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Rammingen

28.01.2019

Rammingen schützt seine Dorfwirtschaften

Ernst Woisetschläger ist einer von gut 50 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die den Ramminger Dorftreff umtreiben. Nur donnerstags von 14 bis 17 Uhr, sind die Räume im neuen Gemeindehaus geöffnet. Dabei soll es auch bleiben, hat der Gemeinderat entschieden, um die örtliche Gastronomie zu schützen.
Bild: Archivfoto Wilhelm Unfried

Mit dem Trägerverein des neuen „Dorftreffs“ wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, um eine Konkurrenz zur bestehenden Gastronomie zu verhindern.

Groß ist die Freude in Rammingen über den gelungenen Neubau des Gemeindehauses. Dort ist im neuen „Dorftreff“ auch ein Treffpunkt für Jung und Alt entstanden, der von einem eigens gegründeten Trägerverein organisiert wird und jeden Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet ist. Die Initiative dazu hatten Erwin Trommer und Ingrid Schindele übernommen, weil es in Rammingen keine Gastronomie mehr gab, die am Nachmittag geöffnet hat. Der Trägerverein „Dorftreff Rammingen“ hat bereits mehr als 50 Mitglieder, die gerne und ehrenamtlich dabei helfen, dass im Dorftreff alles bestens funktioniert.

Mit dem Trägerverein hat die Gemeinde Rammingen jetzt eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen – was wie eine Formalie klingt, hat einen durchaus ernsten Hintergrund. So will der Gemeinderat auch dafür sorgen, dass durch den neuen Dorftreff „keine gemeindliche Konkurrenz“ zu den bestehenden Gaststätten entstehen kann, wie Bürgermeister Anton Schwele erklärt.

Private Feiern sollen im Ramminger Dorftreff nicht möglich sein

Vor allem private Feierlichkeiten sollen demnach „aus Rücksicht auf die örtliche Gastronomie grundsätzlich nicht möglich sein“, heißt es daher in der Vereinbarung, die jetzt einstimmig vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Außerdem wird festgeschrieben, dass die Räume des Dorftreffs im Gemeindehaus „grundsätzlich nicht parallel zu den Öffnungszeiten der Gaststätten in Rammingen“ genutzt werden können.

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Außerdem kann der Dorftreff nur genutzt werden, wenn mindestens ein verantwortliches Mitglied des Trägervereins anwesend ist, der dann auch für den Betrieb und die Ordnung verantwortlich ist. Wer die Räume des Dorftreffs nutzen will, muss dann auch die Getränke vom Trägerverein abnehmen. Für die Gemeinde gehe es vor allem darum, mit dem Dorftreff den Kontakt unter der Bevölkerung zu stärken und das Gemeinschaftshaus mit Leben zu erfüllen, so Schwele.

Die Bücherei in Rammingen betreibt eine Gruppe Freiwilliger

Die Rathausverwaltung hat im Gemeindehaus inzwischen ebenso ihren Platz gefunden wie die Bücherei: Fast 900 Bücher und 20 Kindervideos warten auf Abholer. Auch die Bücherei wird von einer Gruppe Freiwilliger betrieben.

Ein Arzt wird hier eine Filiale seiner Praxis eröffnen und feste Sprechstunden anbieten. Die Praxisräume werden derzeit eingerichtet. Im ersten Stock ist eine Wohnung für die SOS-Betreuungsgruppe untergebracht. Stefanie Natterer und Carolin Ledermann haben das Betreuungskonzept „Sei ohne Sorge“ ins Leben gerufen.

Der Spielplatz für die Ramminger Kinder soll im Frühjahr fertig sein

Und auch an die jüngsten Mitbürger hat man gedacht. Der Spielplatz nach Westen wird im Frühjahr fertig, so Schwele. Die Spielgeräte sind da, es fehlen noch ein paar Büsche. Rund 250 000 Euro hat der Spielplatz gekostet.

Gut 2,6 Millionen Euro wird das Ramminger Gemeindehaus unterm Strich wohl kosten, wie viel genau davon aus der Gemeindekasse bezahlt werden muss, steht erst fest, wenn die in Aussicht gestellten staatlichen Zuschüsse zugeteilt worden sind. Derzeit geht Schwele von einem Eigenanteil von rund 2,3 Millionen Euro aus. Möglich wurde das Ramminger Prestige-Objekt vor allem auch durch eine großzügige Spende von Luitpold Lipp, der nach seinem Tod damit den finanziellen Grundstein für das Gemeindehaus gelegt hatte. Rund 1,3 Millionen Euro hat der Mäzen und Bauunternehmer in eine Stiftung eingebracht, die in den vergangenen Jahren mehrere soziale und gemeinnützige Einrichtungen in Rammingen und der Region großzügig unterstützt hat. An den Gönner erinnert eine Gedenktafel.

Das neue Gemeindehaus wird am Sonntag, 28. Juli, offiziell eingeweiht.

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29.01.2019

Eine sehr gute Entscheidung des Gemeinderates. Der Niedergang aller Dorfwirtschaften wurde und wird maßgeblich mit den steuerbegünstigten Vereinsheimen befördert - natürlich nur im Interesse des Vereinslebens!!

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