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Mindelheim

28.11.2019

Neue Pläne für Leichenhalle und Kapelle in Mindelheim

Die Stadt Mindelheim hat prüfen lassen, ob die Friedhofskapelle und die Leichenhalle (hier im Bild) vergrößert werden können. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus, wie jetzt bekannt wurde.

Plus Die Stadt hat prüfen lassen, ob die Friedhofskapelle und die Leichenhalle vergrößert werden können. Das Ergebnis fiel jedoch ernüchternd aus.

Stirbt ein lieber Mensch, wollen Angehörige und Freunde in Würde auf dem Friedhof Abschied nehmen. Ist der Kreis der Trauernden aber besonders groß, gibt es in Mindelheim schnell ein Problem: Sowohl die Friedhofskapelle als auch die Leichenhalle fassen nicht allzu viele Trauergäste. Was aber tun? Die Stadt hat prüfen lassen, ob Friedhofskapelle und/oder Leichenhalle vergrößert werden können. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus.

Vor dem Stadtrat erläuterten Bürgermeister Stephan Winter und Birgit Starke-Fleer vom Bauamt die Schwierigkeiten. Beide Gebäude dürfen nicht ohne weiteres verändert werden. Sie sind denkmalrechtlich geschützt, wie Winter sagte. Auch die Leichenhalle ist ein Einzeldenkmal. Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalbehörde am Landratsamt haben sich vor Ort angesehen und überlegt, was überhaupt möglich ist.

Das Leichenhaus in Mindelheim könnte neu gebaut werden

Denkbar wäre ein Neubau eines Leichenhauses. Platz dafür wäre dort, wo 2005 die erste Urnenwand angelegt worden ist. Die sterblichen Reste von 288 Menschen ruhen dort in den Urnen. Diese müssten umgebettet werden oder der Bau könnte frühestens beginnen, sobald die Laufzeit beendet ist. Das wäre frühestens 2029 der Fall.

Zweite Möglichkeit wäre die jüngste Urnenwand im Osten an der Brunnenmairstraße. Auch das müssten die Urnen verlegt werden. Von den 132 sind 92 bereits belegt. Kämmerer Wolfgang Heimpel gab zu bedenken, dass die Trauernden an den bisherigen Platz eine tiefe Bindung haben. „Sie sind an dem Standort verwurzelt“, sagte er. Im Bereich der alten Urnenwand muss auch noch die Zufahrt für Steinmetz und Gärtner von der Bahnhofstraße her frei bleiben.

Und dann ist da noch die Frage der Finanzen. Eine neue größere Leichenhalle mit 170 Quadratmetern Fläche komme leicht auf 900.000 bis eine Million Euro Baukosten. Weil Friedhöfe kostendeckende Einrichtungen sind, müsste diese Summe auf die Friedhofsgebühr umgelegt werden. Eine genaue Summe nannte Heimpel zwar nicht, um wie viel diese Gebühr dann steigen würde. Der Anstieg wäre aber sehr deutlich. „Der Aufschrei wäre hoch“. Heimpel erinnert sich noch gut an die negativen Reaktionen in der Bevölkerung, als die Gebühr vor ein paar Jahren angehoben werden musste. Damals war die Anhebung notwendig geworden, weil es immer weniger Gräber gibt, die Kosten aber gleichbleibend sind. Heimpel fragte die Stadträte rhetorisch, ob all der Ärger das wert wäre.

In 80 Prozent der Beerdigungen ist die Friedhofskapelle groß genug

Der Leiter der Friedhofsverwaltung, Martin Dannhart, wusste aus der Praxis, dass in 80 bis 85 Prozent der Beerdigungen die Friedhofskapelle ausreichend groß ist. Denn keineswegs alle Grablegungen erfolgen im Beisein von Hunderten von Gästen wie jüngst bei der Trauerfeier für den verstorbenen Altlandrat Dr. Hermann Haisch. In diesem Falle bei rund 2000 Teilnehmern wäre ohnehin jede Erweiterung zu klein gewesen.

Dannhart wies auch auf die Lautsprecheranlage hin. Trauernde können also die Aussegnung im Freien mitverfolgen. Er sehe nicht die Notwendigkeit einer größeren Leichenhalle oder einer größeren Friedhofskapelle.

Im Stadtrat gab es daraufhin keine zweite Meinung mehr. Eine neue Leichenhalle war vom Tisch. Gehandelt werden muss aber dennoch auf dem Friedhof. Der Zustand der Leichenhalle „ist in keinem würdigen Zustand“, formulierte Stadtrat Fritz Birkle (CSU). Es sei dringend, dem möglichst schnell abzuhelfen. Der Putz fällt schon herunter, die Farbe blättert ab.

Das Leichenhaus in Mindelheim soll saniert werden

Der Bauverwaltung ist das bewusst. Sie will 2020 die Planungskosten in den Haushalt einstellen. 2021 soll dann saniert werden. Das sei in erster Linie ein Kapazitätsproblem im Bauamt. Von Kinderkrippen bis neuer Mensa an Grund- und Mittelschule seien die zwei Mitarbeiter ständig gefordert.

Am Ende stimmte der Stadtrat einstimmig dafür, die Planungen für eine Sanierung des bestehenden Leichenhauses voranzutreiben. Auch eine Kostenberechnung soll die Verwaltung anstellen.

Für alle, die mit dem Fahrrad zum Friedhof kommen, kann der Bauhof bereits Vollzug melden. Ein paar neue Fahrradständer wurden aufgestellt. Und für alle, die eine alternative Bestattungsform wünschen, überlegt die Stadt, ob auf dem Friedhof in Nassenbeuren nicht Baumbestattungen ermöglicht werden können.

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