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Konzert

10.10.2012

„O sole mio“ mit dem Stabmixer

Michi Marchner und Juri Lenz sind das Duo Scrap.
Bild: Stegen

Das Duo Scrap zu Gast im Braustadel

Rammingen Am Wochenende holten Michi Marchner und Juri Lenz im Ramminger Braustadel zum nächsten Schlag im Veranstaltungskalender aus – und der saß tief, ging es doch um nichts weniger als Scrap (zu deutsch Schrott). Und mit dem musizierten sie, genauer gesagt machten sie mit Wertstoff Musik. Da bleibt die Frage nach dem warum, gibt es doch so schicke Instrumente in Musikgeschäften zu kaufen. „Dafür reichen 16,20 Euro nicht aus“, sagte Michi und war damit schon beim Zeitgeist, der Wirtschaftskrise. Da kenne er sich aus, habe er doch die meiste Zeit seines Lebens in der Wirtschaft verbracht und das sei eine einzige Krise.

Dem tiefschwarzen Humor entsprechen die abwegigen Konstruktionen der Instrumente, die – dem ersten Eindruck widersprechend – alles andere als schrottig klingen. Da kommt etwa Installationsmaterial aus dem Baumarkt zum Einsatz. Ein PVC-Rohr klingt nach ein paar gekonnten Modifikationen wie eine Panflöte oder ein Alphorn. Als Gitarrenkorpus fungiert eine alte Schublade, und zwischen die angespielten Melodien aus einem Sammelsurium von Ethno-Folk über Klassik bis Rock streut Michi eine skurrile Geschichte nach der anderen. Kurios auch seine in „Europa einzigartige Hupensammlung“, die der chromatischen Tonleiter fähig sei.

Weitere Instrumenten-Highlights sind die Stabmixer-Geige, mit der er auf Knopfdruck das schnulzige „O sole mio“-Tremolo intoniert. Dabei im Repertoire ist auch die Titelmelodie aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder der Deep Purple-Klassiker „Smoke on the water“ – gespielt auf einer zur E-Gitarre umgebauten Mistgabel. Und charmant, wie die beiden sind, hat Michi nach mehreren erfüllten Zugabewünschen des begeisterten Publikums noch eines seiner typischen Komplimente angesichts so viel Kunstsinn in der Provinz parat: „Rammingen, das ist nicht der Arsch der Welt, aber man riecht ihn schon“.

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