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Holzgünz

18.11.2019

Neues Paketzentrum an der Autobahn bei Holzgünz

Der Humus auf dem rund 5,4 Hektar großen Areal im interkommunalen Gewerbegebiet an der A96 nahe Holzgünz ist bereits vollständig abgetragen. Dort baut die Fimra Alois Müller ein neues DPD-Depot.
Bild: Franz Kustermann

Der Paketdienst DPD lässt an der A96 bei Holzgünz von einer Memminger Firma ein großes Logistikzentrum errichten.

Im Interkommunalen Gewerbegebiet an der A96 bei Holzgünz wird ein großes Depot des Paketdienstes DPD entstehen. Das Memminger Familienunternehmen, die Alois Müller Holding GmbH & Co. KG, baut auf einem rund 5,4 Hektar großen Gelände an der Bürgermeister-Merk-Straße nördlich der A96 ein Paketzentrum. Dort sollen später einmal täglich bis zu 50000 Pakete sortiert und ausgeliefert werden können. Knapp sieben Millionen Euro werden an dem Standort investiert.

Der Neubau bei Holzgünz bekommt auch eine Solaranlage

Sämtliche Gebäude sollen, je nach Witterung, bereits bis zum kommenden September errichtet sein. Die Fertigstellung ist im letzten Quartal 2020 geplant. Nach Justierungsarbeiten an der Sortier- und Fördertechnik werden die ersten Pakete wohl ab Februar 2021 von den Bändern rollen. Die Gebäudefläche beträgt rund 10000 Quadratmeter, die befestigte Hoffläche liegt bei rund 2,5 Hektar. Die Firma Alois Müller als Bauherr und Vermieter will unter anderem mit einer 3000 Quadratmeter großen Solaranlage sowie einer intelligenten Speichertechnik weitestgehend autark den gesamten benötigten Strom produzieren.

Geheizt und gekühlt werden Hallen und Bürogebäude über eine ressourcenschonende „Betonkernaktivierung“ aus der nahe gelegenen Energiezentrale mittels Biomasse und CO2-neutraler Kälte aus einer Brunnenanlage. Wie Thomas Ohnhaus, Chief Operating Officer von DPD Deutschland, beim offiziellen Spatenstich erklärte, wird das „einer der umweltfreundlichsten Standorte, die die DPD in Deutschland betreibt“. Die hauptsächlich zwischen zwei und fünf Uhr von Lastwagen angelieferten Pakete werden in dem Depot über Strichcodes vollautomatisch sortiert und müssen nur noch von Hand in die entsprechenden Zustellfahrzeuge eingeladen werden. Nach dem morgendlichen Berufsverkehr sollen diese dann etwa gegen 9 Uhr losfahren, um die Endkunden zu beliefern.

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Holzgünz ist ein idealer Standort

Direkt an der A96 und unweit der A7 gelegen ist Holzgünz laut Ohnhaus der „ideale Standort mitten in dem Bediengebiet“ – ebenso wegen seiner Nähe zur schweizerischen und österreichischen Grenze. Das Zustellgebiet umfasst die Bereiche Lindau, Friedrichshafen, Ravensburg, Kleinwalsertal, Kaufbeuren, Kempten, Memmingen, Oberstdorf und Leutkirch.

Geschäftsführer Andreas Müller betonte: „Wir brauchen Bewegung in der Technologie, müssen wegkommen vom herkömmlichen Denken und das Neue gescheit machen.“ Ansonsten werde Deutschland von China in kürzester Zeit überholt. Es gebe die Verantwortung, die Probleme regional zu lösen, ökologisch und nachhaltig.

Ein positives Signal für das Unterallgäu

Der stellvertretende Landrat Stephan Winter sagte: „Erfolg hat nur der, der etwas tut.“ Es sei beeindruckend zu sehen, wie sich aus einem traditionellen Familienbetrieb ein innovatives Unternehmen im Bereich Energie- und Gebäudetechnik sowie des industriellen Anlagenbaus entwickelt hat. Das DPD-Depot sei ein weiterer Meilenstein, der ein positives Signal für Schwaben und das Unterallgäu darstelle. Die stellvertretende Vorsitzende des „Zweckverbands Industrie- und Gewerbepark A96“, Christa Bail, betonte: Auch wenn das Kirchturmdenken immer noch stattfinde, hätten es die vier beteiligten Gemeinden des Interkommunalen Industrie- und Gewerbeparks (Westerheim, Holzgünz, Sontheim und der Markt Ottobeuren) „gewagt, über die Gemarkungsgrenzen hinweg zu denken“. Sie bezeichnete das DPD-Depot als „ein Pilotprojekt an der Lebensader auf der anderen Seite der Autobahn“.

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