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Gemeinderat

20.11.2017

Planerische Freiheit für Bauherren

Hier soll das neue Baugebiet „Hungerbach-Nord“ entstehen. Bürgermeister Norbert Führer und der Gemeinderat haben jetzt die planerischen Weichen gestellt.
Bild: Alf Geiger

Im neuen Baugebiet „Hungerbach-Nord“ wird Platz für junge Familien geschaffen

Die Vorgaben und Eckwerte für das neue Wohngebiet „W12 Hungerbach-Nord“ (die MZ berichtete) sollten im Zuge der vereinfachten und beschleunigten Bauleitplanung auf der jüngsten Wiedergeltinger Gemeinderatssitzung erörtert, festgezurrt und beschlossen werden; das war das dominierende Thema.

Denn es besteht Bedarf an erschlossenem Baugrund. Das hatte der rasante Verkauf der wenigen Grundstücke an der Steingadener Straße gezeigt. Beratend hatte man zur Sitzung Thomas Haag vom beauftragten Planungsbüro abtplan hinzugezogen. Der wurde angesichts der zu lösenden planerischen Aufgabe im Spannungsfeld einer gewachsenen dörflichen Bebauung und den potenziellen Bauherren zuzugestehenden Freiheiten fast ein wenig philosophisch, indem er einen Experten mit den Worten zitierte: „Ein guter Bebauungsplan ist einer, der keine Befreiung braucht“ und diesen Standpunkt aber auch gleich mit einem Fragezeichen versah.

Der Gemeinderat hangelte sich von Punkt zu Punkt des bereits zuvor im Bauausschuss mehrfach diskutierten Planentwurfs und seiner Alternativen und versuchte Bauherrenfreiheit und die Anpassung ans Ortsbild ins Gleichgewicht zu bringen.

Das betraf etwa die zulässigen Dachtypen: Zeltdach, Walmdach, Satteldach und Pultdach, die allerdings ausschließlich in nicht grellen Farben, also im verbreiteten dachziegelrot, in grau und anthrazit eingedeckt werden dürfen. Für die Außenwände sind sandfarbene Töne vorgegeben, wobei allen die „Gummidefinition“ bewusst war. Haupt- und Nebengebäude (Garage) sollen zudem eine „gestalterische Einheit“ bilden – auch diese Formulierung lässt Spielraum für individuelle Auslegungen.

Zulässig sein soll nach dem Willen des Gemeinderats eine Drehung des Baukörpers um 90 Grad im vorgegebenen Baufenster, sodass alternativ die Ausrichtung des Hausgiebels zur Straße möglich ist. Auseinander gingen die Ansichten über eine Restfläche in der Ecke des Areals. Während einige Gemeinderäte diese einer Nutzung für Kinder als Spiel- und Bolzplatz vorbehalten wollten, plädierte unter anderen Johann Menhofer für einen weiteren Bauplatz an dieser Stelle.

Seine Argumentation fand mit sechs zu fünf Stimmen eine knappe Mehrheit. Damit werden in dem neuen Baugebiet nun 14 statt 13 Bauplätze zur Verfügung stehen. Direkt vom Wendehammer der neuen Wohnstichstraße soll ein zwei Meter breiter Fußweg zwischen zwei Häusern den Zugang zum Kleinen Hungerbach ermöglichen.

Erst gegen Schluss der Erörterung kam die Thematik des hohen Grundwasserstands zur Sprache, die eine Kiesaufschüttung des nur 200 Meter nördlich gelegenen Gewerbegebiets erforderlich gemacht hatte. Planer Thomas Haag machte deutlich, dass das Wasserwirtschaftsamt in diesem Zusammenhang ein Bodengutachten verlangen könnte. In Kenntnis dieses Sachverhalts votierte der Gemeinderat geschlossen für das neue Baugebiet und die Feinabstimmungen im einzelnen.

Auf der Tagesordnung stand abschließend der Antrag des Bürgervereins auf Errichtung einer Wassertretanlage. Der Bürgerverein stellt dafür einen Zuschuss von 5000 Euro in Aussicht. In der Folge wurden diverse Standorte an Bachläufen diskutiert, die teils relativ weit außerhalb der Bebauung liegen. Allerdings ist hier der Wasserstand stark jahreszeiten- und witterungsabhängig. Bernd Stapfner argumentierte daher für den Brunnen im Ortszentrum, auch wegen seiner Erreichbarkeit für alle, den es allerdings entsprechend umzugestalten gelte. Grundsätzlich befürworteten alle Gemeinderäte eine solche Wassertretanlage. Bürgermeister Norbert Führer will im nächsten Schritt Kostenangebote einholen.

Die Diskussion ist geschlossen.

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