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18.07.2009

"Naturschutzwächter des Jahres"

Unterallgäu/Lachen (mar) - Nach einer Führung durch das Landkreisbiotop Goßmannshofen wurde Ernst Pfeiffer im Rahmen einer Sitzung der Naturschutzwächter die Auszeichnung "Naturschutzwächter des Jahres 2009" verliehen. Erster Vorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft der Angehörigen der Naturschutzwacht (AGNA)", Helmut Scharpf, würdigte die Verdienste Pfeiffers für die Natur im Unterallgäu.

1990 sei Pfeiffer eines der vier Gründungsmitglieder beim Einrichten der Naturschutzwacht im Unterallgäu gewesen. Der langjährige eifrige Einsatz des Gärtnermeisters und ausgewiesenen Pflanzenkenners, der sein Wissen auch durch Führungen weitergibt, hätten ihn für diese Auszeichnung prädestiniert. "Da kann ich schon mal mit einem gewöhnlichen Beifuß bei ihm nachfragen, ob es sich vielleicht um die hoch-allergene Beifuß-Ambrosie handelt, zu deren Bekämpfung das bayerische Umweltministerium aufgerufen hat", so Scharpf. Als Naturschutzwächter beklagte er den Schwund der natürlichen Lebensgrundlagen, den Rückgang der Vielfalt - insbesondere, wenn es ums Geld gehe, wie bei der Verfüllung von wertvollen Sekundärbiotopen, oder wenn neue Straßen und Siedlungen gebaut werden, als wäre Landschaft vermehrbar.

Ein großer Erfolg seiner Arbeit sei zum Beispiel, dass der Heimertinger Leinhang sich nach Entbuschungsmaßnahmen wieder regeneriert habe. Einen wertvollen Beitrag für die Natur leistet er praktisch täglich, weit mehr als die geforderten 20 Stunden monatlich, und dafür habe er sich diese Auszeichnung sicherlich mehr als verdient. Über seine Frau Renate sei Pfeiffer zudem zum Fledermaus-Spezialisten geworden, habe sich als Inhaber des Jagd- und Fischereischeins weitere Kenntnisfelder erschlossen und engagiere sich zudem im Landesbund für Vogelschutz für den praktischen Naturschutz. Über die Kreisgrenzen hinaus sei er als Biberberater tätig.

In Bayern seien über 800 Naturschutzwächter in fast 90 Landkreisen und kreisfreien Städten im Einsatz. Die Aufgaben der Naturschutzwächter seien vielfältig: Sie informieren die Bürger vor Ort über den bewussten Umgang mit der Natur, helfen bedrohten Tier- und Pflanzenarten und haben ein wachsames Auge auf Umweltsünder. "Da genügt oft ein aufklärendes freundliches Gespräch; wenn das nichts hilft, sind wir gesetzlich befugt, Umweltsünder anzuhalten, deren Personalien festzustellen, sie vom Platz zu verweisen oder Gegenstände sicherzustellen," erklärt Naturschutzwächter Scharpf.

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Konfliktträchtige Aufgaben

Landrat Hans-Joachim Weirather ehrte Pfeiffer mit den Worten: "Wir sind stolz auf einen so engagierten Naturwächter und Biberberater im Unterallgäu." Er habe konfliktträchtige Aufgaben zu bewältigen und schaffe es, durch besänftigende Gespräche Probleme zu lösen. Erfreut entgegnete Pfeiffer: "Ich versuche beim Biberschutz den Leuten beizubringen, es gibt nicht ,Alles oder Nichts', es muss immer ein Kompromiss gefunden werden. Ich sehe mich als Vermittler zwischen Naturschutz und Geschädigtem."

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