecht, wie sich im Laufe des Abends herausstellte.

Bei diesem romantischen Konzert verband sich die Lyrik großer Schriftsteller mit namhaften Komponisten zu einer wunderbaren Symbiose. Die klare Sopranstimme von Monika Eder und das sie begleitende perfekte Klavierspiel von Huber sorgten für einen ungewöhnlichen Hörgenuss.

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Monika Eder sang die Lieder nicht nur, sie spielte sie mit ihrer lebhaften Mimik, in der sich Kummer, Leid, aber auch größte Freude ausdrückte. Ihre klare Ausdruckskraft und Sprache ließ die Gäste jedes Wort aufnehmen. Lyrik von Hoffmann von Fallersleben „Liebe und Frühling“ oder „Meine Liebe ist grün“, getextet von Felix Schumann, dem Sohn von Robert und Clara Schumann, vertonte kein Geringerer als Johannes Brahms (1833-1897). Clara Schumanns (1819-1896) Kompositionen waren schon zu ihren Lebzeiten eine Ausnahme in den Salons und Konzertsälen. Sie spielte sie eigentlich „nur“ für ihren Eigenbedarf. Zum Glück zeigen die Überlieferungen, mit welcher Virtuosität ihre Werke vorgetragen werden müssen.

Darunter hörten die Gäste bei diesem „Privat“-Konzert, wie Fürstin Angela Fugger von Glött es bei der Begrüßung nannte, so großartige Vertonungen der Lieder „An einem lichten Morgen“, „Am Strande“ von Robert Burns und die „Lorelei“ von Heinrich Heine. Diese hochdramatische und emotionale Komposition zeigte nicht nur die große Virtuosität der Komponistin sondern auch die von Monika Eder.

„Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!“ Wer kennt nicht die Ballade „Mignons Klage“ von Johann Wolfgang von Goethe? Oder seinen überaus glücklichen Ruf „Sie liebt mich! Sie liebt mich! Ja! Sie liebt mich!“ Josephine Lang (1815-1880) setzte diese Texte grandios in Noten um. Goethe hatte an diesem Abend einen ganz großen Part. Auch bei den Liedern von Fanny Hensel (1805-1847) waren es seine Gedichte „Wanderlied“, „Erwin“ und „Dämmerung senkte sich von oben“, die sie so großartig vertonte. Schließlich war es Franz Schubert (1797-1828), der den Reigen der Werke dieses Liederabends vollendete. Darunter erklangen „Delphine“ von Wilhelm von Schütz ebenso wie „Das Mädchen“ von Friedrich Schlegel. Mit „Ungeduld“, einem Gedicht von Wilhelm Müller und dem wunderbaren Text „Ich schnitt es gern in alle Rinden ein – Dein ist mein Herz! … und soll es ewig, ewig bleiben.“ Eine Steigerung der Leistungen von Monika Eder und Gerold Huber konnte es kaum geben. Dieses Lied begleitete die Gäste weiter in den Frühlingsabend. Heftigster Applaus und Bravorufe waren den beiden Künstlern gewiss.

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