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Intergartion in Mindelheim

04.05.2017

Regional und international: Migraschwäbisch

Schüler der Mindelheimer Berufsintegrationsklasse und Tourismuskaufleute lernen im Projekt „Migraschwäbisch“ gemeinsam.
Bild: Weber

Berufsschüler und Asylbewerber lernen mit- und voneinander

Ein Kässpatzen-Rezept auf Urdu ist nur eines der Ergebnisse eines besonderen Integrationsprojektes an der Mindelheimer Berufsschule. Die Tourismusklasse und die Berufsintegrationsklasse 2B der Berufsschule Mindelheim starten zusammen das Projekt „Migraschwäbisch“

Ziel des Projekts war es, dass die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen offen aufeinander zugehen, sich kennenlernen und bestehende Vorurteile abbauen.

Das Eis brach schnell

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Das erste Zusammentreffen war noch etwas verhalten, doch das Eis brach schnell zwischen den Schülern. Themenschwerpunkte der Unterrichtseinheiten waren beispielsweise die kulturellen Unterschiede sowie die unterschiedlichsten Sprachen der Asylsuchenden und Flüchtlinge. In den Kleingruppen wurde auch über die Fluchthintergründe und die Flucht der Schüler gesprochen, was bei einigen Schülerinnen und Schülern große Betroffenheit hinterließ.

Die Schülerinnen und Schüler konnten im wahrsten Sinne miteinander und voneinander lernen: Während die Asylsuchenden mehr über schwäbische Gepflogenheiten und den hiesigen Dialekt lernten, erfuhren die Tourismuskaufleute mehr über die unterschiedlichen Kulturen der Schüler sowie gebräuchliche Traditionen. Und es schadet sicher nie, wenn man seinen Namen auf Arabisch schreiben kann.

Einblicke in die arabische Schrift

In weiteren Einheiten beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den regionalen Dialekten und den Erstsprachen der Asylsuchenden. So lernten die deutschen Schüler mit Lehrer Jürgen Weber beispielsweise, ihre Namen auf Arabisch zu schreiben, während die Asylsuchenden mit ihrer Lehrerin Margot Nieberle erste Einblicke in den schwäbischen Dialekt erhielten. Denn Integration findet nicht zuletzt sprachlich statt, und zwar konkret an Migraboarisch, Migrafrängisch oder bei uns Migraschwäbisch.

Aus diesem Grund hat die Stiftung Wertebündnis Bayern in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg den Wettbewerb „Migrabayerisch“ ausgerufen. Ein Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Zuwanderer an die Ortsmundart heranzuführen. Im Sinne der Wertevermittlung geht es dabei selbstverständlich immer um eine wechselseitige sprachliche Bereicherung. An diesem Wettbewerb nehmen die Schüler mit fünf Gruppen mit großer Kreativität und großem Engagement teil.

Die Ergebnisse dieser Kleingruppenarbeit waren Videos, Hörtexte und sogar ein „Schwäbisch-arabisches Kochbuch“. Nun gilt es den Schülern die Daumen drücken, dass sie beim Wettbewerb erfolgreich sind. (mz)

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