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Markt Wald

09.05.2020

Neustart im Markt Walder Gemeinderat

Mit dem nötigen Sicherheitsabstand präsentieren sich die Bürgermeister von Markt Wald: Amtsinhaber Peter Wachler (rechts), Zweiter Bürgermeister Christian Demmler (links) und Dritte Bürgermeisterin Barbara Fischer.
Bild: Gemeinde

Plus In Markt Wald gibt es in klärendes Gewitter zwischen Bürgermeister Wachler und seinem bisherigen Stellvertreter – und erstmals eine Frau als Dritte Bürgermeisterin.

Gebrodelt hatte es schon länger: Nicht erst seit der Kommunalwahl, bei der die Freien Wähler per Annonce einen Gegenkandidaten für Amtsinhaber Peter Wachler von der CSU gesucht und auch gefunden hatten, galt das Verhältnis zwischen dem Markt Walder Bürgermeister und seinem Stellvertreter Michael Hartmann ( Freie Wähler) als angespannt. Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates stellte sich dieser nun nicht mehr als Zweiter Bürgermeister zur Verfügung – und nutzte die Gelegenheit, in einer Stellungnahme reinen Tisch zu machen.

So kritisierte Hartmann etwa, dass es trotz zahlreicher Anläufe faktisch keine Besprechungen mit allen drei Bürgermeistern gegeben habe und der Kontakt zu Wachler in den vergangenen Wochen schließlich vollends zum Erliegen gekommen sei. Dass die Gemeinde Senioren an einem Drive-In am Rathaus Schutzmasken zur Verfügung gestellt hat, habe er beispielsweise aus der Zeitung erfahren. „Ich habe immer gedacht, wir zwei ergänzen uns, der Peter als Verwaltungs- und ich als Vereinsmensch“, sagte Hartmann im Gespräch mit der MZ. In der Praxis habe die Zusammenarbeit jedoch nicht wirklich funktioniert. „Ich habe menschlich wirklich überhaupt kein Problem mit Peter, aber er ist einfach kein Teamplayer. Die Kommunikation hat einfach nicht gestimmt“, so Hartmann.

Man sei „bei manchen Sachen einfach nicht auf einer Wellenlänge“, sagt der Rathauschef

Umgekehrt sagt Wachler, dass er Hartmann sehr schätze. „Er ist ein alter Fuchs, ist unglaublich wichtig und weiß ungeheuer viel – aber es hat menschlich einfach nicht gepasst. Wir sind bei manchen Sachen einfach nicht auf einer Wellenlänge.“ Zudem habe das gegenseitige Vertrauen gefehlt. „Es wäre nicht produktiv gewesen, dieses Verhältnis fortzuführen“, so Wachler. Beide betonen aber auch, dass es nicht um persönliche Befindlichkeiten gehe. „Es geht einfach ums Dorf und nicht um persönliche Animositäten“, so Hartmann.

Er wollte mit seinem Rückzug den Weg für einen Neuanfang ebnen und hätte es begrüßt, wenn sein Fraktionskollege Franz Huber zum Stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden wäre. Schließlich seien die Freien Wähler nach der CSU die zweitgrößte Gruppe im Gemeinderat. Nun hätte auch Wachler „sehr, sehr gerne“ mit Franz Huber zusammengearbeitet, gerecht wäre das in seinen Augen aber nicht gewesen. Denn unangefochtener Stimmenkönig sei nun einmal der bisherige Dritte Bürgermeister Christian Demmler gewesen. Um dem Wählerwillen Rechnung zu tragen, sei es deshalb nur naheliegend gewesen, ihn für das Amt des Zweiten Bürgermeisters zu nominieren. Die „politische Couleur“ – Demmler gehört ebenfalls der CSU an – habe dabei keine Rolle gespielt. Und so wurde dieser letztlich mit zehn zu fünf Stimmen gewählt.

Erstmals angetreten, gewählt und nun gleich Bürgermeister-Stellvertreterin

Sein bisheriges Amt als Dritter Bürgermeister übernimmt Barbara Fischer von der Gruppierung Grüne/Naturnahe Bürgergemeinschaft, die bei der Kommunalwahl erstmals angetreten war. Sie ist laut Wachler die erste Frau in dieser Position in der Geschichte Markt Walds und bildet zusammen mit Theresia Hörl eine Zwei-Frau-Fraktion. Die zeigte sich in der Sitzung schon einmal tonangebend – und das im Wortsinn: Die beiden gaben eine Hymne an Demokratie und Zusammenhalt zum besten und überraschten ihre Ratskollegen sowie Bürgermeister Wachler mit selbst gezogenen Blumen als Begrüßungsgeschenk.

Der hofft – wie übrigens auch Hartmann – auf ein harmonisches Miteinander. „Wir haben jetzt einfach mal aufgeräumt, der Michael und ich“, sagt Wachler. Und Hartmann findet: „Man steckt nicht wegen jedem Schmarren den Kopf in den Sand, sondern schüttelt sich und macht weiter.“ Denn schließlich seien Grabenkämpfe und Kleinkriege nur ein abschreckendes Beispiel für alle, die sich für Kommunalpolitik interessierten. Er hoffe deshalb, dass sich die Wogen wieder glätten und die Parteipolitik wie in den vergangenen Jahren auch künftig keine Rolle spiele.

Mehr dazu:

Das sagt Peter Wachler zu seinem Wahlsieg in Markt Wald

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