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26.02.2018

Nokia setzt wieder auf das Schiebe-Handy

Mobilfunk Diese Smartphones verkaufen sich gut. Die Marke gehört jetzt einem anderen finnischen Unternehmen

Barcelona Auch wenn Nokia jahrelang ein Schattendasein auf dem Handy-Markt führte, hat der Name immer noch einen guten Klang. Der heutige Hersteller HMD Global, ein finnisches Unternehmen, baut darauf auf – und macht anderen Anbietern von Smartphones Konkurrenz mit solider Qualität zu Kampfpreisen. Zur Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona wurden jetzt drei neue Nokia-Smartphone-Modelle zu aggressiven Preisen zwischen 99 und 399 Dollar vorgestellt. Für Nostalgiker gibt es eine Neuauflage des legendären Schiebe-Handys 8110 aus dem Jahr 1999, diesmal aber mit schnellem LTE-Datenfunk.

Im vergangenen Jahr hat HMD 70 Millionen Nokia-Telefone verkauft. Nach Schätzungen von Marktforschern waren allerdings nur rund sechs Millionen davon Smartphones. HMD ist die Nummer eins im Geschäft mit einfachen Handys, die immer noch rund 1,3 Milliarden Nutzer weltweit haben. Indien war im vergangenen Jahr der größte Markt für die Marke Nokia.

Dabei sollen HMD die neuen Modelle aus Barcelona helfen. Im Retro-Handy 8110 steckt mit Funktionen wie dem Google Assistant eher ein stark abgespecktes Smartphone. Als vollwertiges Einstiegs-Smartphone gibt es das Nokia 1 zum Preis von 99 Euro, das aber trotzdem die neueste Android-Version „Oreo“ hat, die bei der Konkurrenz bisher oft auch deutlich teureren Modellen verwehrt blieb. Schalen in unterschiedlichen Farben sollen das Gerät schnell wandelbar machen. Im mittleren Preissegment kommt ein erneuertes Nokia 6 mit Zeiss-Optik für 279 Euro auf den Markt. Das Nokia 7 plus für 399 Euro könnte auch Top-Modelle der Rivalen unter Druck setzen. Den Anspruch auf einen Platz in der Spitzengruppe des Marktes untermauert HMD mit dem Nokia 8 Sirocco, das äußerlich an das Samsung-Flaggschiff Galaxy S8 erinnert und mit 749 Euro auch ähnlich teuer ist. Es sei „das Statement, wer wir sind“, sagte Produktchef Juho Sarvikas in Barcelona.

Smartphones werden richtig intelligent, verspricht die Mobilfunk-Industrie. Beim Mobile World Congress in Barcelona kommt keine Smartphone-Ankündigung ohne den Hinweis auf eine Funktion auf Basis künstlicher Intelligenz aus. Dabei geht es zunächst vor allem um die Kamera. Die Software des erneuerten LG-Models V30S soll etwa erkennen, was sie gerade vor der Linse hat. Das Gerät kann dann entweder den Aufnahmemodus daran anpassen oder im Netz nach Kaufgelegenheiten für den Artikel suchen. Genauso soll das Gerät Texte in fremder Sprache bereits übersetzt auf dem Display anzeigen.

„Wir werden aktuelle Smartphones in ein paar Jahren genauso betrachten wie heute die alten einfachen Handys“, ist Branchenanalyst Francisco Jeronimo vom IT-Marktforscher IDC überzeugt. In nicht allzu ferner Zukunft werde es so sein, dass es eine Kette automatisierter Aktionen auslöst, wenn man sein Smartphone beispielsweise auf ein Filmplakat richtet.

Das Telefon schätzt dann ein, ob man den Film mögen könnte. Es fragt dann auch noch, ob man ihn sehen will, und geht bei einer positiven Antwort die Terminkalender des Nutzers und gegebenenfalls auch der Familie durch. Gleicht das mit den Spielzeiten im Kino ab und kauft Tickets. Und reserviert zum Abschluss des Abends vielleicht auch einen Tisch im benachbarten Restaurant. (dpa)

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