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Kirche

17.07.2018

Rührender Abschied für den Kaplan der Herzen

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Ein Bademantel aus Bad Wörishofen: Gisela Ledermann überreichte Florian Bach eine kleine Erinnerung.
Bild: Maria Schmid

Florian Bach verabschiedet sich aus Bad Wörishofen mit viel Humor.

Er ist ein Kaplan der Herzen – Florian Bach. Das zeigte sich deutlich beim festlichen Abschiedsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Justina und dem anschließenden Empfang im Pfarrgarten. Zu Recht begann er seine Predigt mit dem Liedtext „Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad in seine Kirch berufen hat…“

Vor fast genau zwei Jahren empfing er seine Priesterweihe durch Bischof Konrad Zdarsa im Hohen Dom zu Augsburg und feierte seine Primiz in seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus in Pfronten. Gleich anschließend wurde Bach Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft St. Justina. Er sagte: „Als ich hierher geschickt wurde, sagte man mir: ‚Sie können sich auf Bad Wörishofen freuen.’ Ich fragte mich: ‚Soll ich mich auf Bad Wörishofen freuen?’ Ja, die Therme hat einen angenehmen Freizeitwert, aber gegenüber dem Umland gibt es doch sehr viele Rollatoren.“

Er erinnere sich an eine Wallfahrt, bei der er in Schlingen im Pfarrhof übernachtete. Die Glocken von St. Martin hätten ihn nicht schlafen lassen. Und nun sei „Bad Wörishofen in den zwei Jahren, die ich hier als Kaplan wirken durfte, ein Stück Heimat geworden. Dafür bin ich sehr dankbar.“

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Bis zum 18. August wird er noch hier sein. Auf jeden Fall habe er vor zwei Jahren ein wichtiges Kriterium erfüllt: „Der neue Kaplan sollte nicht größer als der Pfarrer sein und schließlich bin ich dabei herausgekommen.“

Humorvoll ging Florian Bach auf die Ereignisse in der Pfarrei ein. Er betonte, dass er ein großes Maß an Vertrauen, Liebe und Wertschätzung erfahren habe. Dazu gehörten nicht nur die Ministranten, die Familien, alle Gläubigen, sondern auch die Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Dabei zu sein, das war für mich das schönste Geschenk. Immer wieder waren Menschen an meiner Seite. Vergelt’s Gott!“ Spontanen Beifall erhielt Florian Bach nach dieser Predigt. Er freute sich nicht nur über die musikalische Gestaltung mit dem St. Justina-Chor, den Solisten und dem Orchester, die die „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart unter der Leitung von Kirchenmusiker Karl Stepper hören ließen, er fand es besonders schön, dass es auch Spatzen – die „Kneippspatzen“ – waren, die während der Kommunionverteilung am Hochaltar standen und unter der Leitung von Anna Schmid geistliche Lieder sangen. Begleitet wurden sie am Klavier von Bernhard Ledermann.

Pfarrer Andreas Hartmann lud alle Gäste in den Pfarrgarten ein, gemeinsam den Abschied von Kaplan Bach zu begehen. Da gab es so manche Überraschung. Das Klarinetten-Quartett spielte auf und der Familienchor St. Ulrich ließ Lieder hören. Zudem hatten sich Familien von St. Justina zu einem Chor zusammengeschlossen. Gisela Ledermann überreichte dem scheidenden Kaplan einen neuen Bademantel, zwar dunkel mit einem leuchtend grünen Gürtel und grünen Randstreifen, aber doch nicht in der Lieblingsfarbe des Kaplans – schwarz. Das stellten die Gäste immer wieder fest: schwarz seine Kleidung, schwarz seine Brille und auch sein Haar. Und dann noch die übergroße Liebe zum Weihrauch. Eine Ministrantin meinte, Kaplan Bach hätte wohl lieber einen Schöpflöffel statt dem kleinen Löffel für Weihrauch. Ein besonderes Geschenk war auch der vierköpfige Chor der Kirchenpfleger, der sich wahrlich hören ließ. Pastoralratsvorsitzender Bernhard Ledermann nutzte den Nachnamen „Bach“ für seine Ansprache, denn aus einem kleinen Bach könne eines Tages ein Fluss, ein Strom werden. Bürgermeister Paul Gruschka dankte Florian Bach für so viel Freundlichkeit und Menschlichkeit, die er in den zwei Jahren weitergegeben habe. Er wünschte ihm alles Gute für seinen neuen Wirkungskreis, dem Pfarrdorf Amendingen.

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