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Gemeinderat I

07.02.2015

Nahwärme rückt in weite Ferne

Türkheimer lehnen weitere Voruntersuchungen trotz hoher Förderung ab

Satz mit x – war wohl nix! Dies traf auf den ersten Tagesordnungspunkt der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zu. Mit Spannung hatten Räte und Bürger die Vorstellung des sogenannten Nahwärme-Quartierkonzeptes des Ingenieurbüros Renplan aus Memmingen erwartet. Und die Brüder Claudio und Alexandro Bianchi trugen auch ein interessantes und schlüssiges Konzept mit entsprechenden Fördermöglichkeiten vor.

Dabei könnten einzelne Quartiere untersucht werden, zum Beispiel das Ortszentrum mit Schloss, Grundschule und Altenheim. Beachtet werden städtebauliche, denkmalpflegerische, baukulturelle, wohnungswirtschaftliche und soziale Aspekte.

Abschließend würde das Büro in einem ersten Schritt zusammenfassen, welche technischen und wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale im Quartier bestehen und welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden könnten, um kurz-, mittel- und langfristig CO2-Emissionen zu reduzieren. „Dies bildet dann die strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für eine an der Gesamteffizienz energetischer Maßnahmen ausgerichtete Investitionsplanung der Gemeinde“, erklärte Claudio Bianchi.

Doch der Marktgemeinderat musste feststellen, dass gut 75 Prozent der vorgestellten Maßnahmen der Firma, wie die Erfassung der Gebäude mit Effizienzvorschlägen, ja sogar ein entsprechender Zeitrahmen dafür, wann welche Sanierungsmaßnahmen abgearbeitet werden sollen, der Gemeinde bereits vorliegen.

Die Idee einer Nahwärmeversorgung im Ortszentrum von Türkheim gibt es nämlich schon eine geraume Zeit. Und bereits der alte Marktrat hatte verschiedenste Gutachten einholen lassen, dabei rund 20000 Euro investiert. Er ist nach eingehender Diskussion und Prüfung der Gutachten aber zu dem Entschluss gekommen, dass ein Nahwärmenetz für den Innenstadtkern keinen Sinn mache.

Dem widersprach Claudio Bianchi. Er und sein Bruder sahen durchaus Chancen, ein Nahwärmenetz vor Ort wirtschaftlich zu betreiben. Neu an dem Vorschlag des Memminger Ingenieurbürös ist jetzt, ein Nahwärmenetz privatwirtschaftlich zu betreiben. So könnten sich auch private Nutzer an den angedachten Trassen mitanschließen (aber ohne Zwang!). Dies war bisher aus rechtlichen Gründen für die Marktgemeinde als möglichen Betreiber eines Nahwärmenetzes immer das KO-Kriterium gewesen. Die Voruntersuchung für ein solches Netz mit Kosten von rund 180 000 Euro würde von der Bundesregierung finanziell mit 65 Prozent sprich 11 700 Euro unterstützt werden.

Kosten der Voruntersuchungen soll privater Betreiber tragen

Doch auch die hohe Förderung zog bei der Mehrheit der Marktgemeinderäte nicht, der Memminger Firma den Auftrag für solch eine Voruntersuchung zu erteilen. SPD-Marktgemeinderätin Agnes Sell unterstrich nochmals, dass viele Daten bereits vorlägen, und verwies auf den alten Beschluss.

Sowohl sie als auch Rudolf Mendle von den Grünen und mit ihnen ihre Fraktionen und die der Freien Wähler und der CSU waren der Meinung, dass wenn sich ein privater Betreiber eines Nahwärmenetzes finden sollte, dieser auch die Kosten der Voruntersuchungen zu tragen habe.

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