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Unterallgäu

22.05.2013

Riesen-Bärenklau wird zur gefährlichen Riesen-Plage

Der Riesen-Bärenklau kann bei Berührung zu Brandblasen führen. Substanzen in der Pflanze führen zusammen mit Sonnenlicht zu dieser Reaktion.

Der Riesen-Bärenklau breitet sich rasend schnell aus. Er wird in Teilen des Allgäus zunehmend zur Gefahr. Denn ein Hautkontakt kann nicht nur schmerzhaft sein.

Der Riesen-Bärenklau, eine aus dem Kaukasus schon im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppte Staudenpflanze, wird in Teilen des Allgäus zunehmend zur Gefahr. Denn sie breitet sich – vielfach ungehindert – drastisch aus und verdrängt andere heimische Pflanzen. Schlimmer noch: Jeglicher Kontakt der menschlichen Haut zu der bis zu vier Meter hohen Staude ist äußerst gefährlich. Der Saft aller Pflanzenteile führt in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren, verbrennungsähnlichen Hautschäden. Diese heilen nur schwer ab.

Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus verhindern

Der Landkreis Unterallgäu und das Kemptener Wasserwirtschaftsamt haben jetzt eine gemeinsame Initiative gestartet, um dem Problem zumindest teilweise Herr zu werden und die Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus zu verhindern. Jetzt fand an der Günz bei Westerheim (Unterallgäu) eine Informations- und Aufklärungsveranstaltung für Mitarbeiter der Flussmeisterstellen und der Autobahnmeistereien, Straßenmeistereien und Gemeinden statt. „Wir wollen aufzeigen, wie man den Riesen-Bärenklau bekämpfen kann“, sagte Armin Rieg vom Wasserwirtschaftsamt in Kempten. Das Treffen diene insbesondere auch dem Informationsaustausch.

Problem: Kinder fühlen sich angezogen

Helmut Scharpf, Vorsitzender des Bundes Naturschutz (BN) im Unterallgäu sowie Naturschutzwächter, ist viel im Freien unterwegs und beobachtet seit Jahren das unkontrollierte Ausbreiten der Pflanze, die mit ihren weißen Doldenblüten durchaus imposant und schön ist und auch als Herkulesstaude bezeichnet wird. Zu Reizungen und Beschwerden könne es in Gebieten mit großem Bestand sogar dann kommen, wenn kein direkter Kontakt mit der Pflanze stattfindet. „Durch ätherische Öle“, erläutert Scharpf. Als durchaus gefährdet könne man beispielsweise Passagen des Günztal-Radwegs bezeichnen. Das Problem: Vor allem Kinder fühlen sich von den großen Pflanzen mit den weißen Doldenblüten angezogen, weil sie ein herrliches Spielzeug zu sein scheinen.

Auf Kleidung achten

Michael Zeiser vom Kemptener Wasserwirtschaftsamt informierte über verschiedene Bekämpfungsmethoden in der Praxis. Dabei gelte generell: Stets ganz die Haut bedeckende Kleidung und Schutzhandschuhe tragen. Um der Pflanzen Herr zu werden, sollten die Wurzeln auf zehn bis 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche abgetrennt werden. Dies könne mit Spaten oder speziellen Hacken geschehen. Generell gelte: Je kleiner die Pflanzen sind, desto besser lassen sie sich noch von der Wurzel abtrennen und desto geringer ist die Gefahr eines unbeabsichtigten Hautkontakts. Bei Beständen, die im Frühjahr übersehen und nicht entfernt wurden, sollten die Blüten- und Samenstände entfernt werden. Diese Arbeit ist allerdings mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden. Eine Pflanze produziert 10000 bis 50000 Samen, die acht bis zehn Jahre keimfähig sind und im Wasser schwimmen. Deswegen breiten sich die giftigen Pflanzen vor allem entlang von Flüssen und Bächen aus.

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