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25.10.2018

Salgen macht sich zukunftsfit

Die letzten Hausanschlüsse in Hausen werden für Gas-, Wasser- und Glasfaseranschluss gelegt. Unser Bild zeigt (von links) Emil Baroti, Bürgermeister Hans Egger und Hubert Egger im Bagger.
Bild: Stoll

Bald kann jeder Haushalt mit Glasfaser versorgt werden. Ans Gasnetz ist die Gemeinde schon angeschlossen. Und alles gab es zum besonders günstigen Preis.

Die Gemeinde Salgen hat einige wichtige Herausforderungen für die Zukunft gemeistert: In einem Kraftakt wurden zwischen Juni 2017 und Oktober 2018 nicht nur Gasanschlüsse und Leerrohre in allen drei Ortsteilen Salgen, Hausen und Bronnen für Glasfaserkabel gelegt (Hier lesen Sie mehr: Ein rundum zufriedener Gemeindechef ). Bürgermeister Johann Egger und sein Gemeinderat nutzten die Gelegenheit auch dazu, den Großteil der Wasserleitungen auszutauschen.

Wenn schon zahlreiche Straßen aufgerissen werden mussten, sagten sich die Kommunalpolitiker, dann soll sich das auch wirklich lohnen. Eigentlich machten die Wasserleitungen noch wenig Kummer. Die alten Leitungen stammen aus dem Jahr 1975. Es waren PVC-Leitungen, die vereinzelt brüchig geworden waren. „Das war aber noch nicht dramatisch“, sagte Bürgermeister Egger im Gespräch mit der MZ. Die Wasserverluste seien noch nicht besonders auffällig gewesen. In ein paar Jahren hätten die Leitungen aber ausgetauscht werden müssen. Niemand hätte dann aber verstanden, wenn schon wieder die Bagger angerollt wären. Die Abwasserkanäle übrigens stammen aus dem Jahr 1990 und sind in einem sehr guten Zustand.

Die Gemeinde Salgen konnte so mindestens 100 000 Euro sparen

Acht bis neun Kilometer neue Wasserleitungen wurden neu verlegt. Die Gemeinde hat das übrigens in Eigenregie bewerkstelligt. Mindestens 100 000 Euro, sagt Egger, seien so gespart worden. Für die Erdarbeiten haben drei Mitarbeiter vom Bauhof mit angepackt. Auch die Wasserleitungen wurden selbst geschweißt. Und auch die „Wasserführungskraft“ der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffenhausen hat mitgeholfen.

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Letztlich ist es der Geldbeutel der Bürger, der so geschont werden konnte. Noch ist zwar nicht abgerechnet worden. Aber die Kosten von mehreren hunderttausend Euro für die Wasserleitungen müssen über den Wasserpreis umgelegt werden. Der Preis muss also von 45 Cent je Kubikmeter auf 65 oder eventuell 75 angehoben werden. So können die Ausgaben in 20 Jahren wieder erwirtschaftet werden. Salgen zählt aber auch mit diesem höheren Wasserpreis zu den günstigsten Kommunen der Region. Die Gemeinde unterhält ihre eigene Wasserversorgung.

Am Projekt Gas & Glas haben sich auch in Salgen viele Bürger beteiligt

Das Projekt Gas & Glas ist auf Initiative von Erdgas Schwaben entstanden. Tussenhausen machte in der Region den Vorreiter, zahlreiche andere Kommunen zogen nach. Wenn eine Mindestzahl von Hausbesitzern mitmacht und sich einen Glasfaseranschluss bis an die Haustüre legen lässt, bekommt die Gemeinde auch Anschluss ans Gasnetz. In Salgen haben sich 82 Prozent der 450 Haushalte überzeugen lassen. Bis Oktober 2020 werden die Glasfaserkabel in die Leerrohre eingezogen sein.

Das Projekt wird von der Bundesregierung mit rund 457 000 Euro gefördert. Verkehrsminister Andreas Scheuer hat den Bescheid kürzlich Salgens Bürgermeister Egger persönlich überreicht. 1,15 Millionen Euro hat die Gemeinde Salgen heuer und im Vorjahr für die Grabungsarbeiten und das Verlegen der Leitungen aufwenden müssen. Vom Land Bayern kommt ein Zuschuss über 120 Euro pro laufendem Meter. Hier ist Salgen besonders gut weggekommen, wie Egger einräumt. Wäre der Antrag ein paar Wochen früher gestellt worden, hätte es nur 80 Euro/Meter gegeben. „Manchmal muss man einfach Glück haben“, kommentierte er.

Die Fördersätze waren erhöht worden, weil die Baupreise in den vergangenen Jahren stark angezogen hatten. Auch waren die Fördertöpfe noch gut gefüllt. Die Gemeinde hat letztlich rund 200 000 Euro aus eigener Tasche beisteuern müssen. „In zwei Jahren hat jeder, der das will, einen Glasfaseranschluss an seinem Haus“, sagte Egger.

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