Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Musikalischer Glücksfall für zwei

02.06.2009

Musikalischer Glücksfall für zwei

Bad Wörishofen (iss) - "Pfingsten mit Gunther Emmerlich": Die Idee für diese Konzertreihe hätte vom Heiligen Geist selbst stammen können. Gab der bekannte Sänger und Moderator doch zum Auftakt eines dreitägigen, hochkarätig besetzten Festivals in St. Justina ein beeindruckendes Kirchenkonzert. Gleichsam wie an einer Kette fädelte der "Strahlemann im Frack" die Perlen geistlichen Liedgutes auf. So machte das Programm auch Martin Luthers Lobeshymne auf die Musik alle Ehre.

Es erklangen vorwiegend Werke aus Barock, Klassik und Romantik. Arien, Choräle und Spirituals aus tiefem Glauben für Gläubige komponiert. Gunther Emmerlichs Interpretationen aus berühmten Orationen wie Mendelssohns "Elias" oder Rossinis "Messe Solonelle" sowie Mozarts "Ave verum" wurden allgemein als großer Hörgenuss empfunden. Mit tiefer, wendiger und fülliger Bassstimme ließ der Fernsehstar frei nach Beethoven "die Himmel des Ewigen Ehre rühmen" und verschaffte auch dem "Panis angelicus" Gehör. Dazwischen, wie man es aus dem Fernsehen kennt, freundliches Geplauder über Musik, die Welt, bekannte und weniger bekannte Komponisten, deren Zeitgenossen und die Frauen.

Dann wieder von den Pulten die Höhepunkte geistlicher Musikliteratur. "Du bist der Ehren König" aus dem Dettinger Te Deum und das "Lobe den Herren" in drei Variationen. Es ist schon ein echter Ohrenschmaus, wenn Emmerlich Raum füllende Stimmkraft verströmt und sich auch auf dem Terrain Gospel und Spiritual ("Schön ist der Morgen", "Go down Moses", "Noah" und "Amazing grace") sicher und vielseitig bewegt. Außer Vokalwerken mit obligater Trompetenbegleitung war auch reine, von alten Meistern wie Vivaldi und Corette komponierte Instrumentalmusik (Cello, Trompete und Orgel) vertreten. Gunther Emmerlich trat in St. Justina mit seinen Begleitern aus früheren Zeiten an der Semperoper in Dresden auf: mit dem Solotrompeter Kurt Sandau, dem Organisten Klaus Bender und der Cellistin Sabina Herzog, die auch als Sopran-Solistin viel Beifall bekam.

Klar, dass dieser Konzertabend nicht ohne Zugaben ausklang. Da griffen die Künstler noch mal tief in die Perlenkiste. Sie verabschiedeten sich mit dem "Ave Maria" von Schubert, der Weise "Jesus bleibet meine Freude" und dem Gospel "When the Saints Go Marching in" von einem restlos zufriedenen Publikum.

Musikalischer Glücksfall für zwei

Ein musikalischer Höhepunkt jagte den nächsten. Am Samstagabend stand Gunther Emmerlich mit Weltstar Deborah Sasson auf der Bühne im Kursaal. Das Publikum erwartete ein Fest der schönen Stimmen und wurde nicht enttäuscht. Der "brummige" Bass des Dresdner Sängers und der lupenreine Sopran der Bostoner Solistin war ein echter "Glücksfall für zwei". Mit Lied-, Opern- und Musicalduetten waren die beiden herausragenden Künstler der Liebe auf der Spur.

"Oh wunderbare Harmonie - was er will, will auch sie." Alles begann mit einem Mendelssohn-Duett voller Glück und Harmonie. Dem folgte der uralte Kampf der Geschlechter wortreich und witzig auf dem Fuße und streute gehörig Pfeffer zwischen die Lieder von Haydn, Schuhmann und die Opernarien von Mozart und Smetana. Aus Dialogen entwickelten sich spitzfindige und scharfe Wortgefechte. In aphoristischer Kürze schlugen gleich Raketen witzige Pointen ein und führten zu einem Schlagabtausch zwischen Mann und Frau. Dabei blieb die charmante Sopranistin mit der klassischen Gesangsausbildung ihrem wortgewandten, voluminösen Partner nichts schuldig. Das Publikum amüsierte sich köstlich und lachte über Bonmots, wie "Die Liebe ist das Licht auf Erden, die Ehe eher die Stromrechnung" oder "Männer in den besten Jahren haben die guten schon hinter sich". Nach so viel Zank und Streit war die Versöhnung doppelt schön und Emmerlich trug Deborah Sasson gar auf Händen.

Der Opernmacho und das emanzipierte Blondchen

Nach der Pause gerieten Opern-Macho "Osmin" und das emanzipierte Blondchen nochmals hart aneinander, bevor mit Ohrwürmern aus "Porgy and Bess", "Showboat" und "Anatevka" die Liebe endgültig siegte. Mit dem Duett "As time goes by" (Jede Zeit geht vorbei) aus der Filmmusik "Casablanca" wollten die beiden Stars den Abend besinnlich ausklingen lassen, hatten jedoch die Rechnung ohne ihre Fans gemacht. Erst als Eliza Doolittle, aus "My Fair Lady" begriffen hatte "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen", waren alle zufrieden und auch Rossinis Katzen "quietschten" vor Vergnügen im Duett.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren