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Rammingen

31.01.2020

Ramminger Gemeinderat sagt „Jein“ zum Flexibus

Die Bürgermeister der Wertachtalgemeinden trafen sich im November 2019 mit Flexibus-Anbieter Josef Brandner (4. von links) zum „Flexibus-Gipfel“ , fachlich beraten und unterstützt von Christine Heim (3. von links) vom zuständigen Sachgebiet des Landratsamtes und dem ÖPNV-Beauftragten Helmut Höld (3. von rechts).
Bild: Reinhard Stegen

Plus Ohne eine Anbindung nach Bad Wörishofen und Mindelheim tun sich die Ramminger Gemeinderäte sehr schwer, das Projekt finanziell zu unterstützen.

Immer mehr ins Stottern kommt die Einführung des Flexibusses im Wertachtal: Nachdem der Gemeinderat Türkheim wie berichtet kräftig auf die Euphoriebremse getreten und seine finanzielle Unterstützung für das Projekt von einer Anbindung nach Bad Wörishofen abhängig gemacht hatte, war es jetzt der Ramminger Gemeinderat, der dem Flexibus zumindest teilweise eine Abfuhr erteilte.

Rammingen will eine Verbindung mit dem Flexibus nach Mindelheim und Bad Wörishofen

Nur für den Fall, dass es für Rammingen eine funktionierende Anbindung nach Bad Wörishofen und Mindelheim gebe, werde Rammingen bereit sein, den geforderten Zuschuss von rund 25.000 Euro in der fünfjährigen Versuchsphase zu zahlen. Ob diese Forderungen jedoch auch realistisch sind?

Auch die Türkheimer sind vom Konzept nicht restlos begeistert: Türkheim tritt beim Flexibus kräftig auf die Euphorie-Bremse

Ramminger Gemeinderat sagt „Jein“ zum Flexibus

Eine Anbindung nach Bad Wörishofen hatte Flexibus-Betreiber Josef Brandner aus Krumbach nämlich schon beim „Flexibus-Gipfel“ in Wiedergeltingen im November ausgeschlossen und e den Kommunalpolitikern aus dem Wertachtal klarzumachen versucht, dass eine entsprechende Flexibus-Verbindung nach Bad Wörishofen am Veto der Bahn zwangsläufig scheitern werde. Zumindest die von Wiedergeltingen massiv geforderte Anbindung von und nach Buchloe konnte damals noch nachgebessert werden.

Noch ist die Begeisterung für den Flexibus gebremst: Der Flexibus startet im Unterallgäu stotternd

Allzu große Begeisterung löste das Konzept im Ramminger Gemeinderat aber dennoch nicht aus. Im Gegenteil, die Skepsis der Gemeinderäte war genauso deutlich wie die von Bürgermeister Anton Schwele: „Das macht nur Sinn, wenn eine Anbindung nach Mindelheim möglich ist“, sagte Schwele. Allein die Verbindung nach Türkheim und weiter zu den beiden Haltepunkten in Buchloe sei aus Ramminger Sicht wohl zu wenig. Und wenn dann von Türkheim aus auch keine Weiterfahrt nach Bad Wörishofen zustande käme, dann stelle sich ihm schon die Frage: „Wollen wir das? Macht das Sinn?“, so Schwele. Dann müsse ein Flexibus-Fahrgast, der von Rammingen nach Mindelheim fahren wolle, ja erst nach Türkheim zum Bahnhof gefahren werden, auf die Bahn umsteigen und in Mindelheim dann vielleicht sogar wieder einen Flexibus rufen, schüttelte Schwele den Kopf.


Immerhin sei die Situation beim ÖPNV in Rammingen durch den Fahrdienst der Nachbarschaftshilfe SoS ohnehin deutlich entspannter als es vielleicht in anderen Gemeinden der Fall sei. Schwele war daher sichtlich hin- und hergerissen zwischen den möglichen Vorteilen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Unterallgäuim Allgemeinen und den finanziellen Auswirkungen auf die Ramminger Gemeindekasse im Besonderen.

Rammingen soll in den ersten fünf Jahren 25.000 Euro für den Flexibus zuschießen

Immerhin müsste Rammingen in den ersten fünf Jahren einen Zuschuss von rund 25.000 Euro leisten und nicht nur 2. Bürgermeister Fritz Böckh fragte da kritisch in die Runde: „Nur aus Solidarität 25.000 Euro zahlen...? Nein!“ Hans Schindele (FWG) und Alfred Waltenberger (Bürgerliste) waren sich einig: Zwar sei jede Verbesserung des ÖPNV grundsätzlich zu begrüßen, doch am Ende müsse aber schon ein erkennbarer Vorteil für die potenziellen Flexibus-Kunden in Rammingen dabei herauskommen. Hans Zitzler (UWG) machte deutlich, dass auch er zwar grundsätzlich positiv zum Flexibus eingestellt sei, setzte dann jedoch ein dickes „Aber“ dazu. Volker Schwarz (FWG) brachte es dann auf den Punkt: „Wenn eine Anbindung nach Mindelheim nicht möglich ist, dann macht das keinen Sinn“.

Ulrike Degenhart (FWG) schlug sogar vor, den eigentlich für den Flexibus geplanten Zuschuss dann doch besser gleich direkt in den Fahrdienst der Ramminger Nachbarschaftshilfe zu investieren. Nach einiger Diskussion beschloss der Gemeinderat dann mit deutlicher Mehrheit, sich nur finanziell am Flexibus beteiligen zu wollen, wenn auch eine funktionierende Anbindung nach Mindelheim und Bad Wörishofen sichergestellt werden kann.

Wiedergeltingen fordert eine Anbindung nach Buchloe: Ein „Flexibus-Gipfel“ für das Wertachtal

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