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Markt Wald

06.10.2018

Paukenschlag bei der Markt Walder Feuerwehr

Der frühere Kommandant Markus Oberhoffner (links) wurde nun wiedergewählt. Sein Stellvertreter ist Gerhard Strodel (rechts). Bürgermeister Peter Wachler gratulierte den beiden und bot ihnen eine gute Zusammenarbeit an. <b>Foto: Wilhelm Unfried</b>
Bild: Wilhelm Unfried

Die Neuwahlen bei der Freiwilligen Feuerwehr Markt Wald enden nach einer Kampfkandidatur mit einer Überraschung.

Die Neuwahlen zum Amt des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Markt Wald brachten eine faustdicke Überraschung. In der geheimen Abstimmung setzte sich der frühere Kommandant Markus Oberhoffner durch, der sich im April dieses Jahres nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung gestellt hatte. Er gewann mit 17 zu 13 Stimmen gegen Daniel Thalhofer, den Bürgermeister Peter Wachler damals mangels anderer Kandidaten als Notkommandanten eingesetzt hatte. (Lesen Sie dazu auch: Streit um Markt Walder Feuerwehrhaus eskaliert) Zu Oberhoffners Stellvertreter wurde der frühere Jugendwart Gerhard Strodel gewählt, der im April ebenfalls nicht mehr kandidiert hatte.

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Dass die beiden sich im Frühjahr nicht mehr zur Wahl gestellt und damit einen kleinen Eklat verursacht hatten, hängt mit dem seit langem schwelenden Streit um den Standort für das neue Feuerwehrhaus zusammen. Der Marktrat hatte im November 2016 wie berichtet mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dieses in der Bahnhofstraße an der Grenze zum Ortsteil Anhofen zu errichten. (Den Artikel dazu finden Sie hier: Standort für neues Feuerwehrhaus in Markt Wald birgt Zündstoff) Einige Feuerwehrleute, darunter Kommandant Oberhoffner und sein jetziger Stellvertreter Strodel, hielten diese Entscheidung jedoch für falsch. Sie sind überzeugt, dass die vorgeschriebene Hilfsfrist dort nicht für alle Ortsteile eingehalten werden kann und plädieren deshalb dafür, das bestehende Feuerwehrhaus in der Hauptstraße umzubauen. Dagegen spricht nach Ansicht der Markträte unter anderem, dass es dort keinen Platz für eine Erweiterung und auch nicht für die inzwischen vorgeschriebenen Alarmparkplätze gibt.

Unbekannte drangen in das Markt Walder Feuerwehrhaus ein

Im Vorfeld der damaligen Entscheidung hatte es anonyme Briefe und Drohungen gegeben und auch danach glätteten sich die Wogen offenbar nicht. Ende August waren jedenfalls Unbekannte ins Feuerwehrhaus eingedrungen, hatten eine Einsatztafel mit einem Hakenkreuz beschmiert, die Luft aus dem Reifen eines Einsatzfahrzeugs gelassen und zudem in die Stiefel des Notkommandanten uriniert. Da keine Einbruchsspuren feststellbar waren, liegt der Verdacht nahe, dass die Eindringlinge einen Schlüssel gehabt haben müssen. Die jetzige Wahl war wegen dieses Vorfalls verschoben worden.

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Zum neuen Termin waren 30 Feuerwehrleute gekommen. Dass sich Notkommandant Daniel Thalhofer zur Wahl stellen würde, war da bereits bekannt. Als Bürgermeister Peter Wachler nach weiteren Vorschlägen fragte, fiel Oberhoffners Name. Auf Anfrage erklärte er sich bereit, zu kandidieren – und entschied schließlich die Wahl mit 17 zu 13 Stimmen für sich. Für den Posten des Zweiten Kommandanten gab es nur einen Bewerber. Gerhard Strodel erhielt 19 Ja-Stimmen bei zehn Enthaltungen.

Peter Wachler war anzumerken, dass er von diesem Wahlausgang überrascht wurde. „Wir haben das Votum zu akzeptieren“, meinte er und bot der neuen Vorstandschaft eine konstruktive Zusammenarbeit an. Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass er froh sei, dass nun das Weiterbestehen der Feuerwehren Immelstetten, Oberneufnach und Markt Wald für die nächsten sechs Jahre gesichert sei. Die Gemeinde werde mit allen Wehren unabhängig von Personen zusammenarbeiten. Wie es mit dem geplanten Neubau weitergeht, hängt vom Feuerwehrbedarfsplan ab, den die Kritiker des Standorts in der Bahnhofsstraße gefordert hatten. Er wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr vorliegen und dann auch darüber Auskunft geben, ob die Hilfsfrist eingehalten werden kann oder nicht. Sollte Letzteres der Fall sein, hatte Wachler bereits in der Gemeinderatssitzung vor knapp zwei Jahren angekündigt, einen neuen Standort für das Feuerwehrhaus zu suchen.

Den Kommentar zu diesem Thema finden Sie hier: Es braucht einen Neuanfang

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