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Jahreskonzert

28.11.2015

Musiker sorgen für Wärme in der kühlen Kirche

Mit einem ebenso anspruchsvollen wie abwechslungsreichen Programm begeisterten die Musiker in Apfeltrach ihr Publikum in der St. Leonhardskirche.
Bild: tisch

In Apfeltrach wurde dem Publikum schnell warm ums Herz. Dirigent Alfred Bauer geehrt

Trotz der winterlichen Temperaturen war die Kirche St. Leonhard beim Jahreskonzert in Apfeltrach voll besetzt. Die Gäste wussten wohl, dass ihnen bei der Musik schnell warm ums Herz werden würde. Und tatsächlich spielte die Temperatur schon bald gar keine Rolle mehr, denn die erste Hälfte des Konzertes war von solch außerordentlichem Tempo, die Stückeauswahl von Dirigent Josef Bauer so beeindruckend, dass wohl niemand an die Kühle im Raum dachte.

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Es begann klassisch mit einer Fanfare, die „New Festival Music“ von Markus Götz. Julia Mayer, die das Konzert moderierte, stellte die folgenden Stücke vor. Da war das überaus berauschende „Norway Impressions“ von Alfred Bösendorfer, das eine Reise durch Norwegen vorbei an Flüssen, Fjorden und Tänzern ist, voller Leben, voller Anmut. Anschließend folgte das vielleicht beste und auch anspruchsvollste Stück des Konzerts: „Panta Rhei“, ebenfalls eine Komposition von Götz, die er als Auftragsarbeit für ein kleines badisches Dorf geschrieben hat. Es bedeutet: Alles fließt und so fließen die Musik, aber auch die Zeit und symbolisieren den Fortgang der Geschichte dieses Dorfes. Hier finden sich neben wunderschön melodischen Passagen vor allem der Klarinetten und Querflöten auch sehr temporeiche und energiegeladene Momente etwa die Einkehr der Moderne im Dorf, da herrscht Aufregung in der Musik, geradezu spürbare Spannung, doch dann findet der Komponist immer wieder zu seinem Motiv zurück: „Panta Rhei“, alles fließt.

Bauer versteht es, die Spannung durch das ganze Stück zu halten und voranzutreiben und dann mit einem furiosen Schlusspunkt aufzutrumpfen.

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Ein weiteres Glanzstück war „Russian Waltz“ von Pavel Stanek. Die leichte Melancholie der Moll-Tonart im russischen Walzer gepaart mit dem kraftvollen Ausdruck des Orchesters, das Ganze im hohen Altarraum der Leonhardskirche, klangvoll und den Raum ausfüllend, man hätte tanzen wollen.

Für die „Florentischen Nächte“ hatten Carolin Bauer und Florian Fröhlich die tolle Aufgabe, mit ihren Trompeten, den Tango anzustimmen und mitten hinein in die Florentischen Nächte zu entführen.

Selbstverständlich gab es auch bei diesem Jahreskonzert Ehrungen. Geehrt wurden Carolin Bauer für ihre bestandene Bläserprüfung, Cornelia Herz für 20 Jahre Vereinstätigkeit und schließlich Alfred Bauer für herausragende 35 Jahre als Dirigent.

Als Geschenk erhielt er eine Auftragskomposition, der er noch einen Namen geben darf und die er mit seinem Orchester im nächsten Jahr uraufführen wird. (tisch)

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