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Tussenhausen

25.11.2018

Neue Wohnungen in Zaisertshofen?

Eine Ostallgäuer Firma möchte in Zaisertshofen eine Fläche kaufen und dort Wohnungen errichten. Sie stellte dem Gemeinderat ihre Pläne für die Wohnanlagen vor. Doch passen diese „sehr modernen“ Anlagen ins Ortsbild? (Symbolfoto)
Bild: Merk

Eine Baufirma möchte eine Fläche in Zaisertshofen kaufen und bebauen. Der Gemeinderat Tussenhausen ist von dem Projekt aber noch nicht überzeugt.

Darf eine Baufirma in Zaisertshofen ein neues Wohngebiet bauen? Darüber diskutierte der Tussenhausener Marktgemeinderat in der vergangenen Sitzung. Eine Ostallgäuer Baufirma möchte eine Fläche in Zaisertshofen kaufen und bebauen. Noch ist aber nichts entschieden: Die Firma stellte den Gemeinderäten zunächst ihre Ideen und Überlegungen für das Wohngebiet, das in Zaisertshofen entstehen könnte, vor.

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Falls die Baufirma das Gebiet nördlich der Straße „Am Anger“ erwirbt, gäbe es verschiedene Möglichkeiten für eine Bebauung, erklärte Christof Lampadius. Der Münchner Architekt stellte die Überlegungen zusammen mit Gerhard Schlichtherle von der Acredo Bau GmbH vor. Die Ostallgäuer Baufirma errichtet laut Schlichtherle „sehr moderne“, größere Wohnanlagen. „Man nimmt aber schon Rücksicht auf die Gemeinde.“

Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt in Tussenhausen

Auch für Zaisertshofen könne er sich Mehrfamilienhäuser mit unterschiedlich großen Wohneinheiten vorstellen, erklärte Christof Lampadius in seinem Vortrag. Je nach Variante führt eine Straße durch das neue Wohngebiet oder ringförmig außenrum. „Außerdem könnte eine Gewerbefläche dabei sein, worauf eine Einkaufsmöglichkeit entstehen könnte“, sagte der Architekt und wies darauf hin, dass die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit ein Supermarkt in Tussenhausen ist. Bei den unterschiedlichen Varianten, die der Architekt präsentierte, gibt es mal mehr, mal weniger oberirdische Stellplätze und Garagen oder auch zusätzlich eine Tiefgarage. „Sie würde möglichst viel Platz für Gärten freihalten“, erklärte Christof Lampadius.

Neue Wohnungen in Zaisertshofen?

Richtig überzeugt waren die Gemeinderäte aber nicht. „Geht das denn, dass nur – oder zumindest größtenteils – Einfamilienhäuser gebaut werden?“, fragte Gemeinderat Rainer Schwarzenbacher. Das sei machbar, antwortete Gerhard Schlichtherle: „Aber nur, wenn die Bebauung über einen Bebauungsplan entwickelt wird.“ Er betonte, dass der Firma ein Bebauungsplan wichtig sei, da dabei auch „die nachbarschaftlichen Bezüge analysiert werden“.

Moderne, geradlinige Bauten - passt das zu Zaisertshofen?

Schlichtherle wies auch auf den Bedarf an unterschiedlichen Wohneinheiten hin: „Es gibt ja schon auch Interesse an kleinen oder Mehrgenerationeneinheiten.“ Außerdem seien ausschließlich Einfamilienhäuser für den Bauträger weniger wirtschaftlich. „Mich würden auch die Erfahrungen anderer Gemeinden bei solchen Projekten interessieren“, sagte Bürgermeister Johannes Ruf. Es sei eine „gewaltige Entscheidung“, die der Marktgemeinderat treffen müsse. In seiner Präsentation hatte Gerhard Schlichtherle Projekte aus Kaufbeuren, Landsberg, Marktoberdorf, Aitrang und Buchloe gezeigt. Der Baustil der präsentierten Wohneinheiten ist sehr modern, mit schlichten geometrischen Formen und Flachdächern. „Wir können aber natürlich auch Satteldächer“, betonte Schlichtherle.

Die moderne Optik und der Verweis auf die anderen Kommunen – ein kritischer Punkt für Gemeinderat Johann Schmid. „Die Beispiele, die sie genannt haben, das sind ja alles große Kommunen“, sagte Schmid an den Acredo-Geschäftsführer gewandt. Der Tussenhausener Gemeinderat vermutete, dass die Zaisertshofener nicht sonderlich erpicht auf „solche Klötze“ seien. Gerhard Schlichtherle versuchte, diesen Einwand zu entkräften: „Ich denke, wir tun uns selber keinen Gefallen, wenn wir da Kuben reinsetzen.“

Noch hat der Gemeinderat Tussenhausen nichts entschieden

Sollte es zur Bebauung kommen, wer wird in den Häusern wohnen? Ein Punkt, auf den eine Frage von Gemeinderat Georg Paul abzielte: „Sind die Wohnungen dann zu verkaufen oder zu vermieten?“ Der Plan sei, schon während der Bauphase zu verkaufen, erklärte Gerhard Schlichtherle. „Und wo bewerben Sie die Wohnungen? Bayernweit? Deutschlandweit?“, wollte Paul außerdem wissen. „Tussenhausenweit“, kam die schnelle Antwort des Acredo-Geschäftsführers. Die Wohnungen würden aber unter anderem im Internet beworben.

Deutliche Kritik kam vom Dritten Bürgermeister der Marktgemeinde, Armin König. Würde man die Fläche jetzt an die Acredo Bau GmbH verkaufen, schaffe man einen Präzedenzfall. „Normalerweise kauft die Gemeinde solche Grundstücke selbst.“ Er plädiere daher für das normale Prozedere mit Bebauungsplan.

Noch ist nichts entschieden: Auch in der kommenden Sitzung wird das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats stehen. Ob es dann zum Beschluss kommen kann, steht noch nicht fest.

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