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Mindelheim

27.02.2018

Rosskur für einen preisgekrönten Baum

Vor ein paar Wochen durfte die Blutbuche noch prächtig dastehen. Inzwischen ist der Baum deutlich zurückgeschnitten worden.
Bild: Archivfoto: Johann Stoll

Der 100 Jahre alten Blutbuche in Mindelheim geht es scheibchenweise an den Kragen - auch zu ungewöhnlichen Zeiten.

Der Einsatz fand zu ungewöhnlicher Stunde am vergangenen Samstag statt. Gegen 13.30 Uhr rückte eine Fachfirma im Auftrag der Wohnungsgenossenschaft Mindelheim in der Brunnenmairstraße in Mindelheim an, um eine rund 100 Jahre alte Blutbuche zurückzusägen. Nachdem der Baum in den vergangenen Wochen bereits gestutzt worden war, um die Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück nicht zu behindern, fiel nun ein 20 Zentimeter dicker Stämmling. Fachleute bezweifeln inzwischen, dass der Baum diese Rosskur lange überleben wird.

Der Baum ist bereits wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt war er bei einem Wettbewerb, den Sparkasse und Landkreis ausgerichtet hatten, unter den Siegerbäumen. Die Blutbuche wurde als wertvoller Baum ausgezeichnet, der erhaltenswert ist. Inzwischen hat der Baum viel von seiner alten Pracht eingebüßt. Wie berichtet, steht der mächtige Baum zu nah an der Grundstücksgrenze. Juristisch sind damit zweifelsfrei die Nachbarschaftsrechte betroffen. Das Grundstück war bisher als Kfz-Werkstatt genutzt worden. Die Wohnungsgenossenschaft hat das Areal gekauft und will es mit Wohnhaus und Tiefgarage bebauen lassen.

Es wurde die Polizei eingeschaltet

Die Nachbarin Christine Döring-Coen kämpft für den Erhalt des Baumes. Sie fürchtet, dass nun ein Pilz die Buche so schwächt, wie es im benachbarten Garten der evangelischen Kirche schon geschehen ist. Dort mussten bereits Bäume gefällt werden. In einem Schreiben hatte die Wohnungsgenossenschaft mitgeteilt, dass der Stämmling die Arbeiten störe und bis Mitte Januar beseitigt werden müsse. Die Notwendigkeit bezweifelt die Nachbarin. Döring-Coen hatte schriftlich versichert, dass der Ast jederzeit abgesägt werden könne, wenn er wirklich die Bauarbeiten behindere.

Weil die ausführende Firma das Holz zunächst aufgeladen hatte und entsorgen wollte, war die Polizei eingeschaltet worden. Die Arbeiter ließen das Schnittholz schlussendlich zurück. Eine MZ-Anfrage bei der Wohnungsgenossenschaft blieb unbeantwortet.

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