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22.02.2018

Razzien bei Ex-Audi-Vorständen

Industrie Die Ermittlungen im Abgas-Skandal wurden erneut ausgeweitet: Beamte durchsuchten jetzt Privatwohnungen und einen Arbeitsplatz. Die Zahl der Beschuldigten steigt damit auf 17

Ingolstadt Im Zuge der Ermittlungen zum Abgas-Skandal hat es nach Angaben der Staatsanwaltschaft München II erneut Durchsuchungen gegeben. Dieses Mal standen auch zwei ehemalige Audi-Vorstände im Fokus der Ermittler.

Die Beamten durchsuchten Privatwohnungen und – in einem Fall – auch einen Arbeitsplatz. Es wurde aber nicht wie zuletzt an Standorten der Audi AG durchsucht, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage sagte.

Es besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten „für das Inverkehrbringen zumindest eines wesentlichen Teils der mit manipulativer Abgassteuerungssoftware ausgestatteten Kraftfahrzeuge mitverantwortlich waren“, schrieb die auf Wirtschaftsstrafsachen spezialisierte Behörde. Aktuelle Mitglieder des Audi-Vorstands seien nach wie vor nicht unter den Beschuldigten.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Audi, in den USA und Europa ab 2009 mindestens 210 000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft zu haben. Seit einem Jahr ermittelt sie wegen Betrugs und strafbarer Werbung. Anfang Februar hatten Ermittler die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm durchsucht. Inzwischen sei die Zahl der Beschuldigten von 14 auf 17 gestiegen, erläuterte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Als einziger Beschuldigter sitzt der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand weiterhin in Untersuchungshaft. Er war schon im September 2017 festgenommen worden. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen.

In einer spektakulären Aktion hatte die Staatsanwaltschaft München am 15. März 2017 während der Jahres-Pressekonferenz von Audi-Chef Rupert Stadler in Ingolstadt die Konzernzentrale durchsucht. Damals ging es um 80000 in den USA verkaufte Autos. Nach Rückrufen des Kraftfahrtbundesamts für 127000 in Europa verkaufte Autos mit Schummelsoftware wurden die Ermittlungen erweitert.

Ein Audi-Sprecher sagte auf Anfrage zu den neuerlichen Durchsuchungen, dass man sich zu laufenden Ermittlungen nicht äußern könne, aber weiter uneingeschränkt mit den Behörden kooperiere.

Audi-Chef Rupert Stadler hatte erst in dieser Woche in einem Interview mit dem Handelsblatt betont, „dass die Aufarbeitung noch einige Zeit brauchen wird“. „Denn gerade im Sinne unserer Kunden und Mitarbeiter möchten wir rückhaltlos für Klarheit sorgen.“ Das sei ihm auch ein persönliches Anliegen. In Bezug auf Spekulationen über seine persönliche Zukunft als Vorstandschef des Autobauers betonte Stadler, „ruhig und gefasst“ zu sein. Er spüre den Rückhalt in der Wolfsburger VW-Zentrale und in Ingolstadt sehr deutlich. (kuepp, dpa, AZ)

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