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Allgäu

22.02.2021

Neues Projekt: Beim Shoppen per App zurück zu den Wurzeln

Per App in lokalen Geschäften einkaufen: Junge Gründer wollen den hiesigen Handel stärken.
Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Plus Drei junge Buchloer entwickeln eine App, über die Einzelhändler ihre Artikel verkaufen können. Damit wollen sie lokale Unternehmen unterstützen, die im Lockdown viele Kunden an große Onlineshops verlieren.

Marco Zanoni und seine Cousins Fabian Zanoni und Christian Bischlager sitzen vor ihren Computern und grübeln. Dort verbringen sie seit einer ganzen Weile ihre komplette Zeit. Die drei jungen Buchloer stecken gerade mitten im Entwicklungsprozess einer App – das braucht eben seine Zeit.

Die Idee für „Roots“ – zu deutsch Wurzeln – wuchs bereits während des ersten Lockdowns in den Köpfen der Cousins heran. „Deutschland hat ein Problem mit Digitalisierung“, sagt Marco Zanoni klipp und klar.

Fabian Zanoni gehört zum Gründer-Trio für die lokale Shopping-App.
Bild: Zanoni

Da wundere es ihn nicht, dass die meisten Einzelhändler, als die Geschäfte von einem Tag auf den anderen schließen mussten, keine eigenen Online-Shops hatten. „Wir wollten den kleinen Läden helfen und haben uns überlegt, einen Fahrrad-Lieferdienst zu starten“, erzählt Marco Zanoni. Die Idee sei jedoch schnell verworfen worden. Dafür kam ihnen eine andere: eine Plattform, über die ortsansässige Einzelhändler ihre Produkte verkaufen können.

So soll die neue App der jungen Gründer funktionieren

Die lokalen Geschäfte stärken, damit sie gegen den Internet-Giganten Amazon ankommen, ist das erklärte Ziel des Trios.

Über Roots sollen Kunden Artikel auswählen und anschließend per Click&Collect oder den Lieferdienst des Ladens bestellen können. Doch auch über die Pandemie hinaus sieht Zanoni die App als Chance für die strategische Vernetzung der Einzelhändler. Gemeinsame Rabattaktionen nennt er als ein Beispiel. „Wir wollen einen Gegendruck zu Amazon aufbauen – lokal unter einem Dach“, erklärt er die Absichten von Roots (go.roots.eu).

Christian Bischlager kümmert sich um die Gestaltung.
Bild: Zanoni

An Ideen mangelt es den jungen Männern nicht – aber wie entwickelt man so eine App? Hunderprozentig vom Fach ist keiner von ihnen. Dafür hätten sie seit Beginn der Pandemie wahnsinnig viel Zeit investiert und zahlreiche Fachbücher gewälzt. Marco Zanoni arbeitet in der Filmbearbeitung und hat nebenher Betriebswirtschaftslehre (BWL) studiert – was ihm nun definitiv helfe. Christian Bischlager ist Grafiker und kümmert sich viel um Gestaltung und Vermarktung. An der eigentlichen App-Entwicklung – also am Schreiben des Codes – arbeitet gerade ein indisches Team. „Sie haben am 4. Januar damit angefangen und brauchen etwa 60 Tage“, erklärt Zanoni.

Die Zahlung dafür haben die drei Cousins bisher aus eigener Tasche übernommen. Es gibt zwar eine Crowdfunding-Kampagne, aber sie wollten möglichst schnell starten. „Immerhin überschlagen sich die Ereignisse und im März oder April kann es unter Umständen für manche Händler schon zu spät sein“, sagt Marco Zanoni.

Marco Zanoni profitiert bei der App-Entwicklung von seinen Berufserfahrungen.
Bild: Zanoni

Idealerweise wollen sie für ihre Idee und ihren Einsatz aber mittelfristig kein Geld bezahlen, sondern damit etwas verdienen. Doch wie geht das, wenn die Händler unterstützt werden sollen?

„Die Waren auf Roots online anbieten, kostet die Geschäfte nichts. Sie müssen keinen Fixbetrag bezahlen“, betont Marco Zanoni. Es ist geplant, dass ein geringer Prozentsatz der über Roots verkauften Artikel bei dem Entwicklerteam bleibt. So verfährt beispielsweise auch Lieferando – ein Bestell- und Lieferservice von lokalen Restaurants. Dort sei der abzugebende Prozentsatz jedoch viel höher als von den Buchloern vorgesehen.

Bevor über prozentuale Gewinne diskutiert werden kann, muss das Roots-Team jedoch erst einmal Partner finden. Kontaktiert haben sie Geschäfte in Buchloe und der Region sowie Städte.

Sie arbeiten auch über die sozialen Medien.

„Viele Personen schreiben uns an und fragen, wie und wann sie Roots nutzen können“, berichtet Marco Zanoni.

Damit das auch bald möglich ist, arbeiten die drei jungen Männer auf Hochtouren an ihren Computern und grübeln.

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