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Mindelau

28.11.2018

Schilderflut ist nicht das einzige Problem in Mindelau

Hier endet der Radweg in Mindelau. Damit auch ja jeder Radfahrer die Gefahrenstelle erkennt, empfiehlt die Polizei an der Stelle ein Schild „Vorfahrt gewähren“.
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Hier endet der Radweg in Mindelau. Damit auch ja jeder Radfahrer die Gefahrenstelle erkennt, empfiehlt die Polizei an der Stelle ein Schild „Vorfahrt gewähren“.
Bild: Johann Stoll

Mindelaus Ortssprecher Christian Träger äußert humorvoll weitere Kritik an der Neugestaltung der Kreisstraße. Er befürchtet ein "Dorf, das nie schläft".

Auf den MZ-Bericht „Wie sicher ist die neue Straße in Mindelau?" (hier nachzulesen) hat Ortssprecher Christian Träger reagiert. Er stört sich vor allem an der Schilderflut, die sich überall breitmacht.

Er schreibt: „Es stimmt schon: Wir brauchen noch viel mehr Schilder in unseren Städten und Gemeinden! Wir müssen davor bewahrt werden, als Radfahrer falsch abzubiegen und zehn Meter auf einer normalen Straße zu fahren – wie es übrigens vor der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Mindelau der Fall war.“ Seit der Umgestaltung weisen mehr als sieben Schilder darauf hin, dass Kraftfahrzeuge in bestimmte Bereiche nicht einfahren dürfen, dass ein Rad- und Fußweg endet, aber ein Fußweg beginnt, den auch Radfahrer benutzen dürfen, dass der Rad- und Fußweg für kurze Zeit wieder endet, um dann nach fünf bis sechs Metern wieder zu beginnen, bis der Radfahrer dann doch gezwungen wird, die Dorfstraße zu benutzen. „Sie können mir glauben, dass sich viele Mindelauer – und sicher auch viele Besucher unseres Dorfes – immer wieder über die Schilderflut und vor allem über deren Sinn wundern und den Kopf schütteln.“

Wer sich ein Bild von „gelebter Entbürokratisierung und Dereglementierung“ machen möchte, welche die Politik gerne propagiert, um näher am Bürger zu sein, dem sei der kurze Abschnitt von der westlichen Ortseinfahrt Mindelaus bis zur Dorfstraße als Ausflug empfohlen. Dies ließe sich mit einer kurzen Einkehr im Bürgerhaus Mindelau verbinden, um mit „den allermeisten meiner Mitbürger ein wenig zu schmunzeln“.

Bei der Warnbake vor dem neuen Bushäuschen in Mindelau hört für ihn der Spaß auf

Das sei skurril, aber auch durchaus noch unterhaltsam. Was Träger aber nicht mehr nachvollziehen kann: Jetzt sollen vor dem Bushäuschen an der Staig auch noch Warnbaken angebracht werden. „Es reicht! Schluss mit lustig!“ Es stimme, das Wartehäuschen mache den Fußweg etwas schmal, aber man komme selbst mit einem Kinderwagen daran vorbei. Jetzt soll vor diesem Häuschen mit reflektierenden Warnbaken gewarnt werden? (Über das - durchaus auffällige - Bushäuschen erfahren Sie hier mehr: Die „Walhalla“ von Mindelau )

Den Menschen werde damit abgesprochen, dass sie ein Bushäuschen von nicht unerheblichen Dimensionen übersehen, eine Warnbake jedoch erkennen und dann denken: „Gut, dass mich diese Bake vor dem deutlich höheren und breiteren Gebäude warnt, sonst wäre ich sicher dagegen gelaufen!“

Wenn Kinder bis acht Jahre, die „berechtigterweise auf dem Gehweg fahren“ unachtsam sind, dann fällt ihnen eine Bake auch nicht auf – das sei nun einmal so, wenn man unachtsam sei. Man könne nicht jede Gefahr ausschließen. Träger hat Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter gebeten, wenigstens nur reflektierende Aufkleber an den Kanten anzubringen, was jedoch offensichtlich nicht ausreicht. „Es müssen Baken her, die unseren Gehweg verschandeln.“

Die neue Straßenbeleuchtung in Mindelau ist vielen Menschen zu hell

Christian Träger geht auch auf die Ortsbeleuchtung ein. In Mindelau mache das Gerücht die Runde, der Ort wolle mit der Beleuchtung der Ortsdurchfahrt dem Flughafen Memmingen und dessen Landebefeuerung Konkurrenz machen. Die Stadt sei gebeten worden, andere Leuchten zu verwenden, da sich Anwohner durch die enorme Helligkeit gestört fühlen und teilweise die Rollläden herunterlassen müssen, weil die neuen Lampen entsprechend hell in Wohn- und Schlafzimmer leuchten. Die neuen LED-Leuchten entsprächen jedoch exakt den Vorschriften und könnten nicht verändert werden, da die Stadt ansonsten bei Unfällen in der Haftung wäre. „Wie gut, dass noch niemandem aufgefallen ist, dass im restlichen Dorf Lampen in einem warmen Orange-Ton stehen – am Ende würden diese aus Haftungsgründen noch ausgetauscht werden. Dann könnte Mindelau auch überregional bekannt werden „als Dorf, das nie schläft“.

Wer sich darüber hinaus von der Sinnhaftigkeit der neuen Feuerwehrausfahrt ein Bild machen möchte, bei der die Fahrzeuge erst dreimal abbiegen müssen, bevor sie auf der Hauptstraße sind, der (oder die) sei an die obige Einladung zu einem Besuch Mindelaus mit unterhaltsamen Gesprächen erinnert.

Als Ortssprecher macht sich bei Träger angesichts der vorhandenen Vorschriften und auch aufgrund der Initiativen aus der eigenen Gemeinde eine gewisse Resignation breit. „Vor dem Hintergrund, dass im kommenden Jahr unsere Dorfstraße erneuert werden soll, wachsen meine Sorgen stündlich“, schreibt Träger.

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