Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Ortstermin im Auwald soll zur Aufklärung beitragen

09.10.2009

Ortstermin im Auwald soll zur Aufklärung beitragen

Stockheim Tief betroffen eröffnete Bürgermeister Klaus Holetschek die Diskussion um den Familienerlebnisweg im Auwald. Das Projekt war dann auch neben der Instandhaltung des allgemeinen Feld- und Wegenetzes das beherrschende Thema der Bürgerversammlung.

Barbara Knoll

"Ich ärgere mich sehr über die Konflikt- und Kritikführung zu diesem Punkt", so Holetschek. "In guter Absicht wollten wir auf Anregungen aus dem Familienforum heraus die Wertach erlebbar machen. Die Verwaltung hat einen Vorschlag erarbeitet, vorgestellt und der Stadtrat hat ihn im Grundsatz für gut befunden. Jetzt gilt es Argumente abzuwägen und die Förderung auszuloten. Man darf aber nicht bei jeder Gelegenheit die Keule rausholen und draufschlagen. Von einer absichtlich geplanten Parallelveranstaltung (Bürgerversammlung in der Gartenstadt) zur Anliegerhörung zu sprechen und die Abwesenheit von Stadträten als Desinteresse zu werten, ist einfach hanebüchen. Auch mir die Bürgernähe in einem Leserbrief abzusprechen, lass ich mir nicht gefallen!" Sichtlich erregt plädierte der Bürgermeister für einen Kompromiss zum Wohle der Natur, der Menschen und schlug noch vor der nächsten Ausschusssitzung einen Ortstermin vor.

Zahlreiche Gegenargumente

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nach diesem engagierten Statement kam eine Diskussion im voll besetzten Saal im Gasthaus "Adler" anfangs schwer in die Gänge. Einige Bürger brachten nochmals ihre Gegenargumente, wie die zu hohen Kosten (rund 148 000 Euro), die Zerstörung der einzigartigen Natur, Landschaftsschutzverordnungen, entstehende Folgekosten und die Zeckengefahr im Auwald zur Sprache. Den vorgeschlagenen Ortstermin begrüßten alle sehr.

Eugen Fenster plädierte anstatt des Familienerlebnisweges für eine Renaturierung der Wertach. Auch Standortalternativen, wie der Ausbau des Fischereilehrpfades nach Norden oder eine "Erlebniswelt" im Ostpark, wurden angesprochen. Niemand im Saal, außer Stadtrat Steffen Karpstein, sprach sich für einen Familienerlebnispfad im Auwald aus. Karpstein: "Noch ist eine Umsetzung nicht beschlossen, doch grundsätzlich fand ich die Idee spannend."

Der Leiter der Polizeiinspektion, Edmund Martin, versprach, sich dem Problem Wildcamping und damit verbundenen Alkoholexzessen und Müllablagerungen am Stausee anzunehmen. Auch der Vandalismus am Spielplatz war ein Thema der Bürgerversammlung. Laut Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Johann Roiser sei dieser gesperrt, die Geräte werden erst im Frühjahr wieder erneuert. Zuschuss der Stadt jährlich 400 Euro.

Nochmals auf die Kosten des Familienerlebnisweges zu sprechen, die auch die Stadt zu hoch ansieht, kam Landwirt Max Rappold: " Wir kämpfen jedes Jahr um ein paar Euro mehr zur Erhaltung unseres Feld- und Wegenetzes, und hier zaubert die Stadt einfach mal schnell einige zehntausend Euro aus dem Hut!" Er forderte die Aufstockung des jährlichen Etats. Stadtrat Konrad Hölzle mahnte: "Heuer sind wir in Stockheim insgesamt nicht schlecht weggekommen."

Die schleppende Schneeräumung der Nebenstraßen im Winter, eine unzureichende Bauüberwachung im Straßenbau und eine fehlende Schulweghelfer-Begleitung in Stockheim waren die abschließendenden Kritikpunkte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren