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Jahreskonzert

29.11.2017

Musiker mit Leib und Seele

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„Die zwei Schlingel“ hieß das Stück, das Robert Mayer und Thomas Seibold auf ihren Hörnern spielten.

Mit viel Talent und Humor begeisterte die Kapelle in Stetten ihre Gäste

„Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben!“ Was Schlagzeuger Dietmar Fröhlich als letzte Zugabe sang, traf voll ins Schwarze. Für die 47 Musikerinnen und Musiker vom Musikverein Stetten ist die Musik ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie zeigten beim Jahreskonzert im Musikerheim eine vielseitige und großartige Leistung.

Sie setzten die Anforderungen, mit den vom einundzwanzigjährigen Dirigenten Jonathan Eberstein ausgesuchten Werken in hervorragender Weise um. Er ist Student für Musikpädagogik und Blasorchesterleitung in Augsburg. Dass er die Leitung der Blaskapelle in Stetten so kurzfristig annahm, ist seiner Studienkollegin Melanie Maria Warschun zu verdanken. Die eigentliche Dirigentin des Musikvereins absolviert seit August ein Praktikum in Palästina. Jonathan Eberstein übernahm somit übergangslos seit September das Dirigat. Der in Essen aufgewachsene junge Mann hatte sehr anspruchsvolle Literatur ausgesucht. Dass er mit schwarzem Anzug und Fliege auf die Bühne sprang, war für Anton Jall vom ASM eine humorvolle Bemerkung wert: Auch ein Dirigent aus Essen könne bei einer Musikkapelle im Allgäu Tracht tragen, halt so wie die Musikanten, so Jall. Wer weiß, vielleicht trägt er eine bei einem seiner nächsten Termine mit den Stettenern?

Überhaupt kam der Humor beim Konzert nicht zu kurz. Dafür sorgten die Moderatoren Peter Zech und Susanne Rietzler. Sie erläuterten, natürlich auf Schwäbisch „Was a Musiker alles sott!“ Er „sott pünktlich sei, gleichzeitig in d’Nota und auf’n Diriganta stiera, laut und leise unterscheida, ordentlich, fleißig und aufmerksam sei, dazu ein guater Kamerad, auf d’r Proba nix schwätza.“ Und dass alles mit einem passenden Zusatz in Reimen. „Doch s’wichtigste isch doch, er isch mit Leib und Seele dabei!“

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Und das waren sie alle, ansonsten hätten sie Kompositionen wie der „St. Florian Choral“, „Schmelzende Riesen“ oder „Salemonia“ nicht so perfekt interpretieren können, wie unter anderem „Die zwei Schlingel“, hervorragend von Robert Mayer und Thomas Seibold auf ihren Hörnern gespielt.

Immer wieder waren es Solisten oder einzelne Register, die besonders hervortraten. Beim „Imagasy“ von Thiemo Kraas entstanden bei den Gästen Bilder im Kopf, ganz frei nach ihrer Fantasie.

Alle fünf Schlagzeuger waren im Einsatz

Bei „Die Hexe und die Heilige“ ließ sich Steven Reineke vom Buch von Ulrike Schweikert zur gleichnamigen Komposition inspirieren. Die Geschichte erzählt von einem dunklen Kapitel des Mittelalters: den Hexenverfolgungen. In Ellwangen werden 1588 einer angesehenen Wirtsfamilie Zwillingsmädchen geboren. Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme. Sie lernt die dunklen Geheimnisse der Mächtigen kennen und wird zur Gefahr. Die Häscher der Inquisition rüsten zur Hexenjagd. Das sehr gelungene programmatische Werk verlangt fünf bis acht Schlagzeuger. Michael Häring, ein Vorsitzender des Vereins und aktiver Schlagzeuger sagte, das hätten sie so noch nie gehabt, dass alle fünf Schlagzeuger so in Anspruch genommen und ins Schwitzen gekommen seien.

Das Publikum honorierte das nicht nur mit kräftigem Applaus, sondern nahm das, wie die Musikanten, mit ganz viel Humor.

Ebenso anspruchsvoll waren „Batman“ und die „Highlights from Frozen“. Es war nicht die Eiskönigin, sondern Michaela Dreher, die für emotionale Minuten sorgte. Sie sang auch aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ das Lied „Gabriellas Song“ auf Deutsch.

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