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Kirchheim

23.05.2015

Nach 15 Jahren: Zeit für einen Wechsel

Jörg Seggelke (links) und sein Nachfolger Michael Werner.
Bild: René Lauer

Dirigent Jörg Seggelke legt sein Amt beim Blasorchester Kirchheim nieder. Grund ist auch ein Zwist mit der Gemeinde. Beim Pfingskonzert leitet bereits der Nachfolger

Manchmal sei es beim Blasorchester wie beim Fußball, sagt Jörg Seggelke. Ab und zu brauche man einen Trainerwechsel. So könne ein neuer Dirigent seinem Orchester etwa neue Impulse geben und andere Ideen einbringen, erklärt Seggelke, der das Blasorchester Kirchheim 15 Jahre lang betreut hat. In dieser Zeit konnte er mit seinen Musikern unter anderem mehrere Bezirkssiege erringen. „Jetzt ist einfach ein perfekter Zeitpunkt, das Orchester zu übergeben, weil es in einem sehr guten Zustand ist“, findet er. Seinen Nachfolger konnte der Verein um die Vorsitzende Theresa Deuring aus mehreren Bewerbern auswählen, eine Empfehlung gab es vom bisherigen Dirigenten natürlich auch. Die Wahl fiel letztendlich auch auf Seggelkes Wunschkandidaten, den Augsburger Michael Werner, den Jörg Seggelke schon seit vielen Jahren kennt. Beim Vordirigieren war den Verantwortlichen schnell klar: Die Chemie stimmt zwischen Werner und dem Orchester.

Seinen Einstand erlebte er jedoch schneller als gedacht. Wegen gesundheitlicher Probleme konnte Jörg Seggelke das Blasorchester zeitweise nicht mehr betreuen. Michael Werner sprang im vergangenen Oktober vom einen Tag auf den anderen ein und übernahm die Proben sowie die Vorbereitungen auf das Pfingstkonzert, das am Sonntag im Kirchheimer Zedernsaal gespielt wird. „Das war am Anfang schon ganz schön schwierig, da das Orchester und ich uns ja nicht kannten“ erinnert sich Werner. Trotzdem sei für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. „Symphonische Blasmusik, wie sie in Kirchheim gespielt wird, ist meine Lieblingssparte“, sagt Michael Werner, der zum ersten Mal ein Orchester der Höchststufe betreut. Von seinen Musikern ist er bereits total begeistert. „Hier herrscht eine sehr harmonische Stimmung und das Orchester spielt sehr konzentriert“, erklärt er. Auch im Nachwuchsbereich sei alles bestens. Dort gebe es viele talentierte Musiker, die aktiv dabei sind.

Auch wenn es musikalisch gut läuft, gibt es aber ein Problem, über das sich das Blasorchester schon lange ärgert. „Wir müssen seit Jahren in dieser Schimmelbude hier üben“, beschwert sich Jörg Seggelke. Gemeint ist das ehemalige Schulgebäude in Kirchheim, das neben einem Jugendzentrum auch die Musikräume des Blasorchester beherbergt. Seit Jahren versuche man mit der Gemeinde eine neue Lösung zu suchen, diese stelle sich aber quer. „Wir wären natürlich auch bereit, unseren Beitrag für ein neues Gebäude zu leisten“, sagt Seggelke. Nach 15 Jahren sei er des Kämpfens jedoch müde geworden und hatte deshalb geplant, sein Engagement als Dirigent in Kirchheim zu beenden. Ganz aus Kirchheim verschwinden wird er jedoch nicht. Sofern es ihm möglich ist, möchte Jörg Seggelke auch weiterhin mit seinem Horn im Kirchheimer Blasorchester spielen. Zum Abschied will er auf dem Pfingstkonzert, das unter dem Motto „Widerstand“ steht, außerdem noch ein Stück dirigieren.

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