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Kirchheim

11.07.2018

Musikalität, die mitreißt im Kirchheimer Zedernsaal

Simon Luethy ist erst 18 Jahre alt. Im Zedernsaal bewies er an der Violine, dass Talent keine Frage des Alters ist.
Bild: Tina Schlegel

Das Augsburger Kammerorchester überzeugt im Kirchheimer Zedernsaal. Was der Solist Simon Luethy mit Mozart zu tun hat.

Ein nahezu voll besetzter Saal erwartete das Augsburger Kammerorchester im Schloss Kirchheim. Das Programm: das Violinkonzert in A-Dur von Mozart und die Symphonie G-Dur „Mit dem Paukenschlag“ von Haydn. Das A-Dur Violinkonzert von Mozart, ohne den es in einem Konzert ja nicht gehe, scherzte Dirigent Bernd-Georg Mettke in seiner Anmoderation – „irgendein Mozart ist eigentlich immer dabei“ –, ist das letzte von Mozarts Violinkonzerten und gleichzeitig sein reifstes, obgleich Mozart zum Zeitpunkt, als er es komponierte erst neunzehn Jahre alt war. Immerhin bot dies die ideale Überleitung, den erst 18-jährigen Solisten Simon Luethy anzukündigen und auf die Bühne zu bitten.

Simon Luethy ist einer dieser Musiker, die das berühmte Gesamtpaket mitbringen, auch wenn es freilich ein oft gebrauchter Begriff ist, so trifft er doch im Fall Luethys einmal mehr sehr genau.

Simon Luethy beeindruckte im Kirchheimer Zedernsaal

Sehr jugendlich wirkte er, als er auf die Bühne kam, von Mettke begrüßt wurde und beinahe schüchtern in den Raum lachte. Und dann perlt die letzte Jugendlichkeit von ihm ab, wenn er sich noch einmal die wilde Lockenmähne aus der Stirn streicht, und macht mit den ersten Tönen einer musikalischen Reife und Souveränität Platz, die mitreißt und absolut begeistert.

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Sein Spiel ist von einem tiefen Einfühlungsvermögen geprägt, sein Auftreten begleitet von einer starken und unprätentiösen Ausstrahlung. Ruhig steht er da, streicht sich lediglich die Locken aus der Stirn und wirkt durchweg ungeheuer in sich und der Musik ruhend. Großer Applaus holte ihn mehrfach auf die Bühne und Luethy gab noch eine Zugabe.

Moderiert wurde das Konzert in Kirchheim von Bernd-Georg Mettke

Nach der Pause kündigte Mettke die Symphonie Haydns an. Sie habe ungerechtfertigt viel Aufmerksamkeit allein aufgrund dieser Sache mit dem Paukenschlag, von dem ja immer noch nicht klar sei, ob Haydn ihn tatsächlich eingebaut habe, um das Publikum zu wecken, das leider im zweiten langsamen Satz dazu neige, nicht mehr zuzuhören oder gar einzuschlafen. Mettke erzählte noch die Anekdote von einer Aufführung in London zu Haydns Zeiten, als eine junge Frau in Publikum vor Schreck tatsächlich in Ohnmacht gefallen sein soll. „Im zweiten Satz kommt der Paukenschlag, nur damit sie sich darauf einstellen können“, betonte er lachend.

Ja, Mettke scherzt gern, er ist ohnehin ein Dirigent, der seine Souveränität aus einer beeindruckenden Leichtigkeit bezieht, der mit federnden Bewegungen sein Orchester leitet und immer wieder lächelt. Nicht oft wirkt die Zusammenarbeit auf der Bühne zwischen Dirigent und Orchester so beschwingt und unbeschwert, und dennoch höchst präzise. Nach dem Konzert wurde er nicht nur von dem begeisterten Publikum gefeiert, sondern auch von seinem Orchester.

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