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20.09.2016

„Neue Meile“ trotzt dem Regen

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Kuchen und Sekt für einen guten Zweck verkauften auf der Meile die „jungen Löwen“ des Lions-Club Bad Wörishofen-Mindelheim.

Oldtimer-Tage locken die Besucher nach Bad Wörishofen. Allerdings kann nicht das gesamte Programm stattfinden. Dafür gibt es eine Menge zu sehen

Rollende Schätze in der Fußgängerzone. Wer alte Autos mag und sich auch für die neuesten Nobelkarossen mit dem Stern interessiert, kam auf der Wörishofer Flaniermeile voll auf seine Kosten. Etwa 30 Fahrzeuge buhlten dort um die Gunst der Oldie-Fans. Bummeln, Einkaufen und Genießen war zwei Tage lang angesagt.

Wenn es auch Petrus mit den Veranstaltern gar nicht gut meinte und sie weitgehend im Regen stehen ließ, lockten „Oldtimertage“ und verkaufsoffener Sonntag doch viele hundert Besucher in die Kneippstadt. Wer nicht aus Zucker war, ließ es sich trotz des nasskalten Wetters gut gehen und geriet beim Anblick der schmucken Oldies ins Staunen.

Allgemein bedauert wurde, dass die „Neue Meile“ nur in abgespeckter Form stattfand und es auch nix war mit Swing und Jazz auf dem Denkmalplatz. Die Auftritte von „Sanni Risch and Friends“ und der „Klaus Amman Big Band“ fielen nämlich buchstäblich ins Wasser. Nur die Original Mindelblech-Musikanten trotzten dem Regenwetter und spielten zum Frühschoppen einem harten Kern von Gästen zur Unterhaltung auf. Tropfnass geworden, warfen die Blasmusiker jedoch nach zwei Stunden das Handtuch.

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Sanni Risch sah die missliche Situation recht gelassen. Sie bedauert zwar, nicht spielen zu können, betonte jedoch, es sei wichtig, dass sich in der Kneippstadt überhaupt etwas rührt. So sah dies auch Bürgermeister Paul Gruschka. Bei der Eröffnung der „Herbstmeile“ dankte er allen, die sich mit der Organisation der Veranstaltung viel Mühe machten und logistische Schwerstarbeit leisteten. Hier nannte der Rathauschef besonders Florian und Günther Lerf vom Café „Wittelsbach“, die Mitarbeiter der Stadtwerke und des städtischen Bauhofes, die aktiven Einzelhändler, wie auch das Autohaus Schäfer und Waibl, das seine neusten Modelle vorstellte.

„Die Veranstaltung war eigentlich viel größer geplant, aber wir mussten wegen des schlechten Wetters die Verkaufsstände reduzieren und auch das Musikprogramm kürzen“, bedauerte Florian Lerf. Eine kurzfristige Verschiebung des Events sei nicht möglich gewesen, weil das Landratsamt nur Sonntag, 18. September, als „verkaufsoffen“ genehmigt habe. „Doch was soll‘s, im nächsten Jahr wird alles besser“, hoffen die Organisatoren. Und während auf der Meile Schmankerlstände mit Gaumenfreunden lockten und die kürzlich gegründete Jugendgruppe „Leos Alpenblick Unterallgäu“, ein „Kind“ des Lions-Clubs Bad Wörishofen-Mindelheim Kuchen und Sekt für soziale Projekte in der Region verkauften, fachsimpelten die Besitzer der historischen, fahrbaren Untersätze mit den Oldtimer-Liebhabern. Deren Komplimente „alle Fahrzeuge im Topzustand“ gingen ihnen wie Honig runter.

Viel her machte unter anderem ein „Merzedes Benz, 190 SL, Baujahr 1957, den Joachim Wagner aus Mindelheim präsentierte. Die Herzen von Oldie-Fans höher schlagen ließ auch eine „Borgward Isabella, Cabrio Coupé des Baujahres 1957, ein Modell, das man nur noch sehr selten sieht. Rechtzeitig aus dem Urlaub am Gardasee zurück war Peter Schneiderbanger, der auf der Meile mit seinem Gespann „VW Käfer 1303, Baujahr 1979 und dem dazu passenden „Wohnwagen-Ei“ der Marke Eriba Puck von anno 1972 aufkreuzte. „Im Sommer nutze ich meinen Käfer ganz normal, in der kalten Jahreszeit hält er seinen Winterschlaf“, verriet der stolze Besitzer, der mit einem Pokal für seinen Auftritt mit dem „schönsten Gespann“ mit einem Pokal belohnt wurde.

Ja, kein Stelldichein der rollenden Raritäten ohne Prämierung. Mit dem ältesten Fahrzeug, einem Mercedes „MB-Adenauer-Cabriolet“, von dem nur 455 Stück gebaut wurden, sorgten Hubert Holzbock und Sohn Moritz aus Wörishofen für Aufsehen. Einen Pokal räumte auch Manfred Neuhaus aus Lüdinghausen (NRW) ab. Er hatte mit seinem „Jaguar MKK 2“, Baujahr 1966 die weiteste Anreise.

Ausgezeichnet wurde auch Peter Schäfer, der mit dem kleinsten Fahrzeug, einem „Goggo Coupe“ aus dem Jahre 1969 punktete. Eine Siegestrophäe gab es schließlich auch für Werner Niklas aus Wörishofen, dessen sehr selten zu sehendes „Borgward Isabella Cabriolet Coupe“ aus dem Jahre 1957 eine besonders gute Figur machte.

Kurdirektor Horst Graf zollte bei der Prämierung der Fahrzeuge allen Ausstellern große Anerkennung weil sie trotz des schlechten Wetters nach Bad Wörishofen gekommen waren, sich mächtig engagierten und ihre blank polierten, historischen Karossen dem Regen ausgesetzt haben.

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