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Regionalentwicklung

12.10.2016

Professorin spricht über Trends

Theresia Theurl sprach über gute Zusammenarbeit
Bild: Frieß

Theresia Theurl erklärt bei einer Versammlung des Vereins Pro Nah in Sontheim die Schlüsselfaktoren einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

Die Tradition, bei den Treffen des Clubs „52 Pro Unterallgäu“ erst mal zu puzzeln, geht bereits in das vierte Jahr. Von links unten nach rechts oben setzte sich bei der Veranstaltung des Vereins Pro Nah auf der Bühne der Dampfsäg wieder das hölzerne Landkreis-Puzzle zu einem mehr als drei Meter breiten und drei Meter hohen Kunstwerk zusammen. Fast schon Routine für die Vertreter der 52 Unterallgäuer Gemeinden und Firmen.

 „Dennoch ein immer wieder beeindruckender Moment“, meinte Hermann Kerler, Vorsitzender von Pro Nah. Für den Vortrag an diesem Abend konnte er die Universitäts-Professorin Theresia Theurl gewinnen, die in Münster am Institut für Gemeinwohl zum Thema Kooperationen forscht. Die Österreicherin ging mit klaren Worten auf die Schlüsselfaktoren ein, die ihr zufolge dafür sorgen, dass Kooperationen gelingen. „Dabei liegt es nicht immer daran, dass sich zu wenige um etwas kümmern und voranbringen wollen“, erklärt die Salzburgerin. „Es müssen bei einer Kooperation auch ganz klare Ziele festgelegt werden.“ Die Frage sei jedoch auch, was zu tun ist, wenn man mit Blick auf die Zukunft die regionale Verwurzelung fördern und erhalten will? Ein Tipp der Expertin: sich an die Trends wagen, bevor andere sie für sich entdecken.

„Denn sich auf ein Thema zu stürzen, das andere bereits erfolgreich umsetzen, mache keinen Sinn“, sagte Theurl. Dabei sei es wichtig, das Umfeld in Kooperationen immer mit einzubeziehen und das Regionale auch im Globalen zu wagen. „Eine gute und erfolgreiche Kooperation ist wie eine Ehe, bei der muss man auch bestimmte Dinge beachten, damit es klappt“, betonte die Expertin. In der Regionalentwicklung komme es auf mehrere Erfolgsfaktoren an: ein tragfähiges Fundament, realistische Ziele, sich nicht im Klein-Klein verlieren, gute Regeln für den Zusammenhalt, eine funktionierende Entscheidungsfindung und Kommunikation. Der Faktor Mensch jedoch sei ganz besonders zu beachten. „Diejenigen, die sich engagieren, dürfen nicht überfordert, aber auch gleichzeitig nicht enttäuscht werden“, gab Theurl zu bedenken. Sie wies jedoch auch darauf hin, dass in manchen Fällen Kooperationen einfach nicht klappen, weil sich die Menschen nicht verstehen. Ein Faktor, den man als Organisator nicht immer im Griff habe.

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