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Islam

28.06.2016

Ramadan im Wertachmarkt

Immer freitags und samstag treffen sich die Gläubigen in der Türkheimer Moschee zum Fastenbrechen. An den Abenden darf auch in der Fastenzeit gegessen werden.
Bild: Oliver Gaw

Die Türkheimer Moschee ist mittlerweile wichtige Anlaufstelle für Asylsuchende. Gemeinsam begeht man dort den Fastenmonat. Die Art der öffentlichen Debatte über den Islam sieht man dort mitunter kritisch.

Auch die muslimischen Bürger Türkheims feiern zur Zeit Ramadan, den neunte Monat im islamischen Mondkalender – die Fastenzeit. Noch bis zum 5. Juli dauert in diesem Jahr der Fastenmonat. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang darf der gläubige Muslim weder Nahrung noch Getränke zu sich nehmen. Davon ausgenommen sind Kinder, alte oder kranke Menschen. Der Fastenmonat dient im muslimischen Glauben unter anderem dazu, sich auch auf schlechte Zeiten zu besinnen, und an diejenigen zu denken, die nicht immer etwas zu Essen haben. Es ist eine sehr persönliche Form des Gottesdienst zwischen dem Gläubigen und seinem Schöpfer. Ausserdem praktizierte der Prophet Muhammad, Vorbild für die gläubigen Muslime, das Fasten und lehrte die Barmherzigkeit mit den Armen.

Das Fastenbrechen, welches dann täglich nach Sonnuntergang im Kreise der Familie, Verwandten und Bekannten stattfindet, feiern die Türkheimer Muslime jeden Freitag- und jeden Samstagabend während des Ramadan als großes Fest in ihrer Moschee. Dann nämlich, darf das Fasten mit kleinen Mahlzeiten und Getränken unterbrochen werden. Zu den Feierlichkeiten war diesmal auch Bürgermeister Sebastian Seemüller eingeladen. Uysal Hüseyin, Vorsitzender der Moscheegemeinde, betonte dabei die guten Beziehungen der muslimischen Glaubensgemeinschaft zur Türkheimer Gemeinde und deren Bürger.

Bereits 1985 wurde die Türkisch-Islamische Union als Verein im Markt gegründet und mit der Errichtung der Moschee im Jahr 1997 hatten die Bürger muslimischen Glaubens dann auch ein Gotteshaus. Auch hierbei gab es keine Probleme bestätigte der zweite Vorsitzender Askin Güngör. „Das Minarett unserer Moschee ist mit dem Kirchturm einer christlichen Kirche vergleichbar – beide sind Symbol für ein Gotteshaus“, so Güngör im Gespräch mit dem Bürgermeister.

Ramadan im Wertachmarkt

Ungefähr neunzig Mitglieder und deren Familien umfasst derzeit die muslimische Glaubensgemeinschaft.

Kritisch sieht Askir Güngör zur Zeit die öffentliche Diskussion. Zu oft werden Begrifflichkeiten des islamischen Glauben undifferenziert mit Terrorismus in einen Topf geworfen und führen so zu Verunsicherung.

Auch in der muslimischen Gemeinde Türkheim wird deshalb jede Form von Extremismus verurteilt. „Offenheit, Akzeptanz und ein Miteinander sind wichtige Säulen für ein friedvolles Zusammenleben“, so der zweite Vorstand des Vereins. Und so lädt Askin Güngör auch jeden Interessierten ein, sich die Mosche einmal anzusehen und mit ihm zu sprechen. Die Gastfreundschaft wird dem interessierten Besucher sicher sein.

Die Moschee, namentlich Mehmet Akif Ersoy Camii ist inzwischen auch eine wichtige Anlaufstelle für die Asylsuchenden Muslime der Marktgemeinde. Besonders zum wichtigen Freitagsgebet, wird die Türkheimer Moschee gerne von den Flüchtigen aufgesucht.

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