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Gemeinderat

11.03.2017

Nur Ettringen ist gegen den Solarpark

Auf dem Gelände der ehemaligen Sendeanlage Wertachtal soll das größte Solarkraftwerk Deutschlands entstehen. Die dafür benötigte Fläche ist so groß wie 66 Fußballfelder

Grünes Licht für die Vergrößerung des Solarparks auf dem Gelände der ehemaligen Sendeanlage Wertachtal. Die eingegangenen Einwände der „Träger öffentlicher Belange“ wurden vom Amberger Gemeinderat jetzt abgearbeitet.

Schon jetzt ist er eines der größten Solarkraftwerke in Deutschland und soll bald noch größer werden: Der Betreiber, das Unternehmen Solarpark Amberg-Unterallgäu GmbH, eine Tochter der WV Energie AG, hat eine Erweiterung von derzeit 35 auf 45 Megawatt beantragt. Nach Ende der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen zur Fächennutzungsänderung und einer darauf gründenden Installation (Bebauung) von Photovoltaikmodulen auf dem Areal des ehemaligen Wertachtal-Senders, stand in der jüngsten Amberger Gemeinderatssitzung die Behandlung der dazu eingegangenen Einwände und Stellungnahmen, insbesondere die fachlich betroffener Behörden und Dienststellen, auf der Tagesordnung.

Da im Rahmen eines vorgezogenen „Scoping-Termins“ bereits im November 2016 alle nur denkbaren Konfliktfelder etwa mit dem Natur- und Gewässerschutz erörtert und in der Planung berücksichtigt werden konnten, blieb die Resonanz vergleichsweise gering. Von Privatpersonen waren keinerlei Einwände vorgebracht worden, und von den 40 beteiligten „Trägern öffentlicher Belange“ hatten nur 14 Stellungnahmen abgegeben, die der Abwägung bedurften. Sorge bereitet die großflächige Umnutzung von Flächen innerhalb der Umzäunung der ehemaligen Senderanlage vor allem dem Ettringer Gemeinderat aus grundsätzlichen Erwägungen und weil diese Flächen auf lange Zeit einer landwirtschaftlichen Nutzung entzogen würden.

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Dem hielt Martin Eberle vom beauftragten Architekturbüro Kern allerdings entgegen, dass es sich um Konversionsflächen handele, die aus dem Altlastenkataster „nur nutzungsorientiert entlassen“ würden, das heißt: eine durchgängig landwirtschaftliche Nutzung sei derzeit ohnehin ausgeschlossen.

Außerdem würden nach den vorliegenden Plänen ehemalige Ausgleichsflächen außerhalb des Zaunes nun wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Auch den Schutz des Wiesenbrüters und anderer Brachvögel sieht Eberle in vollem Umfang gewährleistet. Der Regionalverband Donau-Iller wies in seiner Stellungnahme formell auf die im Bereich des ehemals südöstlichen Sendearms befindliche Vorrangfläche für Windkraftanlagen hin. Die Vertragsverhandlungen mit Kaufinteressenten des gesamten Geländes stehen inzwischen kurz vor dem Abschluss. Zuvor wird eine zweite öffentliche Auslegung der überarbeiteten Pläne stattfinden.

Heute stehen mehr als 140 000 Solarmodule auf einer Fläche von 47 Hektar und einer Leistung von 35 Megawatt, am Ende werden 67 Hektar mit Fotovoltaik-Anlagen belegt sein. Diese Fläche entspricht der Größe von 66 Fußballfeldern. Im Jahr 2016 wurden dort 40 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, das entspricht dem Verbrauch von rund 11 500 Haushalten. Bislang hat der Betreiber auf dem Gelände der ehemaligen Sendeanlage dafür rund 28,5 Millionen Euro investiert.

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