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Kabarett

03.11.2017

Panikmache? Nein danke!

Lutz von Rosenberg Lipinsky zog im Guggerhaus vom Leder.
Bild: Bader

Die Abrechnung des Lutz von Rosenberg Lipinsky

Die Bad Wörishofer Kleinkunstbühne Profil mit Stefan Ibel ist für ihr gutes Händchen in Sachen Kabarett bekannt. Mit Lutz von Rosenberg Lipinsky ist dies neuerlich gelungen. Nachdem er sich im Guggerhaus zunächst über den doch eher spröden Humor der Norddeutschen lustig gemacht hatte, bewies der Hamburger danach zwei Stunden lang ausgiebig und zur Freude des Publikums im voll besetzten Saal, dass es auch anders geht.

Lutz von Rosenberg Lipinsky hatte ein enorm großes Spektrum an Themen mitgebracht, die er auf jederzeit amüsante Weise darzubieten wusste, so dass insgesamt eigentlich Lachen fast ohne Unterbrechungen angesagt war. Von feiner Ironie über Zynismus auch mal hin bis zu bösem Sarkasmus war alles im Angebot. Was ihn am täglichen Leben besonders stört, sind der weit verbreitete Pessimismus in unserer Gesellschaft, der durch ständige Panikmache vor allem in den Medien, aber auch durch die Politik geschürt werde. Dabei bekommen alle kräftig ihr Fett weg, auch die Politiker, teils in scharfer Form. Auch Ursula von der Leyen und Thomas de Maiziere werden in ausführlicheren Passagen heftig vorgeführt. Die stets übermäßig aufgeregten Nachrichten karikiert er mit dem Spruch von dem „tickenden Gegenstand, der in einem Uhrengeschäft gefunden wurde“. Die Themen gehen querbeet über die mangelnde Personalausstattung bei Krankenhäusern, Polizei oder Bahn mit den entsprechenden überspitzt formulierten Texten. Dezent versteckt kommt sein Thema „Wir werden alle sterben“ immer wieder zwischendurch zum Vorschein, wenn er sich zum Beispiel fragt, wie man das System überhaupt überleben kann. Denn Panik verbreitet wurde ja auch bei der Bankenkrise, beim Euro mit Griechenland oder sonst bei jeder Gelegenheit. „Dabei mag uns die ganze Welt, nur wir uns selber nicht“, so sein Credo zu unserem Land. Am Ende hat er jedoch auch eine Botschaft parat: Bei dezenter Musik empfiehlt er die Vision von einem entspannten, stressfreies Leben, bei dem man sich nicht von den äußeren Gegebenheiten beeinflussen lassen sollte. (heb)

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