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Leben im Alter

10.02.2018

Nachbarschaftshilfe kommt an

Im ersten Jahr steigt die Mitgliederzahl auf 136. Nun soll ein Sozialfonds her, denn es gibt ein Problem

Ein Jahr nach dem Startschuss zeigt sich: Der neue Nachbarschafts- und Seniorenhilfeverein Bad Wörishofen kommt bestens an. Die Zahl der Mitglieder stieg binnen zwölf Monaten auf 136. Der ehemalige Seniorenhilfeverein hatte 41 Mitglieder. Vorstandsmitglied Helmut Vater berichtet, dass im ersten Jahr bereits 26 Personen die Dienste des Vereins nutzen. Elf Helfer kümmern sich um sie. Dabei kamen bislang 614 Stunden zusammen. Manche engagieren sich besonders stark. So entfallen 350 Einsatzstunden allein auf einen Helfer, berichtet Vater.

Teuer sind die Dienste nicht. Allerdings habe der Verein um die Vorsitzende Michaela Bahle-Schmid schnell festgestellt, dass es nicht wenige Menschen in Bad Wörishofen gibt, die sich auch dies nicht leisten können. Diese versteckte Armut will Vater, der für die SPD im Stadtrat sitzt, nun zum Thema machen. „Diese Menschen gehen aus Scham oft nicht einmal zur Tafel“, sagt Vater. Der Nachbarschafts- und Seniorenhilfeverein „Bürger unterstützen Senioren“ will deshalb einen Sozialfonds gründen. Auf diese Weise sollen auch jene Bürger Hilfe in Anspruch nehmen können, die sie zwar dringend brauchen, sich aber nicht leisten können. „Wir fangen jetzt an, bei Firmen vorzusprechen, ob sie nicht Fördermitglied werden wollen.“

Vater hofft jetzt auf möglichst viele Unterstützer, denn ohne Kapital von außen werde es nicht gehen. Alleine um die Kosten des Vereins zu decken, müsse man auf mindestens 1000 Einsatzstunden kommen, rechnet Vater vor. Möglich sei das in Bad Wörishofer aber ohne Weiteres. Das Vorbild ist der Nachbarschaftshilfeverein in Babenhausen. Dieser habe mittlerweile rund 3000 Einsatzstunden, berichtet Vater. Das peilt man auch in Bad Wörishofen an. „Und hier ist das Potenzial sogar noch größer“, sagt Vater. Entsprechend werden jetzt weitere Helfer gesucht. Der Aufwand sei nicht groß, betont Vater. Der Effekt dagegen schon. „Man kann auch mit zwei oder drei Stunden pro Woche schon viel bewegen“, berichtet er. Vor allem Einkäufe würden erledigt. Oft werden die Älteren auch zu Arztbesuchen oder Behörden begleitet. Kleine Hilfeleistungen wie etwa Aufräumen, die Post erledigen oder die Blumen gießen gehören dazu. Der Verein grenzt streng ab, was getan werden darf. Sobald es handwerklich wird, ist Schluss. Das habe auch versicherungstechnische Gründe. „Wir machen den Betrieben am Ort da keine Konkurrenz“, stellt Vater klar. Oft sei es auch so, dass die älteren Menschen einfach jemanden suchen, der ihnen etwas Gesellschaft leistet. Daraus seien mittlerweile erste Freundschaften hervorgegangen, berichtet Vater.

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