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Guinness Buch

28.04.2016

Rekordjagd in Bad Wörishofen

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Wolfgang Lederer hat ein großes Ziel vor Augen. Der Vize-Europameister will mit seinen Mitstreitern den Weltrekord im 24-Stunden-Dart brechen.
Bild: Franz Issing

In Bad Wörishofen soll eine alte Bestmarke fallen. Dafür sind 24 Stunden Höchstleistung nötig. Das Ziel heißt Guinness Buch der Rekorde. Das weckt Erinnerungen an 2011.

Das wird kein Spaziergang: 24 Stunden lang wollen acht Männer kämpfen bis zum Umfallen. „Die Punkte sind dabei nicht unsere Gegner, schon eher die steifen Knochen, Gelenke und Standbeine“, fürchtet Thomas Schwarzer. Er gehört zu den Organisatoren eines Weltrekordversuchs in Bad Wörishofen. Das Ziel ist klar: Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, übrigens das meistgestohlene Buch der Welt. Aufmerksamkeit ist also garantiert. Das hat vor einigen Jahren ein anderer Weltrekordversuch in Bad Wörishofen gezeigt.

Im Visier hat die Truppe den Weltrekord im Elektronik-Dauerdarten aus dem Jahre 1999. Dafür trainieren sie, wann immer Zeit ist, immer in „Grobow und Gittis Dartecke“ in der Gartenstadt. Dort startet am 14. Mai auch der Rekordversuch. In 24 Stunden müssen die Männer fast 2,9 Millionen Punkte erreichen. Das wird hart. Pro Durchgang kann ein Spieler maximal 180 Punkte werfen. Jeder der Männer müsste also etwa 2000 Mal perfekte Würfe hinlegen, damit es klappt. Weil es selten perfekt läuft, wird es aber noch deutlich anstrengender werden.

Werfen und Punkte sammeln will das Team „Die Zammgewürfelten“ nicht nur um des eigenen Erfolges willen, sondern vor allem für einen guten Zweck. Von dem Erlös einer Tombola – man hofft auf viele Zuschauer – mit 1000 Preisen im Gesamtwert von 5000 Euro und bei der jedes Los gewinnt, sollen allein die „Kneippwichtel“ im Kindergarten der Gartenstadt profitieren.

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Dass Dart oft als simples Spiel oder auch als Kneippen-Vergnügen abgetan wird und dieses Vorurteil nur schwer auszurotten ist, ärgert Wolfgang Lederer. Auch er gehört zu den Organisatoren des Wörishofer Weltrekordversuches. „Wer den kleinen Pfeil wirft, muss starke Nerven und eine ruhige Hand haben, sich voll konzentrieren und präzise zielen können und auch über ausreichend Stehvermögen verfügen“, weiß der Vize-Europameister aus Erfahrung. Schließlich spielt er seit 25 Jahren. Für ihn ist Darten ein Hochleistungssport, der Profis täglich sechs bis sieben Trainingsstunden abverlangt. Es komme auf exakte Hand- und Augenkombination an, sagt Lederer. Wie groß die Anziehungskraft der kleinen Pfeile ist, zeigen sie Live-Übertragungen von Weltmeisterschaften auf diversen Sportsendern. Die Hallen sind prall gefüllt mit Fans, die ihre Helden lautstark anfeuern.

Auf Unterstützung hoffen auch die Wörishofer bei ihrem Weltrekordversuch. „Schon nach 14 Stunden fängt die körperliche Erschöpfung an“, sagt Thomas Schwarzer. Da tut ein bisschen Ermutigung gut. Und noch eine Hürde müssen die acht Dart-Wettkämpfer nehmen, wollen sie Sportgeschichte schreiben.

Um ins Guinness Buch eingetragen zu werden, muss nach dessen Regeln jeder Spieler einen Punkteschreiber beschäftigen und einen Schiedsrichter mit der Überwachung seiner Würfe beauftragen . 20 Helfer werden den Spielern zur Seite stehen. Man sucht noch nach Masseuren oder Physiotherapeuten, welche ehrenamtlich müde Weltrekordler wieder locker machen. Dass sich so ein Aufwand rentieren kann, zeigt ein anderer Weltrekordversuch in Bad Wörishofen. Im Jahr 2011 traten 1135 Menschen in der Innenstadt zum längsten Kneipp-Armbad der Welt an. Notariell überwacht wurde der Versuch von 18 Schiedsrichtern und zwei Oberschiedsrichtern.

Der Rekordversuch damals wurde anerkannt. Der damalige Kurdirektor Alexander von Hohenegg freute sich hinterher über „eine Werbung für Kneipp und Bad Wörishofen, die wir mit unserem Werbeetat hätten nicht bezahlen können.“

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