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Ein Lob auf die Mindelheimer Väter

14.05.2015

Papa macht Kinder selbstbewusst

Anka Teubert
Bild: Johann Stoll

Die heutige Generation kümmert sich viel mehr um Erziehungsfragen ihrer Kinder, sagt die Psychologin

Väter sind für die Entwicklung ihrer Kinder genauso wichtig wie die Mütter. Eine ganz besondere Rolle spielen sie bei der geistigen Entwicklung. Anka Teubert sagt das. Sie ist diplomierte Psychologin und arbeitet seit Januar bei der Psychologischen Beratungsstelle in der Mindelheimer Steinstraße, vormals Erziehungsberatungsstelle. Für die Väter unserer Tage hat die Erziehungsexpertin insgesamt ein dickes Lob parat, nicht nur zum heutigen Vatertag. Sie übernehmen immer mehr Aufgaben in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder. Mit der Hausarbeit allerdings tun sich die Herren der Schöpfung nach wie vor eher schwer. „Aber das ist nicht mein Thema“, schmunzelt sie.

Väter gehen generell mit ihren Kindern anders um als Mütter. Sie seien eher robuster und setzten auf körperliche Aktivitäten. Während Mütter eher die Sorge umtreibe, dass ihren Kindern etwas zustoßen könnte, seien Väter gelassener, sagt Teubert. „Sie trauen Kindern mehr Selbstständigkeit zu“. Das fördere die Unabhängigkeit und stärke das Selbstbewusstsein der Kinder.

Väter machten so erst die Ablösung von der Mutter möglich, was für die Entwicklung der Kinder wichtig ist. Väter seien eher für die Disziplin zuständig und setzten Regeln. Die Psychologin rät aber auch dazu, mal nachzugeben, „wenn etwas nicht lebensnotwendig ist“. Kinder stärke das.

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Jedes Kind wünscht sich Vater und Mutter. In der Nachkriegszeit war es noch weit verbreitet, dass Väter kaum greifbar waren. Sie waren oft abwesend, weil sie als Alleinverdiener die Rolle des Ernährers spielten.

Heute beteiligten sich Väter viel mehr an der Erziehung, betont Teubert. „Wenn die Mutter ausfällt, sind Väter genauso gut in der Lage, Kinder groß zu ziehen“. Da gebe es keine Unterschiede zwischen Mann und Frau. Diese Rolle kann auch jemand anderes übernehmen. Aber natürlich läuft auch heute noch manches schief. Teubert sagt, Väter sollten vor allem ermutigen und nicht strafen. „Kinder wollen immer ihr Bestes geben, da sollte man sie fördern“. Rituale seien in einer Familie wichtig, weil dadurch der Austausch gepflegt werde. Das können auch Dinge sein wie ein gemeinsames Frühstück oder Abendessen.

Am Vatertag beobachte sie vermehrt, dass Väter den Tag gemeinsam mit ihrer Familie verbringen. Mit Bollerwagen und Freunden loszuziehen, sei nicht mehr so gefragt. Im Sinne der Gleichberechtigung findet Teubert den Vatertag gut. Er gefällt ihr sogar etwas besser, weil er noch nicht so von Geschäftsinteressen vereinnahmt worden ist. (jsto)

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