Musik

05.03.2018

Schlag auf Schlag

Beim Cajòn-Kurs, das Schlagzeug in der Holzkiste, zeigte Rhythmikpädagoge und Percussionist Alexander Wiedemann (links) die genaue Schlagtechnik. Nach kurzer Zeit brachten die vier Kursteilnehmer (weiter von links) Uli Rugo, Regine Eisemann, Bernadette Nikodem-Panzer und Oliver Löhnert ein tolles Rhythmusarrangement in den Klassenraum.
Bild: müsa

Die ersten Percussion- und Trommeltage in Dirlewang finden großen Anklang

Rhythmische Trommelschläge schallten durch das Schulgebäude der Grundschule und ließen auch ohne Blick auf die Wegweiser den richtigen Raum finden, in dem die ersten Percussion- und Trommeltage in Dirlewang stattfanden. Beim vorsichtigen Öffnen der Tür und einem Blick ins Klassenzimmer konnte man die fünf Klangzauberer und -zauberinnen erkennen, die ganz vertieft auf ihre Holzkisten trommelten. Man hätte meinen können, dass dort Profis am Werk seien, doch laut Programm war dies der Cajón-Kurs für Anfänger ohne Vorkenntnisse.

Wie abwechslungsreich und vielfältig auf den verschiedenen Schlaginstrumenten gespielt werden kann, durften die Teilnehmer an dem Wochenende ausprobieren und somit hautnah erleben. Alle waren mit Herzblut dabei, als Rhythmikpädagoge und Percussionist Alexander Wiedemann die verschiedenen Klänge, wie Töne und Bass, erklärte. Vor acht Jahren hat der 42-Jährige seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und gibt in seinem Trommelstudio „Kakilambè“ Kurse und Unterricht. Diesmal hatte er die Idee, einen Wochenendworkshop gemeinsam mit Benjamin Mayr zu organisieren.

Zu seinen Schützlingen gewandt sagte er: „Um weiterzukommen, müsst ihr üben, üben, üben. Das ist das A und O.“ Was auf den ersten Blick einfach aussah, entpuppte sich nach den ersten Grundübungen als durchaus anstrengend. Die Teilnehmer mussten sich konzentrieren: Welche Hand muss wo genau hinschlagen, um den gewünschten Klang zu erzeugen? Mit links oder rechts?

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Die notwendige Schlagtechnik brachte Alexander Wiedemann seinen Kursteilnehmern schnell nahe und binnen kürzester Zeit trommelten sie perfekt im Einklang auf ihre Holzkisten. „Die Töne werden am oberen Rand der Kiste erzeugt und mittig ist der Bass“, erklärte er. Kurs-Teilnehmerin Bernadette Nikodem-Panzer aus Salgen brachte es schnell auf den Punkt: „Ich mache den Kurs für mein inneres Kind. Es gibt doch nichts Schöneres, als das auszuleben.“ Regine Eisemann aus Westernach zogen die Neugierde und der Spaß zum Workshop und auch bei Lehrerin Uli Rugo aus Buchloe stand der Spaß im Vordergrund. „Ich habe es bei Alexander einmal ausprobiert und dann konnte ich nicht mehr aufhören“, erzählte sie begeistert. „So etwas könnte man gut in den Schulalltag einfließen lassen, da dort der Spaß, die Gemeinschaft, die Konzentration und die Disziplin einen absoluten Mehrwert darstellen.“ Oliver Löhnert schließlich ist extra von Augsburg angereist, um an dem Workshop teilzunehmen.

Alexander Wiedemann hat 2003 seine Leidenschaft zur afrikanischen Trommelmusik entdeckt. Doch schon viel früher, mit neun Jahren, spielte er kleine Schlaginstrumente mit großer Begeisterung. Dann wurden die Trommeln irgendwann größer. „Es fing alles bei der Blasmusik in Jengen an. Dort habe ich Schlagzeug gespielt,“ erzählt der Familienvater, der jetzt in dem kleinen Weiler Eberscholl lebt. Mit 15 Jahren gründete er seine erste Rockband und die Liebe zur afrikanischen Trommelmusik hat ihn nicht mehr losgelassen.

Aber nicht nur bei Alexander Wiedemann ist dieses Funkeln in den Augen zu sehen, sondern auch bei den Teilnehmern, die sich bei den unterschiedlichen Angeboten des Wochenendworkshops angemeldet hatten. Afrikanisches Trommeln für Kinder und Erwachsene oder auch das Amadinda-Xylophon mit zwölf hölzernen Klangplatten, probierten die Kursteilnehmer gerne aus. Ein offener Trommelkreis für alle beim großen „Drum Circle“ rundete das abwechslungsreiche Programm bestens ab. Dort durften alle Altersklassen mitmachen und mit den unterschiedlichsten Instrumenten musizieren. „Jeder spielt das, was er kann und wozu er Lust hat. Es gibt keine Fehler“, ermunterte Alexander Wiedemann die Teilnehmer.

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