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Nahverkehr

13.06.2018

Noch läuft der Schienenersatzverkehr nicht richtig rund

Am Ende klappte es, die Busse für den Schienenersatzverkehr waren da.
Bild: Mantwill

Bahnkunden aus dem Wertachtal warten auf Busse, die zunächst nicht kommen. Holpriger Start in Buchloe.

Ratlosigkeit, Wut, Verzweiflung. Ziemlich genervt stehen Vormittag dutzende Bahnreisende aus dem Wertachtal in der prallen Vormittagssonne am Pendlerparkplatz an der Karwendelstraße in Buchloe. Sie warten auf Busse, die sie eigentlich nach Geltendorf bringen sollen. Schienenersatzverkehr (SEV). Das Problem: Die Busse können nicht kommen. Falschparker haben am Geltendorfer Bahnhof den Wendebereich für die Busse blockiert. Und bis die Autos abgeschleppt sind, dauert es. Ein Bahnsprecher bestätigt: „Erfahrungsgemäß verlaufen die ersten Tage eines Schienenersatzverkehrs etwas ruckelig.“ Haben sich die Reisenden und Pendler daran gewöhnt, werde es hoffentlich ruhiger.

Der Bahnsprecher bittet allerdings auch die autofahrenden Pendler darum, die extra eingerichteten Halterverbotszonen freizuhalten. Auch in Buchloe stand gestern ein Kleinwagen im Buswendebereich; er wurde zwar nicht abgeschleppt, bekam aber einen Strafzettel.

Damit der SEV reibungslos verläuft, hat die Bahn sogenannte Netzmanager eingesetzt. Sie sollen Reisenden an Ort und Stelle weiterhelfen – sind damit jedoch das ein oder andere Mal überfordert. Von einer „ganz schönen Zumutung“ spricht eine Seniorin. Sie steht ebenso wie viele andere in der Sonne und wartet. Besser haben es die acht Mitreisenden, die einen Sitzplatz auf einer der beiden aufgestellten Bänke gefunden haben.

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Ein Kleinkind schreit und eine junge Frau klagt über die Hitze. „Es wäre schon gut, wenn es hier irgendwo eine Unterstellmöglichkeit im Schatten gäbe“, meint sie. Mit ganz anderen Problemen kämpft ein junger Mann mit Krücken. Er humpelt die Treppen vom Bahnsteig hinab, weil die Aufzüge immer noch nicht funktionieren. Er macht sich mühsam auf den Weg zum Pendlerparkplatz. Dort heißt es auch für ihn: warten.

Den Kontakt zu seinen Buskollegen hält derweil Theo Preuß, Betriebsleiter des Busunternehmens Regionalbus Augsburg (RBA). Per Handy versucht er, den Grund für die verspäteten Busse herauszufinden. Sein Unternehmen organisiert für die Bahn den Schienenersatzverkehr. Dafür hat die Bahn nach Angaben eines Sprechers rund 20 Busse angemietet.

„Es gibt im Prinzip keinen eigenen Fahrplan. Sobald der Bus voll ist, fährt er los“, sagt der Bahn-Sprecher.

Damit sei gewährleistet, dass die vielen Passagiere möglichst zügig vorankommen. „Wir haben keine genauen Zahlen, gehen aber davon aus, dass wir täglich zwischen 5000 und 10000 Reisende im SEV transportieren müssen“, heißt es bei der Bahn. „Ich denke, auch das wird sich einspielen. Der SEV nach Geltendorf ist zwar ein großer, aber nicht unser erster SEV“, sagt der Bahn-Sprecher. Dann – endlich – ist ein Bus in Sicht. Der türkise Doppeldecker biegt auf den Parkplatz ab und die Reisenden machen sich auf den Weg. Das Kleinkind im Kinderwagen hat sich wieder beruhigt. Auch der junge Mann auf Krücken findet seinen Weg zum Bus – mühsam aber letztlich doch froh, endlich einen Sitzplatz zu haben.

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