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29.11.2019

Party-Notbremse trifft (leider) die Falschen

Das Juze in Irsingen ist eines der größten seiner Art in der Region. Um seinen Unterhalt zu finanzieren, veranstaltet der Jugend- und Brauchtumsverein rund zehn Partys pro Jahr. Weil am vergangenen Samstag eine Massenschlägerei ausgebrochen war, hat der Trägerverein jetzt angekündigt, vorerst keine Party mehr zu veranstalten.

Was bleibt den Verantwortlichen des Jugend- und Brauchtumsvereins Irsingen denn schon anderes übrig, als jetzt erstmal für Ruhe zu sorgen und dem Party-Völkchen für ein Weilchen den Hahn abzudrehen?

Eine Massenschlägerei mit mehreren Verletzten, total betrunkene Jugendliche, ein Großaufgebot an Polizei – das sind Nachrichten, die gerade ein Jugendzentrum so ganz und gar nicht brauchen kann. Jetzt die Party-Notbremse zu ziehen und die beliebten (Groß-)Veranstaltung vorerst auf Eis zu legen ist ein logischer, konsequenter und richtiger Schritt.

Die Verantwortlichen im Irsinger Jugendzentrum ziehen die Party-Notbremse: „Erzieherische Maßnahmen“ im Irsinger Jugendzentrum "Zur Freiheit"

Leider ist es wie so häufig in solchen Fällen: Die „erzieherische Maßnahme“ trifft auch hier die Falschen. Einmal sind es die Freiwilligen im Juze, die bei den Partys ehrenamtlich schuften und ihre (Frei-)Zeit opfern. Sie haben wohl nichts falsch gemacht und standen am Samstag buchstäblich vor einem Scherbenhaufen.

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Zum Glück sind die Verantwortlichen im Juze Irsingen „sturmerfahren“ und dadurch besonnen und erfahren genug, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

„Bestraft“ werden leider auch die vielen Jugendlichen, die das Juze Irsingen als Party-Location sehr schätzen und nur eines im Sinn hatten: Spaß haben und Party machen. Und dafür ist ein Jugendzentrum ja auch genau der richtige Ort. Dass es wieder einmal eine Handvoll gewaltbereiter und/oder besoffener Idioten geschafft hat, das alles kaputtzumachen, ist traurig und ärgerlich.

Den Verantwortlichen des Juze-Vereins ist nur zu wünschen, sich nicht von ihrer erfolgreichen Linie abbringen zu lassen. Die Massenschlägerei vom Wochenende muss selbstverständlich ein schlimmer Einzelfall bleiben – das ist schließlich das existenzielle Interesse des Jugendzentrums Irsingen. Gemeinsam mit der Polizei wird sich sicher ein guter Weg finden lassen, um bei ähnlichen Auswüchsen richtig – besser? – reagieren zu können.

Aber auch hier ist es leider so – eine absolute Sicherheit wird es nicht geben. Die kann kein Veranstalter der Welt garantieren.

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