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18.03.2009

Nur die Buchloer sind am Donnerstag beim Ministerpräsidenten

Türkheim/Buchloe/München Wenn am morgigen Donnerstag in der Bayerischen Staatskanzlei das Thema Gymnasium Buchloe auf den Tisch kommt, dann werden die Buchloer und Ostallgäuer unter sich sein - mit Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Türkheimer, Bad Wörishofener und der Landkreis Unterallgäu wurden nicht geladen. Und das, obwohl sich Landrat Hans-Joachim Weirather noch Ende vergangener Woche in einem persönlichen Schreiben an Seehofer um eine Einladung bemüht hatte.

Wie berichtet, hatte er betont, dass sich Seehofer sicher ein umfassendes Bild der Situation machen möchte und deshalb nicht nur diejenigen eingeladen werden, die den Neubau eines Gymnasiums fordern, sondern auch diejenigen, die in Sorge um einen in unmittelbarer Nachbarschaft bestehenden, gut funktionierenden Standort - dem Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim - sind. Weirather an Seehofer: "Gerne nehme ich zusammen mit den Bürgermeistern von Türkheim und Bad Wörishofen, Silverius Bihler und Klaus Holetschek, an diesem Gespräch teil. Ich würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn Sie die lange und sorgfältig vorbereitete Entscheidung des Kultusministeriums in Frage stellten, ohne sich ein wirklich umfassendes Bild der Situation gemacht zu haben."

Das jedenfalls wird, so die MZ-Informationen, vorerst nicht geschehen. Wie das Landratsamt Unterallgäu aus der Staatskanzlei erfuhr, wird es nur ein Treffen Seehofers mit den Bürgermeistern der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe - Buchloe, Jengen, Waal und Lamerdingen - dem Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut und der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU) geben.

Sie war es auch gewesen, die nach der Ablehnung eines Gymnasium-Neubaus in Buchloe durch den Bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle beim Ministerpräsidenten um einen Gesprächstermin gebeten hatte - und ihn bekam. Angelika Schorer gestern gegenüber der MZ: "Um diesen Termin hatte ich aufgrund der Entwicklungen gebeten. Ich gehe davon aus, dass auch die Unterallgäuer einen Gesprächstermin bekommen werden, wenn sie ihn wünschen - ob mit oder ohne uns. Doch liegt es nicht in meiner Entscheidung, Termine für den Ministerpräsidenten zu vergeben."

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Nach Ansicht der Staatskanzlei soll am Donnerstag ohnehin keine Entscheidung fallen. Sollte sich etwas Neues ergeben, würden auch die Unterallgäuer gehört werden.

Gelassen reagiert Landrat Weirather (FW): "Wenn irgendwelche Entscheidungen revidiert werden sollten, dann werden wir sicher Gelegenheit bekommen, unsere Sicht der Dinge darzulegen. Nachdem wir nicht eingeladen werden, muss ich mir vorerst auch keine Sorgen machen." Dessen ungeachtet werde er am Donnerstag unmittelbar Kontakt mit der Staatskanzlei aufnehmen und sich über den Ausgang des Gespräches informieren sowie, so Weirather, "gegebenenfalls sofort reagieren".

Beherrschung angesichts der Nicht-Teilnahme versucht Türkheims Bürgermeister Silverius Bihler (CSU) zu wahren: "Mich wundert in der Politik gar nichts mehr. Doch wenn ich mir als Landesvater ein Bild machen will, dann muss ich auch beide Seiten anhören. Sollte tatsächlich die Entscheidung des Kultusministeriums revidiert werden, wäre dies absolut unverständlich." Bihler erinnert daran, dass der Ministerpräsident schon bislang in Sachen Gymnasium informiert sein müsste: "Erst im Januar hat er auch von mir ein Schreiben bekommen, in dem ich die Situation dargelegt habe. Da jetzt so zu tun, als ob man nicht eingebunden war in die Entscheidung des Kultusministeriums, das ist ein bisschen schwach."

Auch seperater Termin möglich

Einen Brief hat Seehofer am Wochenende auch von Bad Wörishofens Bürgermeister Klaus Holetschek - gleichzeitig Kreisvorsitzender der CSU - erhalten. Inhalt: Beide Seiten sollten gemeinsam gehört werden. An der Sachlage, dass das Gymnasium in Türkheim betroffen ist, wenn ein Gymnasium in Buchloe entsteht, habe sich schließlich nichts geändert. Bestritten würden nur die negativen Auswirkungen für Türkheim. Holetschek zur neuesten Entwicklung: "Ich gehe davon aus, dass der Ministerpräsident vor einer Entscheidung das Gespräch mit uns suchen wird - auch wenn dies am Donnerstag noch nicht der Fall ist. Alles andere könnte ich nicht nachvollziehen." Und ein solches Gespräch könnte durchaus an einem separaten Termin stattfinden - allerdings vor einer eventuellen Entscheidung.

Reagiert hat ebenfalls der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der FW-Landtagsfraktion, Bernhard Pohl (Kaufbeuren). Er hat sich bislang stets eindeutig für den Erhalt des Türkheimer Gymnasiums ausgesprochen - und tut das erneut in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten: "...da der Neubau eines Gymnasiums in Buchloe außerordentlich negative, nach meiner Meinung nach sogar existenzbedrohende Auswirkungen für Türkheim hätte." Deshalb sollte man auch die Unterallgäuer zu dem Gespräch am Donnerstag mit hinzuziehen, meint Pohl, "um beide Seiten zu hören".

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